2. April 2020

Vanitas – Grau wie Asche von Ursula Poznanski

Vanitas - Grau wie Asche

Carolin ist zurück zur Arbeit auf dem Wiener Zentralfriedhof, doch immer noch hütet sie sich vor den Schatten ihrer Vergangenheit und versteckt sich als Blumenhändlerin vor der russischen Mafia. Ihr Leben scheint einigermaßen sicher, bis zu dem Zeitpunkt wo in verschiedenen Nächten Gräber auf dem Friedhof geöffnet, Leichenteile entnommen und Grabsteine mit Symbolen beschmiert werden. Treiben etwa Satanisten auf dem Friedhof ihr Unwesen? Was Carolin ganz und gar nicht gebrauchen kann, ist die Aufmerksamkeit der Presse und der Polizei für die nächtlichen Vorfälle. Als plötzlich eine frische Leiche auf einem der Gräber liegt, ihr Kontaktmann und Beschützer beim BKA auf ihre Nachrichten nicht mehr antwortet und sich wiederholt Fremde für sie zu interessieren scheinen, entschließt sie sich heimlich auf eigene Faust zu ermitteln und die Rätsel zu lösen. Doch wie es scheint, zieht sich die Schlinge der Mafia immer fester um ihren Hals zusammen… (Vanitas – Grau wie Asche)

Titel: Vanitas – Grau wie Asche Autor: Ursula Poznanski Verlag: Knaur Reihe: Vanitas, #2 Seitenzahl: 400 Genre: Thriller Alter: 16+ Erste Aufl.: 02. März 2020 Ausgaben: Taschenbuch, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3426226872 (TB) Vorgängerband: Vanitas – Schwarz wie Erde

Ursula Poznanski, Autorin von Vanitas – Grau wie Asche

Ursula Poznanski, Autorin von Vanitas - Grau wie Asche, auf der Leipziger Buchmesse 2019

Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medienjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen im deutschsprachigen Raum und schreibt zudem Thriller-Bestseller für Erwachsene. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. (Quelle: Klappentext Elanus, Loewe Verlag)

Meine Meinung zu Vanitas – Grau wie Asche

Vorweg, ich mag die Bücher von Ursula Poznanski, insbesondere die Jugendbücher sind sehr lesenswert. Aber auch die Thriller, die die Autorin für Erwachsene schreibt, sorgen für spannende und kurzweilige Unterhaltung, wie man sie sich nur wünschen kann.
Recht gut ist auch Poznanskis neue Vanitas-Thriller-Reihe um die Blumenhändlerin Carolin, die sich als ehemalige V-Frau der Polizei auf dem Wiener Zentralfriedhof vor der russischen Mafia verstecken muss und nebenbei, quasi zum Eigenschutz, Kriminalfälle löst. Schon das erste Buch, Vanitas – Schwarz wie Erde, konnte mich begeistern und ich wollte wissen, wie es in der Fortsetzung mit Carolin weitergeht. Jetzt ist sie da, ich habe sie gelesen und hier sind meine Eindrücke.

Vanitas - Schwarz wie Erde ist der Vorgängerband von Vanitas - Grau wie Asche
Ursula Poznanski: Vanitas – Schwarz wie Erde, Broschierte Ausgabe, Knaur Verlag, 2019

Carolin ist zurück an ihrem Arbeitsplatz in der Blumenhandlung am Wiener Zentralfriedhof und alles scheint soweit in bester Ordnung, solange die Mafia nicht weiß, wo sie sich befindet. Doch schon zu Beginn des ersten Kapitels geht es los und die Geschichte nimmt so langsam Fahrt auf. Immer mehr nächtliche Grabschändungen interessieren die Presse und die Polizei und Carolin gerät immer mehr in Gefahr in den Fokus zu geraten, was ihr gar nicht passt. Wildfremde Menschen scheinen sich auch für sie zu interessieren und so langsam baut sich eine Atmosphäre auf, in der sie sich ständig beobachtet fühlt und auch der die Leser zu rätseln beginnen, was denn nun wie zusammenhängt und welche Rolle bestimmte Charaktere in der Geschichte spielen. Erst im letzten Viertel des Buches werden schließlich die Zusammenhänge klar beziehungsweise die Hintergründe für die Vorfälle deutlich. Gut war die steigende Spannungskurve und auch Carolins verzweifelte Aktion gegen einen ihrer mutmaßlichen Verfolger. Nicht so gut fand ich allerdings, dass man als Leser quasi bis zur Auflösung hin eigentlich keine Chance hatte die Hintergründe und Zusammenhänge zu erraten. Zwar konnte man über den Sinn der Grabschändungen Vermutungen anstellen, die wahren Hintergründe bleiben den Lesern aber bis zuletzt verborgen. Irgendwie hätte ich mir da im Vorfeld schon mehr Hinweise darauf gewünscht, um dem Rätselraten durch den Leser noch etwas mehr Stoff zu geben. Das wäre vielleicht durch mehrere kurze Rückblenden in die Vergangenheit der Toten und der Grabschänder möglich gewesen.

Das Carolin sich schließlich einem ihrer mutmaßlichen Verfolger annimmt, erhöhte die Spannung beträchtlich, wollte man doch wissen, ob Carolins Verdacht bestätigt wird oder auch nicht. Dieser zusätzliche Handlungsstrang war wichtig, denn er war bisweilen sehr emotional und man erfährt noch mehr schreckliche Hintergründe aus Carolins Zeit in der Mafia. Das trägt dazu bei ihr Handeln und ihre Angst zu verstehen, was sehr gut war und ihre Verzweiflung noch weiter befeuerte.
Die Charaktere fand ich gut beschrieben und auch glaubwürdig, wenn auch, abgesehen von Carolin, ziemlich unspektakulär. Das liegt aber vor allem daran, dass die Geschichte hauptsächlich aus der Ich-Perspektive von Carolin geschrieben ist, von sehr wenigen kurzen Perspektivenwechseln abgesehen. Dafür stehen Carolins Gefühle, Taten und Beobachtungen im Zentrum der Handlung, was aufgrund ihrer Ungewissheit und Angst vor Entdeckung sehr zur Spannung beiträgt.
Der Schluss war gut, allerdings fehlte mir so ein bisschen die Überraschung. Etwas Unerwartetes, das mich für einen kurzen Moment den Atem anhalten lässt. Eine plötzliche Wendung, die mich als Leser kalt erwischt und die auch noch in den nächsten Teil der Reihe hineinwirkt. Andeutungen über den Schauplatz des dritten Teils finden sich aber, weshalb ich mich schon jetzt auf den nächsten Band freue.

Mein Fazit

4 von 5 Sternen „Ein solider Thriller, der Lust auf mehr macht.“

Vanitas – Grau wie Asche ist eine gelungene, spannende und kurzweilige Fortsetzung der Reihe. Mitunter hätte ich mir jedoch ein paar mehr Überraschungen und Wendungen gewünscht und mehr Hinweise auf die eigentlichen Hintergründe der Grabschändungen zum eigenen Rätseln beim Lesen. Ursula Poznanskis Schreibstil ist wie immer flüssig und es waren für mich kaum Längen dabei. Die Charaktere waren gut beschrieben und insbesondere der Blick in Carolins Gefühlswelt trug einen gehörigen Teil zur Spannung bei. Der Schluss war gut, wenn auch für mich wenig spektakulär. Insgesamt ist Vanitas – Grau wie Asche ein solider Thriller, der zwar in meinen Augen nicht ganz so gut war wie sein Vorgänger, aber dennoch eine Leseempfehlung verdient hat.

An dieser Stelle möchte ich mich wieder recht herzlich beim Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Jay

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