3. August 2021

Steel Claw (Alex Rider 10) von Anthony Horowitz

Anthony Horowitz: Steel Claw (Alex Rider 10), Taschenbuch, Ravensburger, 2020.

Nach dem gewaltsamen Tod seiner engen Freundin Jack Starbright ist das Leben für Alex Rider nicht mehr wie es war. Schwer hat er mit dem Verlust zu kämpfen, doch dann erreicht ihn eine mysteriöse E-Mail mit den Worten ALEXX, ICH LE und Alex ist überzeugt, die Nachricht stammt von seiner für tot gehaltenen Freundin Jack. Auf der Suche nach ihr kehrt er zurück nach Ägypten, um Nachforschungen anzustellen und gerät dabei auf die Spur zweier Brüder der Mafia, die einen teuflischen Plan aushecken. Das Letzte, was sie gebrauchen können, ist Alex Rider, der ihnen dabei in die Quere kommt.

Titel: Steel Claw (engl.: Never Say Die) Autor: Anthony Horowitz Verlag: Ravensburger (Walker Books) Reihe: Alex Rider #10 Seitenzahl: 384 (394) Genre: Jugendthriller Alter: 12+ Erste Aufl.: 18. August 2020 (10.10.2017) Ausgaben: Hardcover (ENG), Taschenbuch, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3473585823 (TB) Vorgängerband: Scorpia Rising (Alex Rider 9) Folgeband: Nightshade (Alex Rider 11)

Über den Autor von Steel Claw – Anthony Horowitz

Anthony Horowitz wurde 1956 in Stanmore im Nordwesten von London geboren. Er wuchs in einer angesehenen Familie auf, umgeben von Kindermädchen, Bediensteten und Chauffeuren. Er selbst fand dieses Leben als bedrückend und wollte schon im Alter von acht Jahren Schriftsteller werden. Sein Vater war ein Geschäftsmann, der sich über die Art seiner Geschäfte stets geheimnisvoll ausschwieg. Seine Mutter schenkte ihm zum dreizehnten Geburtstag einen menschlichen Schädel. Sein Erzfeind war die Großmutter, eine, wie Horowitz sagt, »durch und durch bösartige Person«. Unglückliche Jahre durchlebte er unter dem sadistischen Direktor im Eliteinternat. Der übergewichtige Junge schrieb ausgefeilte Rachepläne nieder – und begründete so eine außergewöhnliche Schriftstellerkarriere. Nach der Schule studierte er in Nordengland an der Universität von York. Mit zwanzig entschied er, sein Hobby zum Beruf zu machen. Nebenbei arbeitete er für Theater, Film und Fernsehen. Die Bücher über den Superagenten Alex Rider™ machten ihn zum internationalen Kultautor. Anthony Horowitz liebt die Comics von „Tim und Strubbi“ sowie das Tauchen und geht mehrmals in der Woche ins Kino. Er lebt mit seiner Frau Jill Green, seinen zwei Söhnen Nick und Cass und seinem Hund mit Namen „Boss“ im Norden von London. (Quellen: Steel Claw, Ravensburger Verlag)

Zum Buch Steel Claw (Alex Rider 10)

Anthony Horowitz: Never Say Die (Steel Claw), Walker Books, 2017.

Steel Claw ist der zehnte Teil der spannenden Agentenreihe um den jungen Spion Alex Rider, der unmittelbar an den neunten Teil Scorpia Rising anschließt. Der englische Titel lautet Never Say Die und hat in der Serie die Nummer 11, weil die Vorgeschichte zur Serie mit dem Titel Russian Roulette als Band Nummer 10 gezählt wird. Eigentlich sollte die Alex-Rider-Reihe mit Scorpia Rising (letzte Mission) beziehungsweise Russian Roulette (Vorgeschichte) abgeschlossen sein, jedoch vermisste Anthony Horowitz seinen jungen Helden Alex Rider so sehr, dass er einige Jahre später entschied weitere Bücher mit ihm zu entwickeln. Nach eigener Aussage hatte er viel Freude am Schreiben von Steel Claw/Never Say Die.

Der Ravensburger Verlag gab der deutschen Ausgabe mit Steel Claw einen abweichenden (englischen) Titel, was wohl bei einigen englischsprachigen Käufern bei Amazon für Unmut und Verwirrung sorgte. Sie bewerteten das Buch deshalb mit nur einem Stern, weil sie es ihren Kindern als Geschenk kauften und diese dann enttäuscht feststellten, dass es in deutscher Sprache ist und sie es nicht lesen können. Amusing, very amusing!

Meine Meinung zu Steel Claw (Alex Rider 10)

Eigentlich sollte es Steel Claw nicht geben, jedoch bin ich froh über Anthony Horowitz‘ Entscheidung die Reihe fortzusetzen. Irgendwie fand ich das Ende in Scorpia Rising dann doch recht unbefriedigend für Alex Rider und ich hätte mir ebenfalls gewünscht, dass da noch etwas nachkommt. Wie gut dem Autor der Wiedereinstieg in die Serie gelungen ist, will ich Euch gerne mitteilen. Wie immer ist es meine ganz persönliche Meinung.

Abwechslungsreiche Action mit alten und neuen Gesichtern

Man merkt beim Einstieg in die Geschichte recht schnell, dass der Autor nach längerer Pause seinen Protagonisten vermisst hat. Alex ist zurück und man ist schon nach den ersten paar Seiten wieder tief drin in der Geschichte. Alex hat schwer mit einem Trauma zu kämpfen und muss sich an seine neue Umgebung in den USA gewöhnen. Allerdings findet er sehr schnell zu alter Form zurück, als seine Hoffnung neu entfacht wird, Jack Starbright könnte noch am Leben sein. Er macht sich auf eigene Faust auf die Suche, diesmal ohne Auftrag des britischen Geheimdienstes MI6.

Das Buch liest sich gewohnt flüssig ohne viele Schnörkel und es gibt auch ein Wiedersehen mit manchen „alten Bekannten“ aus den vorherigen Büchern. Einziger Kritikpunkt ist das manchmal etwas klischeehafte Verhalten bestimmter Personen, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte. Die Welt ist eben nicht immer schwarz und weiß, sondern es gibt auch Graustufen dazwischen. Irgendwie schafft es Horowitz aber immer gerade die Figuren aus der Kiste zu zaubern, denen man schon von Weitem ansieht, dass sie nur diese oder jene Rolle spielen können. Achtet mal darauf, wenn Ihr das Buch lesen solltet. Manche andere Dinge fand ich persönlich ebenfalls etwas zu überzogen. Warum zum Beispiel konnte Alex nicht einfach mit einem normalen Linienflug nach Frankreich fliegen? Musste er als ziviler Passagier gleich einen Freiflug in einem hochmodernen Kampfjet der ägyptischen Luftwaffe bekommen? Man hat dann manchmal den Eindruck, Anthony Horowitz muss jeden Schritt von Alex zu einem besonderen Ereignis machen und ein Heer von Hilfstruppen steht in vielen Notlagen zusätzlich für ihn bereit, die im letzten Moment noch eingreifen können, wenn alle Hoffnung verloren scheint. Klar, das steigert die Spannung in der Geschichte, aber es wirkt auch manchmal etwas zu konstruiert. Zum Glück bekommt aber auch Alex hin und wieder etwas von den Kugeln ab, macht Fehler und tritt in Fettnäpfchen. Dafür ist es umso schöner, wenn er sich dann selbst wieder aus der Patsche zieht (nicht selten zumindest).

Wenn man über diese Kritikpunkte hinwegsieht und immer auch im Auge hat, dass es sich um ein aktionsgeladenes Jugendbuch für jüngere Leserinnen und Leser handelt, dann verzeiht man das leicht und weiß, es muss einfach so sein, um die Spannung aufrechtzuerhalten.

Man weiß nicht, wo und wie die Geschichte endet

Sehr gut fand ich die geringe Vorhersehbarkeit (kann man das sagen?) der Geschichte. Alex ist auf der Suche nach seiner Freundin Jack Starbright, aber in den ersten beiden Dritteln des Buches ist es schwierig zu ergründen, was denn die beiden Gegenspieler von Alex genau vorhaben und welche Rolle Alex dabei spielen soll. Horowitz führt den Leser und den MI6 dabei auch noch in die Irre und lässt sie falsche Vermutungen anstellen. Erst auf den letzten 100 Seiten wird klar, was läuft und welchen genialen Plan sich die beiden Brüder der Mafia ausgedacht haben. Die Idee fand ich ganz witzig und sie könnte auch diesmal aus einem Bond-Film stammen. Alex Rider ist natürlich wieder der geniale Retter in der Not, ganz klar. Mit dem Schluss stellt Anthony Horowitz endgültig klar, dass es weitere Bücher in der Reihe geben soll. Schon hier gibt es einen Hinweis auf den inzwischen bereits auf Englisch erschienenen Folgetitel Nighshade und die Option für Alex weiterhin in Englands Geheimdienst tätig zu sein. Man darf durchaus gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht.

Mein Fazit zu Steel Claw (Alex Rider 10)

4.5 von 5 Sternen „Spannend und aktionsgeladen.“

Wie auch viele der anderen Alex-Rider-Romane hat mir Steel Claw recht gut gefallen. Wer bereits vorherige Bücher der Reihe kennt, weiß, was er/sie zu erwarten hat. Auch wenn manches etwas konstruiert wirkt, so ist es doch immer wieder spannend Alex durch die Welt zu begleiten und mit ihm Abenteuer zu erleben. Steel Claw ist für mich daher ein guter Wiedereinstieg, nachdem die Serie eigentlich schon abgeschlossen hätte sein sollen.

Jay

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