4. Juli 2020

An Bord der Smaragdsturm von Michael J. Sullivan

Michael J. Sullivan: An Bord der Smaragd Sturm, Taschenbuch, Hobbit Presse/Klett-Cotta, 2017

Das Diebespaar Hadrian und Royce, bekannt unter dem Namen Riyria, wollte sich eigentlich längst aus den gefährlichen Geschäften zurückziehen und ein beschaulicheres Leben führen, als sie erneut ein Auftrag des Königs erreicht: Sie sollen des Agenten Merrick Marius habhaft werden, der allem Anschein nach im Kampf um das Königreich Melengar die Fäden in Händen hält. Als sie dafür auf dem mächtigen Segler Smaragdsturm anheuern, können sie noch nicht wissen, dass ihre Feinde längst an Bord sind. Ihre Reise an Bord der Smaragdsturm führt sie über die raue See in den Süden und nicht nur Piraten kreuzen dabei ihren Weg. Immer mehr entwickelt sich ihre Mission zu einem Abenteuer, das ihnen alles abverlangt, ohne zu wissen, was sie am Ende ihrer Reise erwarten wird.

Titel: An Bord der Smaragdsturm (The Emerald Storm) Autor: Michael J. Sullivan Verlag: Hobbit Presse/Klett-Cotta Reihe: Riyria, #4 Seitenzahl: 441 Genre: Fantasy Alter: 14+ Erste Aufl.: 17. Februar 2017 (2010) Ausgaben: Taschenbuch, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3608960150 (TB) Sonstiges: Glossar Vorgängerband: Der Aufstieg Nyphrons Folgeband: Das Fest von Aquesta

Informationen zum Autor von An Bord der Smaragdsturm

Michael J. Sullivan

Michael J. Sullivan wurde am 17. September 1961 in Detroit (Michigan, USA) geboren und gilt als erfolgreichster selbstverlegender Fantasy- und Science-Fiction-Autor. In Deutschland wurde er vor allem mit seiner Ryiria-Reihe bekannt, die ab 2014 von Hobbit Presse/Klett-Cotta veröffentlicht wurde. Das erste Buch heißt Der Thron von Melengar. Mit Rebellion (Age of Myth) begann Sullivan 2016 eine neue Fantasy-Buchreihe, die insgesamt sechs Bände umfasst, in der Welt von Riyria 3.000 Jahre vorher spielt und den Reihentitel Zeit der Legenden (Legends of the First Empire) trägt. Inzwischen arbeitet Michael J. Sullivan als Vollzeitautor, was ihm unglaublich Freude bereitet, und lebt mit seiner Frau und den drei Kindern in Fairfax in der Nähe von Washington, D. C. (Homepage des Autors).

Meine Meinung zu An Bord der Smaragdsturm

Mit dem vierten Teil der Riyria-Reihe, An Bord der Smaragdsturm (The Emerald Storm), konnte Michael J. Sullivan bei mir wieder einen Volltreffer landen. Ich habe das Buch regelrecht in zwei Tagen verschlungen.
Diesmal begeben sich die beiden „Landratten“ Hadrian und Royce auf eine Schiffsreise und heuern dafür als angeblich erfahrene Matrosen auf dem imperialen Segelschiff Smaragdsturm an. Sie wissen nicht, wohin sie ihre Reise führt und ebenso, worin genau ihre Aufgabe besteht. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor Michael J. Sullivan die Erlebnisse der beiden an Bord der Smaragdsturm schildert. Hadrian und Royce haben noch nie als Matrosen auf einem Schiff gedient und müssen sich, ebenso wie die Leserinnen und Leser, erst einmal in dem neuen Umfeld zurechtfinden und das ist zunächst gar nicht so einfach. Der Text ist gespickt mit Begriffen aus der Seefahrt, die den beiden Helden ebenso neu sind, wie es für viele Leser der Fall sein dürfte. Man merkt, dass Sullivan sich vorher oder spätestens beim Schreiben des Buches kundig gemacht hat, um seine Handlung wirklich auch realistisch zu beschreiben. Hadrian und Royce sind auf dem Schiff mehr oder weniger ganz auf sich alleine gestellt. Zwar fügen sie sich schnell in die Mannschaft ein, aber nicht alle sind ihnen gewogen. Es jedoch ist schwer zu durchschauen, wer Freunde und Feinde sind. Klar ist nur, dass es Menschen an Bord gibt, die Hadrian und Royce am liebsten den Fischen zum Fraß vorwerfen würden und das spürt man unterschwellig auch. Die Reise an Bord der Smaragdsturm führt sie weite Strecken übers Meer in entlegene Häfen und bis hin in den tiefsten Dschungel. Die Piraten auf dem Weg scheinen im Laufe der Handlung dabei das kleinere Übel zu sein. Sullivan hat für mich die Atmosphäre an auf See recht gut eingefangen, ebenso wie die Emotionen der Hauptpersonen, ihre Sorgen und Ängste.

The Emerald Storm, englische Ausgabe von An Bord der Smaragdsturm
The Emerald Storm von Michael J. Sullivan

Ein zweiter Handlungsstrang des Buches spielt in Aquesta, der Hauptstadt des Neuen Imperiums, und erzählt die Ereignisse rund um Modena, die junge Imperatorin, die leider nicht mehr zu sein scheint, als ein Spielball der wirklich Mächtigen, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen. Immer wieder wird sie von schrecklichen Träumen geplagt, was ihre Verletzlichkeit offenbart, und sie kämpft regelmäßig einen Kampf gegen sich selbst und den schrecklichen Erlebnissen ihrer Vergangenheit. Eine nicht unwichtige Rolle spielt auch Prinzessin Arista von Melengar, die sich auf der Suche nach einem wichtigen Gefangenen befindet und die in der Handlung immer wieder den Weg der Leser kreuzt. Beide Handlungsstränge sind spannend geschrieben und wechseln sich immer wieder an geeigneter Stelle ab, sodass man beim Lesen gerne dem Ende entgegensieht, da die Spannungskurve langsam ansteigt. Was die Handlung so mitreißend macht, sind vor allem die teilweise recht dramatischen Wendungen, die sie annimmt und mit denen man als Leser nicht rechnet. Immer wieder sterben zum Teil auch wichtige Charaktere, an die man sich gerade gewöhnt hat, was viel zur Dramatik beiträgt. Vor allen im letzten Viertel der Geschichte sind das dann auch mal Personen, die man gerne mochte. Ich finde das gut. Selbst Royce, der sonst eigentlich immer klar über den Dingen steht und mit allen Situationen fertig zu werden scheint, muss in diesem vierten Buch ganz schön einstecken, was dem Lesefluss sehr zuträglich ist. Hinzu kommt ein ziemlich fieser Charakter, der ebenfalls an Bord der Smaragdsturm mitfährt und die Stimmung zusätzlich anheizt. Dunkle Prophezeiungen an passenden Stellen deuten an, was die Leser in den folgenden Büchern noch erwarten könnte. Das alles zusammen lässt die Geschichte immer wieder recht emotional werden und man will unbedingt wissen, wie das alles schließlich enden wird. Selbst kurz vor Schluss, wenn man denkt, alle Positionen wären klar und man hätte sämtliche Intrigen und Hinweise durchschaut, legt Michael J. Sullivan nochmal mit einer letzten Überraschung nach. Gut gemacht. Mit einem solchen Schluss kann man eigentlich nicht anders, als sofort den nächsten Band zur Hand zu nehmen.

Mein Fazit

Sterne-Bewertung zum Buch An Bord der Smaragdsturm von Michael J. Sullivan
5 von 5 Sterne „Ein tolles Buch!“

Mit dem vierten Band der Riryia-Reine hat Michael J. Sullivan für mich einen der besten und spannendsten Teile der Serie vorgelegt. Sein flüssiger Schreibstil, interessante Charaktere und zahlreiche überraschende Wendungen in der Handlung, machen An Bord der Smaragdsturm zu einem Buch, das man nur ungern zur Seite legen möchte. Mir haben das ganze Konzept und die vielen Ideen, die Sullivan stimmig zu einer abwechslungsreichen und spannenden Handlung verknüpft, sehr gut gefallen. An dieser Stelle gebe ich für das Buch gerne eine Leseempfehlung und möchte an dieser Stelle auch die gute Arbeit des Übersetzers Wolfram Ströle herausstellen, der Sullivans Stil, den ich bereits aus den englischen Büchern kenne, gut umsetzen konnte.

Jay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: