3. Dezember 2020

Der Unsterbliche (Perry Rhodan) – Silberband 3

Perry Rhodan, Silberband 3 (Der Unsterbliche)

Mit aller Kraft stehen Perry Rhodan und seine Gefährten den Bewohnern des Wega-Systems bei, die rund 27 Lichtjahre von der Erde entfernt leben und von den echsenhaften Topsidern angegriffen werden. Immer wieder stoßen sie auf ein geheimnisvolles „galaktisches Rätsel“ und auf Berichte über uralte Wesen, „die länger als die Sonne leben“. Die Spur führt angeblich zum mysteriösen Planeten des ewigen Lebens.

Der Weg dorthin ist aber mit tödlichen Gefahren gepflastert, die zu überwinden den ganzen Mut und alle Intelligenz der irdischen Raumfahrer in Anspruch nimmt. Die Reise mit der STARDUST II geht unter anderem in ferne Vergangenheit, auf eine Welt mit energiesaugenden Wesen und auf den Planeten Tramp – dort schmuggelt sich ein kleiner, frecher Mausbiber namens Gucky an Bord des terranischen Raumschiffes.

Zuletzt erreichen Rhodan und seine Begleiter die seltsame Welt Wanderer, die sich als Heimat eines Unsterblichen erweist. Perry Rhodan wird mit einer unheimlichen Existenzform konfrontiert und muss Gefahren überstehen, die Zeit und Raum umspannen …

Die Heftromane des Silberbands Der Unsterbliche

In diesem Silberband sind die folgenden Romane der Heftserie enthalten:

  • Heft 12: Das Geheimnis der Zeitgruft von Clark Darlton, 24. November 1961
  • Heft 13: Die Festung der sechs Monde von K. H. Scheer, 01. Dezember 1961
  • Heft 14: Das galaktische Rätsel von Clark Darlton, 8. Dezember 1961
  • Heft 15: Die Spur durch Zeit und Raum von Clark Darlton, 15. Dezember 1961
  • Heft 16: Die Geister von Gol von Kurt Mahr, 22. Dezember 1961
  • Heft 17: Planet der sterbenden Sonne von Kurt Mahr, 29. Dezember 1961
  • Heft 18: Die Rebellen von Tuglan von Clark Darlton, 05. Januar 1962
  • Heft 19: Der Unsterbliche von K. H. Scheer, 12. Januar 1962

Clark Darlton ist das Pseudonym des Autors Walter Ernsting.
Kurt Mahr ist das Pseudonym des Autors Klaus Otto Mahn.

Meine Gedanken zum Buch Der Unsterbliche

Perry Rhodan Romanheft Nr. 19 (Der Unsterbliche)
(c) Pabel-Moewig-Verlag KG, Rastatt

Den Heftnummern 12 bis 19 kommt für die ganze Reihe eine wichtige Bedeutung zu. Die Geschichte der Menschheit in der Zukunft umfasst sicherlich nicht nur die ersten 100 Jahre nach der Mondlandung Perry Rhodans. Um daher eine wirklich epische Geschichte der Menschheit schreiben zu können, die über mehrere hundert oder gar tausende Jahre reichen soll, müssen entweder die Hauptpersonen der Reihe immer wieder wechseln, weil sie mit der Zeit altern und versterben und neue Personen ihren Platz einnehmen. Oder aber, die wichtigsten Protagonisten erhalten die Möglichkeit ihr Leben weit über die normale Lebensspanne eines Menschen zu verlängern.

Ich versuche im Folgenden nicht zu viel Inhalt des Buches preiszugeben und Spoiler zu vermeiden, damit möglichst viele von euch aus meinem Beitrag etwas mitnehmen können. Alle, die Der Unsterbliche bereits gelesen haben und auch alle, die es vielleicht noch tun möchten.

Die relative Unsterblichkeit ist ein wichtiger Grundstein der Serie

Perry Rhodan, Bully und viele andere müssen quasi ewig leben, damit sie persönlich die Menschheit in eine glorreiche Zukunft führen können. Ein probates Mittel dafür ist die „relative Unsterblichkeit“, was bedeutet, sie können nicht an Altersschwäche oder Krankheiten sterben, da sie keinem natürlichen Alterungsprozess unterworfen sind. Die Achillesferse an der ganzen Sache: ein gewaltsamer Tod ist dennoch möglich. Perry, Bully und später auch viele weitere relativ unsterbliche Charaktere, sind (zum Glück) keine kugelsicheren Stehaufmännchen, denen nichts und niemand etwas anhaben kann. Das unterscheidet sie von den Göttern, die für gewöhnlich auch schwer zu töten sind.
Die Autoren Clark Darlton, K. H. Scheer und Kurt Mahr haben sich viele gute Gedanken gemacht, die relative Unsterblichkeit einigermaßen glaubwürdig in die Serie einzuführen, indem sie Perry und seine Gefährten auf die Suche nach dem Planeten des ewigen Lebens schicken, wunderbar verpackt in ein kleine kosmische Odyssee mit vielen gefährlichen Hürden und Rätseln, die es zu lösen gilt.

