23. Mai 2022

Der Anschlag auf Dulgath von Michael J. Sullivan

Der Anschlag auf Dulgath

Als Nysa Dulgath, die letzte Nachkommin der ältesten Adelsfamilie Avryns, Ziel eines Attentats werden soll, bekommt Riyria den Auftrag, die Sache zu verhindern. Dafür reisen Hadrian und Royce in eine der entlegensten Ecken des Landes, an einen Ort, der sogar älter ist als das gesamte Reich. Und sie müssen, um die Gräfin schützen zu können, eine Antwort auf die Frage finden, wie hier wohl ein professioneller Mörder vorgehen würde. Aber das ist nicht die einzige Herausforderung, denn Lady Dulgath hat ein dunkles Geheimnis, das unbedingt gehütet werden muss. Womöglich hat es mit der Kirche Nyphrons zu tun, deren Macht immer obskurer wird… (Quelle: Klett-Cotta Verlag)

Titel: Der Anschlag auf Dulgath (The Death of Dulgath) Autor: Michael J. Sullivan Verlag: Klett-Cotta Seitenzahl: 448 Genre: Fantasy Alter: 14+ Erste Aufl.: 18. September 2021 (08. Oktober 2015) Reihe: Riyria-Chroniken, #3 Ausgaben: Broschiert, E-Book ISBN: 978-3-608-98215-2 (Broschiert) Vorgängerband: Das Geheimnis der Dornigen Rose Folgeband: Das Verschwinden der Wintertochter Sonstiges: Karte, Glossar, Nachbemerkung des Autors

Über den Autor von Der Anschlag auf Dulgath

Michael J. Sullivan

Michael J. Sullivan wurde am 17. September 1961 in Detroit (Michigan, USA) geboren und gilt als erfolgreichster selbstverlegender Fantasy- und Science-Fiction-Autor. In Deutschland wurde er vor allem mit seiner Riyria-Reihe bekannt, die ab 2014 von Hobbit Presse/Klett-Cotta veröffentlicht wurde. Sein erstes Buch heißt Der Thron von Melengar.

Mit den später erschienenen Riyria-Chroniken erzählt Sullivan die Vorgeschichte seiner Riyria-Reihe. Im Schatten des Kronturms (The Crown Tower) ist das erste Buch der „Chroniken“ und der Beginn der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Hadrian und Royce.

Das Geheimnis der Dornigen Rose und Der Anschlag auf Dulgath führen ihre Abenteuer fort. Michael J. Sullivan arbeitet als Vollzeitautor, was ihm unglaublich Freude bereitet, und lebt mit seiner Frau und den drei Kindern in Fairfax in der Nähe von Washington, D. C.

Meine Meinung zu Der Anschlag auf Dulgath

Ich freue mich eigentlich über jedes neue Buch von Michael J. Sullivan, ganz gleich, ob es nun neu auf Englisch erscheint oder ob es die deutsche Übersetzung von Klett-Cotta ist. Sullivan schreibt in meinen Augen richtig gute Fantasy, abwechslungsreich, mit überzeugenden Charakteren und auch mit einer Prise Humor. Auch Der Anschlag auf Dulgath fügt sich in diese Reihe ein, wobei mir dieser Band nicht ganz so gut gefallen hat, wie die beiden vorherigen der Riyria-Chroniken.

Der Fokus liegt diesmal weniger auf den Charakterbeziehungen der Protagonisten

Was für mich die Bücher besonders reizvoll macht, ist die Beziehung der beiden Protagonisten Hadrian und Royce. Beide sind für sich starke Charaktere und von Sullivan werden sie auch ganz wunderbar weiterentwickelt. Dass die beiden nicht immer einer Meinung sind, sich in diesem dritten Teil der Reihe inzwischen aber zusammengefunden haben und ein wirklich sympathisches Duo abgeben, ist für mich der Antrieb die Geschichten immer weiterzulesen. Ich will einfach wissen, was noch alles passiert. In Der Anschlag von Dulgath liegt, im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbänden, der Fokus weniger auf der Beziehung zwischen den beiden, sondern vielmehr auf dem eigentlichen Auftrag, den sie zu erledigen haben. Das alles tut der Spannung jedoch keinen Abbruch, denn der Autor versäumt es nicht Hadrian und Royce für sich weiterzuentwickeln. So entdeckt man als Leser zusammen mit Royce ein paar interessante Hintergründe über seine Herkunft, die manche seiner Fähigkeiten in einem anderen Licht erscheinen lassen. Und auch Hadrian wird, vor allem zum Schluss des Buches hin, emotional gefordert und gibt das eine oder andere aus seiner Vergangenheit preis. Mir gefällt es sehr gut, dass Michael J. Sullivan nach und nach seinen beiden Hauptcharakteren mehr Farbe und Hintergrund mitgibt und sie dadurch für die Leser immer noch etwas interessanter (und auch liebenswerter) werden lässt. Wer die erste Riyria-Reihe (Erstes Buch: Der Thron von Melengar) noch nicht gelesen hat, kann getrost auch mit der Chroniken-Reihe starten und dabei Hadrian und Royce in der Entwicklung ihrer Freundschaft begleiten, ohne schon zu viele Informationen über die beiden Protagonisten aus den anderen Büchern zu haben, was manchmal sogar von Vorteil ist.

Gute Handlung, aber weniger spektakulär

The Death of Dulgath

Wohl ein Grund, warum dieser Teil hinter den ersten beiden der Reihe zurückbleibt, ist die für mich etwas unspektakuläre Handlung. In meinen Augen läuft sie zum Großteil zu geradlinig ab, mit zu wenigen Handlungssträngen und auch kaum Wechseln von Schauplätzen. Insgesamt geht es um ein Mordkomplott gegen die Gräfin von Dulgath, das Hadrian und Royce vereiteln sollen. Der Großteil der Geschichte spielt also in einem kleinen Dorf und in der Burg von Dulgath. Hinzu kommt noch ein altes Kloster und mehr Schauplätze gibt es nicht. Die Zahl der Charaktere ist ebenfalls sehr überschaubar und leider zum Teil nicht allzu vielschichtig ausgearbeitet, was der Handlung leider etwas den Schwung nimmt. Gut fand ich hingegen die Hintergrundgeschichte zu den Hauptpersonen, insbesondere die der Gräfin von Dulgath, die sich dem Leser nach und nach erschließt und die auch gut in eine Fantasywelt passt. Der Autor hält hier auch die eine oder andere Überraschung bereit. Sullivan nimmt in diesem Buch zudem vereinzelt Bezug auf Personen und Handlungen in seiner Reihe Zeit der Legenden, was ich gut finde. Durch diese Verknüpfungen werden die Bücher nach und nach zu einer Einheit und stehen nicht irgendwo allein im luftleeren Raum. Alles ist miteinander verbunden und macht dann auch etwas mehr Sinn, weil man die geschichtlichen Zusammenhänge besser begreift. Das fand ich gut. Trotz geringer Schwächen ist die Handlung jedoch immer wieder spannend und durchdacht.

Die zeitliche Reihenfolge der Handlung der Bücher

Mein Fazit zu Der Anschlag auf Dulgath

4 von 5 Sternen „Ein solider Roman mit Luft nach oben.“

Insgesamt hat mir das Buch recht gut gefallen und dafür waren in der Hauptsache wieder Hadrian und Royce verantwortlich. Es gab kaum Längen und auch sonst hat Michael J. Sullivan eine passable Leistung abgeliefert. Sicherlich liegt es auch an den beiden super gelungenen Vorgängerbänden, dass ich mit recht hohen Erwartungen an diesen dritten Teil herangegangen bin, die leider nicht in dem Maße erfüllt worden sind. Ich hätte mir gewünscht, die Handlung wäre etwas mehr ausgestaltet gewesen, mit mehr Schauplätzen oder vielleicht einer weiteren Nebenhandlung, die zum Schluss in den Hauptstrang zusammenläuft und der Geschichte noch etwas mehr Kick gibt. Trotzdem kann ich das Buch allen Fantasy-Lesern empfehlen und freue mich bereits auf den nächsten (und vorerst letzten) Band der Riyria-Chroniken.

Jay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

%d Bloggern gefällt das: