Autorenporträt: John Gwynne

John Gwynne in London, 2014

Der englische Autor John Gwynne hat mit seinem Debütroman Malice im Dezember 2012 bei Fantasyfans einen Treffer gelandet. Inzwischen sind weitere Bücher von ihm erschienen. Zeit also, dem immer bekannter werdenden Autor ein eigenes Autorenporträt hier im Blog zu widmen. John war so freundlich mir ein Interview zu geben.

Der Autor John Gwynne

John Gwynne wurde am 21. September 1968 in Singapur geboren, während sein Vater dort bei der britischen Luftwaffe stationiert war. Das bedeutete für John, dass er immer wieder umziehen musste (so etwa alle drei Jahre), wenn sein Vater versetzt wurde. Heute lebt der Autor mit seiner Frau, vier Kindern und drei Hunden in der Hafenstadt Eastbourne in der Grafschaft East Sussex an der Südküste Englands (südlich von London).

In der Vergangenheit hatte John Gwynne so einige interessante Berufe. Er arbeitete als Seifenverpacker in einer Seifenfabrik, als Kellner in einem französischen Restaurant in Kanada, spielte Kontrabass in einer Rock ’n‘ Roll Band und studierte und später dozierte in Vorlesungen an der Universität in Brighton.

Die Familie Gwynne im Mittelalter-Outfit.
(c) John Gwynne

Da seine Tochter Harriett behindert ist und im Rollstuhl sitzt, verließ er etwa Mitte 30 die Universität, um daheim zu arbeiten und mehr Zeit für seine Tochter zu haben. Nebenbei half er im kleinen Geschäft seiner Frau mit aus, in dem sie beide alte Möbel restaurieren. 2002 begann er dann hobbymäßig mit dem Schreiben. Dies ergab sich mehr oder weniger wegen seiner Kinder, die ihn drängten einige seiner Gute-Nacht-Geschichten aufzuschreiben, die er ihnen erzählte. So entstand sein erstes Buch Malice und über die Zeit hinweg wurde das Schreiben mehr als nur ein Hobby für ihn. John war selbst überrascht, als ein dickes Buch dabei herauskam, das dann auch noch mit Erfolg veröffentlicht wurde. Er selbst hatte vorher nie daran gedacht Autor zu werden. Es ergab sich einfach mit der Zeit.
Natürlich unterstützt die ganze Familie ihn bei seiner Arbeit. Seine Söhne sind die ersten Leser seiner Bücher und geben ihm viel Feedback. Er sagt „Als Faustregel gilt: Wenn mein ältester Sohn Edward zu weinen anfängt und sich über mich ärgert, dann ist das Buch so in Ordnung.“ Und wenn es einmal knapp wird mit der Abgabefrist seines nächsten Romans, dann ist es seine Frau Caroline, die ihn in stressigen Zeiten aufbaut und unterstützt und die Familie zusammenhält.    Quelle (Englisch)
Von seinen drei Söhnen ist sein jüngster wohl am ehesten bereit in die Fußstapfen des Vaters zu treten. William hat bereits sehr erfolgreich an landesweiten Schreibwettbewerben teilgenommen. :thumbup:

John Gwynne mit seinen beiden Hunden Valour und Storm.
(c) John Gwynne, 2018

Obwohl John Gwynne immer bekannter wird, wird man ihn eher selten auf den großen Buchmessen und Autorentreffen begegnen. Zwar möchte er gerne seine Fans dort sehen, allerdings nimmt die Betreuung seiner behinderten Tochter viel Zeit in Anspruch und Familie geht für ihn schlichtweg vor. Sollte er also dennoch mal auf eine Veranstaltung ins Ausland reisen, dann wird seine Familie sicher mit dabei sein. Vielleicht trifft man ihn ja 2019 beim 77th Science Fiction and Fantasy World Congress in Dublin. Er schließt es zumindest nicht aus. :)

