20. Oktober 2021

Vanitas – Rot wie Feuer von Ursula Poznanski

Ursula Poznanski: Vanitas - Rot wie Feuer, Knaur Verlag, 2021.

Ihre Verfolger haben sie in Wien aufgespürt. Die österreichische Polizei sucht sie in Zusammenhang mit einem Mordfall. Völlig auf sich allein gestellt tritt Blumenhändlerin Carolin die Flucht nach vorne an: Sie fährt nach Frankfurt, in die Hochburg ihrer Feinde, in die Höhle des Löwen. Für sie die gefährlichste Stadt der Welt, aber auch die, in der man sie zuletzt vermuten würde. Und gleichzeitig der einzige Ort, an dem sie die Chance sieht, ihrem Alptraum ein Ende zu setzen.
Ausgerüstet mit ihrem Wissen über den russischen Karpin-Clan, über Schwächen, Gewohnheiten und alte Feindschaften ihrer Gegner, beginnt Carolin, Fallen zu stellen und ein Netz aus Intrigen zu weben.

Schon bald zieht sie eine blutige Spur durch Frankfurt – nur leider scheint es, als wäre ihre Rückkehr doch nicht unentdeckt geblieben … (Klappentext)

Titel: Vanitas – Rot wie Feuer Autorin: Ursula Poznanski Verlag: Knaur Reihe: Vanitas, #3 Seitenzahl: 400 Genre: Thriller Alter: 18+ Erste Aufl.: 01. April 2021 Ausgaben: Broschiert, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3426226889 (BR) Vorgängerband: Vanitas – Grau wie Asche Sonstiges:

Über die Autorin von Vanitas – Rot wie Feuer

Ursula Poznanski, am 30. Oktober 1968 in Wien geboren, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medienjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt.

Ihre Bücher, wie ihre Thriller-Reihe Vanitas, sind regelmäßig auf den oberen Plätzen der Bestsellerlisten zu finden und werden in den Feuilletons namhafter Zeitungen und auf den Kulturseiten im Netz besprochen. Inzwischen ist Ursula Poznanski eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen im deutschsprachigen Raum und schreibt spannende Thriller für jugendliche Leserinnen und Leser. Sie schreibt und lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.

Meine Meinung zu Vanitas – Rot wie Feuer

Nach den ersten beiden Vanitas-Thrillern ist nun endlich auch der dritte und letzte Band der Trilogie erhältlich und ich war schon in das wunderschöne Cover verliebt, bevor ich das Buch auch nur einmal aufgeschlagen habe. Leider kommt es auf den Bild oben gar nicht so gut rüber, wie es in Wirklichkeit ist – ein echter Hingucker in jedem Bücherregal, wie ich finde. Wichtiger als das Cover ist jedoch der Inhalt und dazu will ich Euch gerne meine Meinung schreiben.

Ein durchaus würdiger Abschluss der Handlung

Waren schon manche Passagen in den ersten beiden Büchern nicht immer was für schwache Gemüter, so setzt Ursula Poznanski im letzten Band nochmal eine gute Schippe drauf. Nicht gruselig, aber spannend und bisweilen auch recht blutig, so wie ich es auch erwartet hatte. Alles andere wäre im Zusammenhang mit der russischen Mafia auch recht unglaubwürdig, denn die Hauptperson Carolin legt sich mit einigen wirklich üblen Familienclans an, die keinerlei Risiko eingehen und zur Sicherheit lieber mal eine Person mehr verschwinden lassen, bevor sie sich das Geschäft kaputt machen lassen. Ich fand, dass die Autorin einen guten und vor allem auch einen glaubhaften Einblick in die „Arbeit“ der Clans gewähren konnte. Deren Gegner sind dabei nicht zwingend immer die Polizei, sondern natürlich auch konkurrierende Familienclans anderer Nationalitäten, die versuchen einen Teil des Frankfurter Drogenmarktes zu beherrschen. Enge Familienbande und auch ein tief verwurzelter Nationalstolz haben ebenfalls einen großen Einfluss, wenn es darum geht blutige Rache an den unerwünschten Konkurrenten zu üben. Ursula Poznanski hat hier viele Perspektiven einfließen lassen und somit einen nahezu perfekten Rahmen für ihr drittes Buch der Reihe geschaffen. Mittendrin: die Protagonistin Carolin, die trotz ihrer großen Angst nun selbst zum Gegenschlag ausholt. Besser hätte man es fast nicht schreiben können.

Carolins gefährliche Flucht nach vorne

Über Jahre hinweg hat sich Carolin auf dem Wiener Zentralfriedhof vor den Schatten ihrer Vergangenheit versteckt. Ihr Ausstieg aus einem gefürchteten Clan der russischen Mafia gelang nur, indem sie ihren Tod vortäuschte und untertauchte. Doch die Gefahr der Entdeckung pendelte immer wie ein Damoklesschwert über ihr, den der Karpin-Clan hat seine Augen überall und Verräter(innen) haben ihr Leben verwirkt. Nachdem plötzlich Carolins Kontaktperson beim BKA nicht mehr erreichbar ist und sie selbst des Mordes verdächtigt wird, sucht sie ihr Heil in der Flucht nach vorne, denn nur wenn sie die Bedrohung selbst beseitigt, kann sie offenbar dauerhaft Frieden finden.

Ich fand es cool, wie Carolin versucht ihre Angst zu überwinden und gegen den gefürchteten Karpin-Clan vorgeht. Sie weiß aus eigener bitterer Erfahrung, es wird ein grauenvoller Tod werden, sollte man sie dabei erwischen und Ursula Poznanski macht dies mehr als einmal ziemlich deutlich, indem sie ihre Leser an Carolins schrecklichen Erlebnissen während ihrer vergangenen Zeit im Karpin-Clan teilhaben lässt und dabei auch nicht mit bildhaften Beschreibungen spart. Carolin war bei vielen grausamen Exekutionen mit dabei, die im Buch auch halbwegs beschrieben werden – keine schöne Vorstellung und auch nichts für schwache Gemüter, obwohl Ursula Poznanski dabei vieles der Vorstellungskraft ihrer Leserinnen und Leser überlässt.
Carolin entwickelt sich in diesem letzten Band der Reihe ein ganzes Stück weiter. Während sie in den letzten Büchern jede Annäherung an den Clan vermieden hat und auch nicht das geringste Risiko einging, tritt sie nun ihren Gegnern in deren eigene Revier entgegen, um den Clan zu bekämpfen. Zwar tut sie das immer noch mit der Taktik „nur nicht auffallen und immer in Deckung bleiben“, aber sie muss dennoch immer wieder großen Mut aufbringen, um ihre Aktionen vorzubereiten. Carolin hat einen festen Plan und die sie geht sehr überlegt vor, ohne dabei die ständig drohenden Gefahren aus den Augen zu verlieren. Insbesondere die Begegnungen mit den grausamen Clanmitgliedern Boris und Pascha sind echte Spannungshighlights im Buch und eine große psychische Herausforderung für Carolin, die ihre tief verwurzelten Ängste überwinden muss. Doch wie kann es eine einzelne Frau glaubhaft mit einem skrupellosen Mafia-Clan aufnehmen und dabei am Ende als Siegerin hervorgehen? Ich verrate hier nicht mehr dazu. Lest selbst und lasst euch überraschen.

Ein etwas unerwarteter Schluss

Für den Schluss hält Ursula Poznanski noch die eine oder andere Überraschung bereit und gerade weil er nicht in allen Aspekten positiv ist, hat er mir recht gut gefallen und bleibt vor allem glaubhaft. Ich finde, die Autorin hat das gut gelöst. Am Ende bleibt ein positiver Blick in die Zukunft bestehen. Ob die Geschichte jedoch für Carolin gut ausgeht, will ich hier natürlich nicht verraten.

Mein Fazit zu Vanitas – Rot wie Feuer

4.5 von 5 Sternen „Spannend, blutig, aufwühlend.“

Mir hat auch dieser letzte Band der Vanitas-Trilogie sehr gut gefallen. Nachdem ich den zweiten Teil als ein gutes Stück schwächer empfunden hatte, als den ersten, konnte Ursula Poznanski mit Vanitas – Rot wie Feuer erneut einen wirklich fesselnden Thriller abliefern, in dem man auf nahezu jeder Seite mitfiebert, wie Carolins waghalsiges Unternehmen wohl ausgehen wird. Manche Abschnitte sind etwas blutiger geraten, aber das muss wohl auch so sein, wenn es um Clans geht, die ihre eigenen Gesetze machen. Insgesamt hält sich die Gewalt aber noch in Grenzen un dbleibt im Rahmen des Erträglichen.

Ich hätte vor einem Jahr fast wetten können, dass der Titel von Band 3 „Vanitas – Rot wie Blut“ lauten wird… Das hätte wohl noch ein wenig besser zur Handlung gepasst. Unbedingt lesen, meine Freunde!

Mein herzlicher Dank geht an den Knaur Verlag für das freundlicherweise zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Jay

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