3. August 2021

Nightshade (Alex Rider 11) von Anthony Horowitz

Anthony Horowitz: Nightshade (Alex Rider 11), Taschenbuchausgabe, Walker Books, ab 01. Juni 2021.

Nach den schockierenden Ereignissen der Operation Steel Claw, hat sich Alex Riders Welt verändert: seine größten Gegner und Feinde, die letzten Mitglieder von Scorpia, wurden getötet und die verbrecherische Organisation zerschlagen. Alex hofft eigentlich, dass sein Leben nun endlich wieder in normalen Bahnen verläuft, er zur Schule gehen und Zeit mit seinen Freunden verbringen kann, doch dies ändert sich schneller als erwartet. Eine neue, geheime Organisation mit dem Namen Nightshade tritt auf den Plan und sie scheint noch skrupelloser zu sein als es Scorpia je war.

Als Alex von deren geheimen Plänen für einen Angriff auf London erfährt, begibt er sich erneut auf eine waghalsige Mission, um Nightshade zu finden und zu zerstören. Der junge Agent setzt sein Leben aufs Spiel, um dem mysteriösen Feind entgegenzutreten und seine Heimatstadt zu retten und diesmal gibt es niemanden, der ihm bei einem Fehler zu Hilfe kommen kann. (Übersetzung Klappentext)

Titel: Nightshade Autor: Anthony Horowitz Verlag: Ravensburger (Walker Books) Reihe: Alex Rider #11 Seitenzahl: n.n. (368) Genre: Jugendthriller Alter: 12+ Erste Aufl.: ??? (02.04.2020) Ausgaben (ENG): Hardcover, Taschenbuch, E-Book ISBN: 978-1406389296 (ENG HC) Vorgängerband: Steel Claw (Alex Rider 10) Folgeband: n.n.

Über den Autor von Nightshade – Anthony Horowitz

Anthony Horowitz wurde 1956 in Stanmore im Nordwesten von London geboren. Er wuchs in einer angesehenen Familie auf, umgeben von Kindermädchen, Bediensteten und Chauffeuren. Er selbst fand dieses Leben als bedrückend und wollte schon im Alter von acht Jahren Schriftsteller werden. Sein Vater war ein Geschäftsmann, der sich über die Art seiner Geschäfte stets geheimnisvoll ausschwieg. Seine Mutter schenkte ihm zum dreizehnten Geburtstag einen menschlichen Schädel. Sein Erzfeind war die Großmutter, eine, wie Horowitz sagt, »durch und durch bösartige Person«. Unglückliche Jahre durchlebte er unter dem sadistischen Direktor im Eliteinternat. Der übergewichtige Junge schrieb ausgefeilte Rachepläne nieder – und begründete so eine außergewöhnliche Schriftstellerkarriere. Nach der Schule studierte er in Nordengland an der Universität von York. Mit zwanzig entschied er, sein Hobby zum Beruf zu machen. Nebenbei arbeitete er für Theater, Film und Fernsehen. Die Bücher über den Superagenten Alex Rider™ machten ihn zum internationalen Kultautor. Anthony Horowitz liebt die Comics von „Tim und Strubbi“ sowie das Tauchen und geht mehrmals in der Woche ins Kino. Er lebt heute mit seiner Frau Jill Green, seinen zwei Söhnen Nick und Cass und seinem Hund mit Namen „Boss“ im Norden von London. (Quellen: Steel Claw, Ravensburger Verlag)

Meine Meinung zu Nightshade (Alex Rider 11)

Mit Nightshade beginnt Anthony Horowitz nun tatsächlich eine weitere Folge zusammenhängender Alex-Rider-Romane, nachdem die Serie ursprünglich mit Scorpia Rising beendet sein sollte. War in den ersten neun Büchern vor allem die Organisation Scorpia der große Gegenspieler von Alex und dem MI6, so musste nun, nachdem sie Fortsetzung der Serie beschlossene Sache und Scorpia zerschlagen war, ein neuer, skrupelloser Gegner her – die Verbrecherorganisation Nightshade. Sie wird Alex sicherlich die nächsten paar Jahre beschäftigen. Das Buch ist noch nicht auf Deutsch erschienen. Das deutsche Cover, so das Buch denn auf Deutsch erscheint, wird vermutlich stark dem oben abgebildeten englischen Taschenbuch-Cover ähneln.

Spannend, aber leider etwas zu konstruiert für meinen Geschmack

Vorweg lässt sich schon sagen, dass Nightshade wieder ein typischer Alex-Rider-Roman geworden ist. Horowitz‘ überaus flüssiger und spannender Schreibstil saugt den Leser von Beginn an in die Geschichte und man will unbedingt wissen, wie es ausgeht. Mit der Organisation Nightshade führt Horowitz zudem eine interessante neue Gruppe von Verbrechern ein, die für die nächsten Romane den Platz von Scorpia einnehmen soll. Klar ist dabei, dass die neuen Gegner natürlich gefährlicher, gerissener und skrupelloser sein müssen, als es Scorpia war (und die waren schon recht schlimm). Doch wie soll man solche Antagonisten nun einführen, damit sie Scorpia tatsächlich „wie einen Kirchenchor“ aussehen lassen und auf der ganzen Welt glaubhaft Angst und Schrecken verbreiten können? Anthony Horowitz hatte hier eine durchaus spannende Idee, denn wenn der MI6 einen jugendlichen Agenten rekrutieren kann, warum nicht auch die Gegenseite jugendliche Assassinen? Ich finde das Konzept durchaus interessant und es erinnert mich auch ein wenig an die geklonten Kinder, die in Gemini-Project/Point Blanc (Alex Rider 2) die Welt beherrschen sollten, allen voran das Alex-Rider-Double Julius Grief, welcher eine wichtige Rolle in Scorpia Rising spielte.

Also, die Idee zu Nightshade ist gut und war anfangs auch durchaus glaubhaft. Jedoch fand ich persönlich die ganze Hintergrundgeschichte und die Details zur Arbeitsweise von Nightshade ab der Mitte des Buches etwas zu konstruiert und weniger glaubhaft. Ich würde hier gerne mehr darüber schreiben, aber um Spoiler zu vermeiden, lasse ich es. Bildet Euch am besten eine Meinung, indem Ihr Nightshade lest, denn es ist durchaus wieder lesenswert, abwechslungsreich und spannend bis zur letzten Seite. Eure Meinung würde mich brennend interessieren.

Interessante neue Charaktere und ein neuer roter Faden

Alex Rider ist wie eh und je der zentrale Charakter des Buches, der lieber ein normaler Teenager wäre, als ein Agent. Mrs Jones, die neue Chefin von „MI6 Special Operations“, gesteht Alex inzwischen einen eigenen Entscheidungsspielraum zu, ohne ihn einfach auf eine Mission zu schicken, die ihm leicht das Leben kosten könnte. Diese Rücksicht auf Alex und seinen Willen ist neu und inzwischen notwendig. Dass Alex sich diesmal jedoch freiwillig in Gefahr begibt, spricht für seine Selbstlosigkeit anderen zu helfen. Gut gefallen hat mir Freddy, ein Junge in Alex‘ Alter und einer der besten Agenten von Nightshade. Insbesondere seine sich ändernde Beziehung zu Alex fand ich spannend zu lesen und auch recht gut beschrieben. Freddy ist ein Charakter, der nach und nach immer interessanter wird. Ich könnte mir vorstellen, dass er auch in den folgenden Büchern noch eine Rolle spielen wird. Zu den anderen Personen im Buch möchte ich hier nicht zu viel vorwegnehmen.

Während sich in den ersten neun Büchern der Reihe Alex‘ Suche nach seiner Vergangenheit und seiner Herkunft wie ein roter Faden durch die Romane zieht, scheint sich Horowitz nun vor allem auf Mrs Jones vom MI6 zu konzentrieren. In Nightshade spielen verstärkt Ereignisse aus ihrer Vergangenheit eine Rolle und auch bis zum Ende des Buches gibt es noch einige lose Enden, die in den Folgeromanen sicher aufgegriffen werden. Dadurch erweitert Horowitz gekonnt den Hintergrund zu seinen Hauptpersonen und ergänzt ihn um neue Puzzelteile, die erst gefunden werden müssen. Das hat mir gut gefallen und ich bin gespannt, wie sich das noch weiter entwickeln wird.

Der Schluss lässt viel Raum für Fortsetzungen

Wie auch alle anderen Bücher der Reihe ist Nightshade ein abgeschlossener Roman ohne große Cliffhanger. Es gibt jedoch genügend offene Fragen und Anknüpfungspunkte für Fortsetzungen. Nightshade ist besiegt, aber noch nicht aus der Welt. Es gibt für Alex auch in Zukunft noch genug zu tun. Nach Aussage von Anthony Horowitz soll es noch ein oder zwei weitere Bücher in der Reihe geben.

Mein Fazit zu Nightshade

4 von 5 Sternen „Ein typischer Alex-Rider-Roman mit neuen Ansätzen.“

Ich bin bei diesem Buch etwas gespalten. Einerseits gefallen mir die Idee des Autors recht gut und die Geschichte ist auch (wie immer) spannend, voller Action und überraschender Wendungen. Andererseits fand ich manche Ideen Nightshade betreffend etwas sehr konstruiert. Das ist jedoch nur meine persönliche Meinung als erwachsener Leser. Es ist ein Jugendthriller für jüngere Leserinnen und Leser ab 12 Jahren und ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie das Buch begeistern kann. Wer schon die anderen Bücher der Serie mochte, wird sicherlich auch hier nicht enttäuscht sein. Ich für meinen Teil genieße einfach Anthony Horowitz‘ Schreibstil und bin ein großer Fan von Alex Rider, auch als Erwachsener über 40. Es sind einfach Bücher, die ich als Kind gerne gelesen hätte, hätte es sie damals schon gegeben. Leider gab es die zu meiner Zeit noch nicht. Dafür hatten wir aber TKKG und die Drei ???.

Ich habe das Buch im englischen Original gelesen. Die Texte waren gut verständlich und sollten fortgeschrittenen Lernern der Sprache keine allzu großen Probleme bereiten.

Jay

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