8. Juli 2020

Heldenblut (Age of Legend) von Michael J. Sullivan

Sometimes our need to believe blinds us to reality, and sometimes seeing reality blinds us to what we need to believe – THE BOOK OF BRIN

Michael J. Sullivan: Age of Legend (Heldenblut)
Buchcover von Heldenblut von Michael J. Sullivan

Nach einem jahrelangen Krieg haben die Menschen endlich die Oberhand gewonnen und die Truppen der Fhrey bis an die Grenzen ihres Reiches zurückgedrängt, jedoch nicht darüber hinaus. Es scheint, die Geschichte steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Persephone, die Königin der Menschenclans, plant den Stillstand der Kämpfe zu nutzen, um Frieden mit den Fhrey zu schließen, aber ein unerwarteter Verrat zerstört die Aussicht auf ein friedliches Ende des Krieges.
Suri begibt sich in große Gefahr und plötzlich rückt der endgültige Sieg über die Menschen für die Fhrey wieder in greifbare Nähe. Die einzige Hoffnung der Menschen liegt in einer uralten Legende von einer Hexe, einem lange vergessenen Lied und in einer einfachen Tür inmitten eines Gartens…

Titel: Heldenblut (Age of Legend) Autor: Michael J. Sullivan Verlag: Grim Oak Press (ENG), Knaur (D) Seitenzahl: 624 (480) Alter: 16+ Erste Aufl.: 1. September 2020 (9. Juli 2019) Ausgaben: E-Book, Taschenbuch (D) ISBN: 978-1944145293 (HC ENG), 978-3426520369 (TB DE) Extras: Karte und Glossar
Reihe: Zeit der Legenden #4 (Legends of the First Empire) Vorgängerband: Göttertod (Age of War) Folgeband: n.n. (Age of Death)

Über das Buch und den Autor

Der Autor von "Heldenblut": Michael J. Sullivan

Michael J. Sullivan wurde am 17. September 1961 in Detroit (Michigan, USA) geboren und gilt als erfolgreichster selbstverlegender Fantasy- und Science-Fiction Autor. In Deutschland wurde er vor allem mit seiner Ryiria-Reihe bekannt, die ab 2014 von Hobbit Presse/Klett-Cotta veröffentlich wurde. Das erste Buch heißt Der Thron von Melengar.
Mit Rebellion (Age of Myth) begann Sullivan 2016 eine neue Fantasy-Buchreihe, die insgesamt sechs Bände umfasst und den Reihentitel Zeit der Legenden (Legends of the First Empire) trägt. Age of Legend (Heldenblut) ist der vierte Band dieser Reihe. Die beiden letzten Teile heißen Age of Death und Age of Empyre und sind für Februar und Mai 2020 geplant.

Meine Meinung zu Heldenblut (Age of Legend)

Vorweg. Meine Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe des Buches Age of Legend. Die deutsche Übersetzung Heldenblut erscheint erst in der zweiten Hälfte von 2020, auch wenn das Cover der deutschen Ausgabe schon bekannt ist. Für alle Fans der Reihe, die gerne auf Deutsch lesen, kann ich jetzt schon sagen, dass es sich wieder einmal absolut lohnt auf das Buch zu warten. Sullivans Fähigkeit die Dinge zu beschreiben und seine Leserinnen und Leser zu fesseln wird euch auch bei diesem Band der Reihe nicht enttäuschen.
Das ganze Buch ist in drei größere Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt spielt zeitlich direkt im Anschluss an das Vorgängerbuch Age of War (Göttertod). Der zweite Teil macht einen Sprung über ein Jahr und der dritte Teil, der etwa drei Viertel des Buches ausmacht, spielt nochmal fünf Jahre später. Insgesamt gibt es 32 Kapitel, die jeweils mit einem Zitat aus Brins Buch eingeleitet werden. Michael J. Sullivan verändert jedoch seine Herangehensweise. Nachdem nämlich die ersten drei Bücher der Reihe in sich abgeschlossen waren, stellen die letzten drei Bücher der Reihe eigentlich eine einzige zusammenhängende Geschichte dar, d. h. die Handlung von Age of Legend (Heldenblut) endet mit einem gewaltigen Cliffhanger und wird unmittelbar in Age of Death und dann Age of Empyre fortgesetzt. Somit liest sich das Buch flüssig (auch auf Englisch) und hat eine steigende Spannungskurve, die am Ende jedoch abrupt abreißt. Zum Glück erscheint Age of Death schon in wenigen Wochen (geplant Februar 2020). Die Gründe für die Dreiteilung einer Geschichte liegt, nach eigener Aussage von Sullivan, in der Komplexität der Handlung, die sich in den letzten drei Büchern in eine komplett neue, unerwartete Richtung entwickeln wird. Man darf also mehr als gespannt sein, wie es weiter und zu Ende geht.
Vergleicht man die vier bisher erschienenen Bücher der Reihe, dann halte ich Age of Legend (Heldenblut) für etwas schwächer, als die vorherigen Bände, was wohl daran liegt, dass es ein paar Kapitel dauert bis die Geschichte so richtig in Fahrt kommt. Ich hatte den Eindruck, dass man die Handlung anfangs schon um ein paar Seiten hätte kürzen können. Für mich ging es erst nach etwa 100 Seiten mit Abschnitt 3 des Buches so richtig los, was jedoch nicht bedeutet, dass die ersten Seiten langweilig gewesen wären. Sullivan lässt sich einfach nur Zeit Situationen zu erklären und seine Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander „leben zu lassen“.

Buchcover von Age of Legend von Michael J. Sullivan
Michael J. Sullivan: Age of Legend, Hardcover, Del Rey, 2019

Zudem greift er einige Aspekte wieder auf, die in den ersten Büchern nur kurz angedeutet wurden, jetzt aber langsam ihre Wirkung entfalten. Vergangene Ereignisse nehmen nun Einfluss auf die Geschehnisse. Sehr gut gefällt mir auch, dass in diesem Buch wieder sehr viele weibliche Protagonisten im Fokus stehen. Da wäre zum einen Persephone, die Königin der Menschenclans, die ein schweres Amt bestreiten und weitreichende Entscheidungen treffen muss, zum anderen Brin, die sich als Chronistin ganz dem Schreiben ihres Buches verpflichtet hat. Suri spielt ebenfalls wieder eine tragende Rolle, nachdem sie in der bisherigen Geschichte viele Rückschläge hat erleiden müssen. Für mich ist Suri übrigens, trotz ihres jungen Alters, die stärkste weibliche Person der ganzen Reihe und eine meiner Lieblingscharaktere. Wer auch wieder eine große Rolle spielt ist die von allen wenig geliebte Tressa, die recht überraschend wieder in den Fokus der Handlung gerät und eine bedeutende Rolle spielt. Wieder zeigt sich, Sullivans Bücher leben von den starken, liebevoll ausgearbeiteten Charakteren und somit kann man die Geschichte auch dann genießen, wenn sich die Handlung gerade etwas mehr in die Länge zu ziehen scheint. Die verschiedenen Charakterbeziehungen entwickeln sich ebenfalls beständig weiter, denn man darf nicht vergessen, dass sich der Zeitraum in diesem Buch über sechs Jahre erstreckt und die Protagonisten älter und reifer werden. Aus Suri und Tesh sind inzwischen junge Erwachsene geworden und ihre Reife bestimmt natürlich auch ihre Entscheidungen und ihr Handeln. Ich will aber nicht zu viel von der Handlung vorwegnehmen. Lasst euch einfach überraschen und genießt Age of Legend (Heldenblut) so, wie ich es genossen habe.
Ach ja, noch ein paar Worte zum Cover. Mir gefällt das Design von Age of Legend wirklich saugut. Irgendwie kann ich mich daran gar nicht satt sehen. Acht Heldinnen und Helden stehen vor einer Hütte im Sumpf, in der eine wirkliche Legende lebt. Gut gelungen ist zwar auch das deutsche Cover, aber das englische hat es mir angetan. Der Künstler ist übrigens Marc Simonetti, der auch für  andere bedeutende Autoren Cover entwirft. Wer sich dafür interessiert, hier ein Link zu seiner Homepage oder einfach mal den Namen googeln. Er zeichnet atemberaubend schöne Fantasybilder.

Mein Fazit

Sterne-Bewertung
4.5 von 5 Sternen
„Gut und ansprechend geschrieben.“

Insgesamt hat mir Heldenblut (Age of Legend) sehr gut gefallen. Wenn es auch ein wenig schwächer war, als die vorhergehenden drei Bände, konnte der Autor doch das hohe Niveau halten und macht die Reihe für mich zu einer der besten, die ich bisher gelesen habe. Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend und besticht durch eine Vielzahl vielschichtiger Charaktere, die man schnell ins Herz schließt. Auch mit diesem vierten Buch der Reihe kann man nicht viel falsch machen. Leseempfehlung!

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Die Sprache ist für Fortgeschrittene Leser gut verständlich. Ein Wörterbuch kann hin und wieder helfen. Insgesamt sollte man aber gut mit Sullivans Schreibstil zurechtkommen.

Jay

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