(c) Pabel-Moewig Verlag, Rastatt
PR-Heft 1500
(c) Pabel-Moewig Verlag, Rastatt

Auch viele Romanhefte später spielt die Unsterblichkeit immer wieder eine Rolle im Perryversum. Nicht nur, dass sich die Methode der biologischen Zellerneuerung (sie ist die Voraussetzung für die relative Unsterblichkeit) immer wieder ändert, sie ist auch immer wieder ein Grund für Konflikte und größere Krisen.

Wer relativ unsterblich ist, hängt vermutlich noch wesentlich mehr an seinem Leben, als wir „Normalsterblichen“, deren Zeit sowieso von vorneherein begrenzt ist. Wir alle wissen, dass wir irgendwann sterben müssen und haben unser Ende mehr oder weniger im Blick. Jemand der ewig leben kann, wird sich vermutlich schwerer tun, den eigenen Tod zu akzeptieren. Das ist jetzt meine persönliche Vermutung. Aber wer will eigentlich schon ewig leben?

Die Möglichkeiten ewig zu leben hat die Menschen schon immer fasziniert

Der Jungbrunnen, Gemälde von Lucas Cranach d. Älteren, 1546

In vielen Sagen und Legenden spielt die Unsterblichkeit eine Rolle. Schon im Mittelalter machten sich Alchemisten auf die Suche nach dem Stein der Weisen, um damit unedle Metalle in Gold oder Silber verwandeln zu können. Dem Stein wurde weiterhin zugeschrieben, man könne daraus eine Medizin herstellen, die heilend, stärkend und verjüngend auf den menschlichen Körper wirken soll. Sicher war dies auch Voldemorts Interesse am Stein der Weisen im ersten Buch der Harry-Potter-Reihe. Die Idee vom Jungbrunnen, eine Quelle lebensverlängernden Wassers, schlägt in eine ähnliche Kerbe. Wer in dem Wasser des Jungbrunnens badet oder davon trinkt, darf sich eines langen Lebens erfreuen. So mancher Glücksritter mag sich in der Vergangenheit auf die Suche nach dem Stein der Weisen oder dem Jungbrunnen gemacht haben.

Anderen Kreaturen aus der Märchen und Sagenwelt wird ebenfalls die Unsterblichkeit, oder zumindest ein sehr langes Leben, zugeschrieben. Meist vor einem magischen Hintergrund. Vampire und Drachen sollen zum Beispiel recht lange leben können. Hexen und Elfen ebenso. Man denke nur an das lange Leben der Elben in Der Herr der Ringe oder die Götter und Halbgötter in diversen Fantasy-Buchreihe, wie zum Beispiel in der Percy-Jackson-Reihe von Rick Riordan.

Kritik an der relativen Unsterblichkeit

In der Perry-Rhodan-Heftserie ist die relative Unsterblichkeit in meinen Augen nichts weiter als ein notwendiger Rechtfertigungsgrund für das unendlich lange Leben bestimmter Protagonisten. Gleichzeitig gab die Unsterblichkeit in der Vergangenheit immer wieder auch guten Anlass für neue Zyklen. Wir wissen, dass Perry relativ unsterblich ist und theoretisch auch durch Gewalt zugrunde gehen könnte, allerdings wissen wir ebenso, dass dies vermutlich niemals (endgültig) der Fall sein wird. Gleiches trifft auf seine engsten Gefährten zu. Sie sind ein so harter Kern in der Serie, dass wir sicherlich auch in den folgenden 3.000 Heften immer wieder von ihnen lesen werden. Anders verhält es sich mit der Masse der relativ Unsterblichen, die über kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden werden, um neuen B-Charakteren Platz zu machen und neuen Schwung in die Serie zu bekommen.
Leider ist es so, dass man sich nach vielen hundert Heften sehr an die Charaktere gewöhnt hat und man deshalb ihren Tod nur schwer akzeptieren kann. Das war mitunter auch der Grund, warum ich seinerzeit nach dem Cappin-Zyklus (Heft 400-499) aus der Serie ausgestiegen bin. Zu viele Lieblingscharaktere von mir fanden zu schnell ihr Ende und mit den neuen Mutanten im Mutantenkorps konnte ich mich leider nie so richtig anfreunden.

Wie geht es weiter?

(c) Pabel-Moewin-Verlag

So langsam kommt die Handlung in Fahrt. Ich mag vor allem die ersten Silberbände der Reihe sehr gerne, weil hier die Konflikte mit anderen Sternenvölkern noch nicht in großen Raumschlachten ausgetragen werden, sondern vielmehr List und Tücke zum Einsatz kommen, um feindliche Spezies über die faktisch fast wehrlose Erde hinwegzutäuschen. Später sind es vor allem die technischen Entwicklungssprünge der Erde auf dem Weg zur kosmischen Großmacht, die mich faszinieren. Der nächste Silberband trägt den Titel Der kosmische Lockvogel und auch darin müssen sich die Terraner erneut gegen einen übermächtigen Feind behaupten. Den Beitrag zum Buch widme ich jedoch einem der bekanntesten und beliebtesten Charaktere im Perryversum (inzwischen auch relativ unsterblich), der im Silberband und auf unzähligen gefährlichen Missionen in der Serie zum Einsatz kommen wird.

Habt Ihr Der Unsterbliche schon gelesen oder habt Ihr es vielleicht vor? Was sind Eure Eindrücke? Was hat Euch gut gefallen und was nicht? Ich freue mich über Eure Beiträge in den Kommentaren.

Jay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: