4. April 2020

Das Fest von Aquesta von Michael J. Sullivan

Michael J. Sullivan: Das Fest von Aquesta, Broschierte Ausgabe, Hobbit Presse/Klett Cotta, 11. Dezember 2017

Der Erbe – in den Händen des Feindes. Die Hochzeit – eine tödliche Falle. Der Gegner – ein alter Bekannter. Beim Winterfest will das Neue Imperium seine ganze Macht und Grausamkeit zeigen, doch Hadrian und Royce haben vor, diese Pläne zu durchkreuzen. Mit den Feierlichkeiten will Saldur, der Regent des Neuen Imperiums, das Schicksal seiner Widersacher endgültig besiegeln: Arista, die Hexe von Melengar, und Degan Gaunt, der Erbe Novrons, sollen öffentlich hingerichtet werden. Um Arista und Gaunt zu retten, muss Hadrian am großen Turnier von Aquesta teilnehmen und einen Ritter töten. Royce hingegen jagt Merrick Marius, seinen größten Feind – und ältesten Freund. Gleichzeitig steht die Hochzeit der Imperatorin Modina an, der Höhepunkt der Feierlichkeiten, auf den schon bald ein tödlicher Unfall folgen wird … (Das Fest von Aquesta)

Titel: Das Fest von Aquesta (Wintertide) Autor: Michael J. Sullivan Verlag: Hobbit Presse/Klett-Cotta Reihe: Riyria, #5 Seitenzahl: 379 (334) Genre: Fantasy Alter: 13+ Erste Aufl.: 11. Dezember 2017 (September 2010) Ausgaben: Taschenbuch, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3608960167 (TB) Vorgängerband: An Bord der Smaragdsturm (The Emerald Storm) Folgeband: Die verborgene Stadt Percepliquis (Percepliquis)

Über den Autor von Das Fest von Aquesta

Michael J. Sullivan, Autor von Das Fest von Aquesta

Michael J. Sullivan wurde am 17. September 1961 in Detroit (Michigan, USA) geboren und gilt als erfolgreichster selbstverlegender Fantasy- und Science-Fiction-Autor. In Deutschland wurde er vor allem mit seiner Ryiria-Reihe bekannt, die ab 2014 von Hobbit Presse/Klett-Cotta veröffentlicht wurde. Das erste Buch heißt Der Thron von Melengar.
Mit Rebellion (Age of Myth) begann Sullivan 2016 eine neue Fantasy-Buchreihe, die insgesamt sechs Bände umfasst und den Reihentitel Zeit der Legenden (Legends of the First Empire) trägt.
Michael J. Sullivan arbeitet als Vollzeitautor, was ihm unglaublich Freude bereitet, und lebt mit seiner Frau und den drei Kindern in Fairfax in der Nähe von Washington, D. C.

Meine Meinung zu Das Fest von Aquesta

Es reißt nicht ab. Ich lese ein Buch von Michael J. Sullivan nach dem anderen und immer wieder bin ich gefesselt vom Schreibstil des Autors, seinen Ideen und seinen interessanten Charakteren, die immer wieder aufs neue überraschen. Schon der letzte Band, An Bord der Smaragdsturm, hat mir gut gefallen und ich war gespannt, wie die Geschichte weitergeht.
Der Hauptteil der Handlung dieses Romans spielt, wie schon der Titel aussagt, in Aquesta, der Hauptstadt des Neuen Imperiums. Das Winterfest steht an, ein großartiges Spektakel mit Turnierkämpfen, an dem die Imperatorin Modina heiraten soll. Modina, die von den Regenten nur als Marionette benutzt wird, um das Volk stillzuhalten, spielt deshalb eine zentrale Rolle im Buch. Doch auch Arista, die in geheimer Mission in Aquesta unterwegs ist, sowie natürlich Royce und Hadrian nehmen einen großen Teil der Handlung ein.

Wintertide
Michael J. Sullivan: Wintertide

Im Buch kommen vergleichsweise wenige Kämpfe vor, umso mehr nehmen Intrigen und Verschwörungen einen großen Stellenwert ein, wodurch die Handlung etwas mehr in die politische Richtung tendiert. Die Pläne der machtgierigen „Regenten“ des Neuen Imperiums, Saldur und Ethelred, müssen durchkreuzt werden, was sich nicht als einfach herausstellt. Immer wieder scheint die Lage der Protagonisten aussichtslos zu sein und Verrat droht an vielen Ecken, wo man als Leser am wenigsten damit rechnet. Dass sich nicht alle Pläne so entwickeln, wie sie gewollt waren, liegt insbesondere an den ritterlichen Tugenden, die im Buch eine Rolle spielen und die dafür sorgen, dass Hadrian sein eigenes Handeln hinterfragt und mit sich selbst vehement in Widerstreit gerät. Mir hat das gut gefallen, da in diesen Passagen der Handlung Charaktereigenschaften deutlich zum Vorschein kommt und auch emotional etwas geboten wird. Es kann nämlich durchaus am Image und der Glaubwürdigkeit eines Protagonisten wie Hadrian kratzen, würde er sich auf einen heimtückischen Mord einlassen, nur um seine eigene Haut zu retten. Kann er es mit dem eigenen Gewissen vereinbaren, einen Unschuldigen zu töten, um andere Unschuldige und sich selbst zu retten? Eine andere Hauptperson hat hier (mit gehörigem Druck durch Saldur) etwas weniger Skrupel eine Unschuldige zu opfern, was ich recht interessant fand. In diesen Fragen von Ethik und Moral zeigt sich Sullivans Können als Autor, wenn seine Charaktere im Zwiespalt liegen und man als Leser natürlich wissen möchte, wie die ganze Sache letztendlich ausgeht.

Michael J. Sullivans Schreibstil ist fesselnd, mit einer Portion Humor und auch in diesem Buch immer wieder sehr emotional. Man fiebert nicht nur mit den Hauptpersonen, sondern auch mit den Nebencharakteren der Geschichte. Da wäre zum Beispiel der Straßenjunge Mince, der sich mit seinen Freunden mehr schlecht als recht durchschlägt und der für die Handlung eine kleine, wenn auch nicht ganz unwichtige Rolle spielt. Mir gefällt das immer wieder gut, wenn in den einzelnen Handlungsstränge nicht nur die Hauptpersonen im Mittelpunkt haben, sondern auch scheinbare Nebencharaktere eine Rolle spielen und dann hoffentlich nicht irgendwann der Dramatik wegen geopfert werden, was leider immer wieder geschieht. Durch die Augen von Mince sieht man Aquesta und die Geschehnisse von einem ganz anderen Blickwinkel. Während der Adel opulente Feste feiert, müssen Mince und seine Freunde sich mit Diebstählen über Wasser halten, um nicht zu verhungern. Auch fallen die Schwachen nicht selten Krankheiten zum Opfer. Das Sullivan auch diesen Aspekten in seinen Geschichten Raum gibt, spricht für die Lebendigkeit seiner Welt, in der nicht alles immer friedlich und gut ist. Mir hat der kleine Handlungsstrang um Mince und seine Gefährten gut gefallen.

Emotional ist einiges geboten. Insbesondere zum Schluss hin wird es ziemlich dramatisch, wenn wichtige Charaktere sterben. Ich sage nicht wer und wie und wo. Nur, dass Sullivan eine gute Balance zwischen Dramatik und Glaubwürdigkeit gefunden hat. Auch spielen die Prophezeiungen aus den Büchern zuvor eine Rolle und lassen die Leserinnen und Leser gespannt auf den finalen Band der Reihe blicken… Die verborgene Stadt Percepliquis.

Mein Fazit

Sterne-Bewertung, Das Fest von Aquesta
4.5 von 5 Sternen „Gut und ansprechend geschrieben.“

Das Fest von Aquesta ist der gut geschriebene vorletzte Band der Riyria-Reihe und besticht mit einer guten Portion politischer Intrigen, aber auch mit Charakteren, die oft mit sich selbst im Widerstreit sind und den Leser spannend auf deren Entwicklung blicken lassen. Der Spannungsbogen ist gut gezogen und reicht bis zu einem dramatischen Ende auf den letzten paar Seiten des Romans. Damit bereitet Michael J. Sullivan den Boden für ein würdiges Ende im nun folgenden sechsten und letzten Band der Reihe. Ich freue mich schon darauf.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Das Sprachniveau ist für fortgeschrittene Leser angemessen und gut verständlich. Hin und wieder könnte ein Wörterbuch von Nutzen sein, was jedoch wenig Einfluss auf das Textverständnis nimmt.

Jay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: