25. September 2021

Lesen in der Fremdsprache und die Vorteile

Lesen in der Fremdsprache

Leider war es Antonia vom Blog Lauter & Leise aus zeitlichen Gründen heute nicht möglich für diese Woche eine Montagsfrage zu stellen. Das ist verständlich und auch völlig in Ordnung, denn nicht immer findet man die Zeit sich mit dem Blog zu beschäftigen, wenn wichtigere Dinge anstehen. Bloggen ist und bleibt schließlich für die meisten von uns ein Hobby.

Da ich über die vergangenen Wintermonate selbst nicht bloggen konnte, weil mir einfach die nötige Zeit für regelmäßige Beiträge fehlte, nehme ich mir deshalb gerne eine der älteren Montagsfragen vor, die ich bisher noch nicht beantwortet habe. Hier also für Euch (wenn auch verspätet) die Montagsfrage vom 01. März 2021, wie sie in Antonias Blog gestellt wurde.

Wie hoch ist euer Leseanteil in einer Fremdsprache
und warum lest ihr nicht die Übersetzung?

Wer mein Blog schon etwas länger verfolgt hat inzwischen vielleicht mitbekommen, dass ich sehr gerne englische Bücher lese. Warum das Lesen in der Fremdsprache für mich viele Vorteile hat, möchte ich Euch hier erläutern.

  • Zum einen bin ich seit vielen Jahren Englischlehrer und ich liebe die englische Sprache. Für mich sind englische Bücher daher ein probates Mittel meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich schule dabei nicht nur mein Textverständnis, ich lerne auch ganz nebenbei neue Vokabeln und Phrasen kennen. Inzwischen lese ich englische Bücher genauso schnell, wie deutsche Ausgaben und es macht mir großen Spaß. Englisch lesen ist cool!
Lesen in der Fremdsprache.
Messenger's Legacy von Peter V. Brett
Peter V. Brett: Messenger’s Legacy Limited Edition Cover Subterranean Press (2014)
  • Vor allem mag ich englische Originaltexte, weil sie durch keine Übersetzung verfälscht wurden und es die ursprünglichen Worte des Autors sind. Gute Übersetzerinnen und Übersetzer schaffen es die Stimmung eines Textes so nahe am Original wie möglich ins Deutsche zu transferieren. In diesem Zusammenhang musste ich jedoch auch hin und wieder festgestellt, dass immer wieder Nuancen verloren gehen und nicht alles zu 100 Prozent in die Zielsprache übersetzt worden ist. Ich finde das schade. Aus Interesse vergleiche ich manchmal den Originaltext mit der Übersetzung, einfach, weil ich wissen möchte, was der Übersetzer daraus gemacht hat.
    Manche Wortspielereien kommen in der Originalsprache oftmals besser rüber, als in der Übersetzung. Das ist leider so. Es ist jetzt kein Vorwurf an die Übersetzer, denn immer den richtigen Ton zu treffen, wie ihn der Autor wollte, ist wahrlich eine Kunst. Zudem habe ich leider die Erfahrung machen müssen, dass hin und wieder auch englische Namen stur ins Deutsche übersetzt wurden und dadurch viel von dem Flair des Namens verloren geht. Man kann zum Beispiel nicht Arlen Bales mit Arlen Strohballen übersetzen oder Harry Potter mit Harald Töpfer (mein liebstes Beispiel zur Verdeutlichung, das es zum Glück nicht in dieser Form gibt). OK, kann man schon, aber dann klingt es halt Sch****. In meinen Augen kommt so eine schlechte (wörtliche) Übersetzung eines Namens einer Vergewaltigung des Charakters gleich. Bis heute kann ich deshalb Peter V. Bretts spannende Dämonen-Reihe nicht auf Deutsch lesen, weil ich jedes Mal in die Auslegeware beißen muss, wenn ich von Arlen Strohballen lese, dem gefährlichsten Dämonenjäger in der Nacht. Peter V. Brett, mit dem ich vor einigen Jahren auf der Buchmesse in Leipzig darüber sprechen konnte, teilt übrigens meine Auffassung. Aber woher soll er auch wissen, was da wörtlich übersetzt wurde, schließlich kann er kein Deutsch.
  • Ich lese gerne Bücher englischer Autoren, weil es die oft schon Monate vor der deutschen Übersetzung gibt und ich einfach nicht warten möchte, bis sie auf Deutsch erscheinen. Vor einigen Jahren konnte man sich schon wundern, warum Schüler und Erwachsene im Schulbus plötzlich dicke englische Bücher lasen, obwohl sie das eigentlich sonst nicht tun. Der Grund war klar: Keiner wollte wochenlang warten, bis der neueste Band der Harry-Potter-Reihe endlich übersetzt war. Zu groß war die Neugier auf die Fortsetzung der Geschichte. Mir geht es ebenso. Ich will das Buch am besten dann lesen, wenn es auf den Markt kommt. Es ist zudem schon öfter passiert, dass ein deutscher Verlag mitten in der Reihe die Bände nicht mehr übersetzt hat, weil die Verkaufszahlen nicht den Erwartungen entsprachen. Dann bleibt einem eigentlich nur die Möglichkeit, die Reihe auf Englisch fertig zu lesen. Manche gute Fantasy-Buchreihe, die im Ausland gelobt wird, erscheint erst gar nicht auf Deutsch. Wenn ich sie lesen möchte, bleibt mir vorerst nur das Original.

Wie hoch ist nun mein Anteil beim Lesen in der Fremdsprache?
Nun, ich würde sagen etwa 50 % meiner Bücher lese ich im Original. Meistens sind das Neuerscheinungen, von denen es die Übersetzung (noch) nicht gibt.

Einige Tipps zum Lesen von Büchern in der Fremdsprache findet Ihr in meinem Beitrag Sprachniveau englischer Bücher.

Wie ist das bei Euch? Lest Ihr Bücher in einer Fremdsprache und was bewegt Euch dazu? Ich freue mich wie immer über Eure Kommentare.

Jay

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