Und was John Gwynne so alles mag

Lieblingsessen: Steak Wellington und die Braten seiner Frau
Lieblingsgetränke: Tee, Gin und Cider (was habt ihr von einem Engländer anderes erwartet?)
Drei Lieblingsreihen (von vielen): Der Herr der Ringe (J. R. R. Tolkien), The Warlord Chronicles (Bernard Cornwell), The Rigante series (David Gemmell)
Lieblingsautoren (beispielhaft): J. R. R. Tolkien, George R. R. Martin, David Gemmell, Bernard Cornwell und die Bücher von Mark Lawrence, mit dem er seit 2011 gut befreundet ist.
Lieblingsfilme: Der Herr der Ringe (Trilogie), Der letzte Mohikaner, Braveheart,…
Lieblingswaffe auf dem Schlachtfeld: die Dänenaxt

John Gwynnes Bücher mit Covern im Überblick

Englischer Titel
Deutscher Titel
Erschienen (Verlag)
Erscheinen in D (Verlag)
Reihentitel
1 Malice
Macht
06.12.2012 (TOR Books)
19.06.2017 (Blanvalet)
The Faithful and the Fallen #1
Die Getreuen und
die Gefallenen #1
2 Valour
Bosheit
27.03.2014 (TOR Books)
18.09.2017 (Blanvalet)
The Faithful and the Fallen #2
Die Getreuen und die
Gefallenen #2
3 Ruin
Jähzorn
16.07.2015 (TOR Books)
18.12.2017 (Blanvalet)
The Faithful and the Fallen #3
Die Getreuen und die
Gefallenen #3
4 Wrath
Ungnade
17.11.2016 (TOR Books)
19.03.2018 (Blanvalet)
The Faithful and the Fallen #4
Die Getreuen und die
Gefallenen #4
5 A Time of Dread
n.n.
11.01.2018 (Macmillan)
??? (Blanvalet)
Of Blood and Bone Trilogy #1
5 A Time of Blood
n.n.
April 2019
??? (Blanvalet)
Of Blood and Bone Trilogy #2
5 A Time of Judgement
(working title)
2020
??? (Blanvalet)
Of Blood and Bone Trilogy #2

The Faithful and the Fallen (Tetralogie/Vierteiler)

Im Dezember 2012 erschien bei Goldsboro Books in London John Gwynnes Debütroman Malice als „Buch des Monats“. Es ist der erste Roman einer vierteiligen Reihe mit dem englischen Titel The Faithful and the Fallen (dt.: Die Getreuen und die Gefallenen). Das Buch gewann 2013 zudem den David Gemmell Morningstar Award als bestes Fantasydebüt. Die Fortsetzungen folgten etwa im Jahresabstand. Alles in allem arbeitete John Gwynne 14 Jahre an dem Vierteiler, den er 2016 mit Wrath beendete.

 

Of Blood and Bone (Trilogie)

Seit dem 11. Januar 2018 gibt es das erste Buch einer neuen Trilogie mit dem englischen Reihentitel Of Blood and Bone (dt.: Von Blut und Knochen), die mit dem ersten Band A Time of Dread beginnt. Der neue Dreiteiler machte es John Gwynne einfacher von den Charakteren der ersten Reihe Abschied zu nehmen, denn er spielt in der gleichen Welt, etwa 100 Jahre nach den Ereignissen. Wer die Tetralogie The Faithful and the Fallen (s.o.) nicht gelesen hat, kann guten Gewissens auch mit diesem Dreiteiler in John Gwynnes Fantasywelt eintauchen. Of Blood and Bones spielt etwa 100 Jahre nach den Ereignissen der ersten Reihe. Der Autor gibt einen geschichtlichen Rückblick auf die Handlung der ersten Bücher.

 

Für Ergänzungen zu diesem Autorenporträt bin ich jederzeit dankbar. Schreibt einfach in die Kommentare.

Jay

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