5. Dezember 2020

Bücherboxen/Leseboxen – lohnen sie sich für mich?

Die Montagsfrage von Antonias Blog Lauter & Leise dreht sich diesmal um Bücherboxen. Ich muss gestehen, dass der Begriff bisher völlig an mir vorbeigegangen ist. Nachdem ich mich also im Internet ein wenig eingelesen habe, um was es sich dabei genau handelt, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es nichts für mich ist.

Mit Bücher- bzw. Leseboxen haben die Verlage eine neue Möglichkeit gefunden ihre Produkte an den Mann und an die Frau zu bringen. Manchmal sind es mehrere (zufällig ausgewählte) Bücher aus dem Verlagsprogramm, die man zu einem Festpreis erwerben kann, quasi als „Wundertüte“. Und da liegt für mich auch schon das Problem. Warum sollte ich zum Beispiel dreißig Euro für eine Box mit drei bis fünf Büchern ausgeben, wenn ich überhaupt nicht weiß, was drin ist? Ich suche mir meine Bücher lieber direkt beim Buchhändler aus, denn dann weiß ich, was ich für mein Geld erwarten kann. Hinzu kommt, dass man oft auch noch Versandkosten für die Bücherbox berappen muss, was den Preis auch nochmal erhöht.

Keine Bücherboxen, aber eine nette Zugabe zu einem Rezensionsexemplar.
Der Droemer Knaur Verlag schickte mir dieses Rezensionsexemplar mit einer hübschen Teedose (inklusive Tee). Richtig cool!

Andere Buchboxen kommen mit Incentives daher, also zusätzlichen kleinen Streuartikeln passend zur Lektüre. Poster, Kugelschreiber, Schlüsselanhänger und dergleichen sind zwar recht nett, brauche ich jedoch nicht wirklich. Diese Centartikel sollen den Mehrwert der Box erhöhen, können aber sicher in den seltensten Fällen den Mehrpreis rechtfertigen, den ich für die Bücherbox hinlegen muss. Sie sind höchstens als Werbegag zu sehen. Ganz nett finde ich diese Beigaben zu kostenlosen Rezensionsexemplaren der Verlage, aber extra bezahlen würde ich sie nicht.

Manche Verlage, wie zum Beispiel der Kiwi-Verlag, verlosen auch Bücherboxen mit zwei bis drei Büchern aus ihrem Verlagsprogramm. Ich finde das eine gute Idee, denn diese Boxen sind kostenlos und wer gewinnt schon nicht gerne mal ein paar neue Bücher? Allerdings kommt es auch da wieder auf den Inhalt der Box an. Wenn mich die Bücher nicht interessieren, weil sie einfach nicht in mein Beuteschema passen, dann werde ich sie auch nicht lesen und höchsten an interessierte Freunde weiterverschenken.

Für mich eher interessant sind Bücherboxen, bei denen ich dem Verlag vorher mitteilen kann, welche Bücher aus dem Verlagsprogramm nach Möglichkeit enthalten sein sollen. Manchmal sind sogar signierte Bücher mit dabei. Ob der Inhalt dann wirklich mit dem Preis im Einklang steht, muss jeder selbst entscheiden. Zum Beispiel der Drachenmond Verlag bietet mit der Drachenmondbox solche Bücherboxen an. Ich finde sie ganz nett zum Verschenken, für mich selbst wäre das jedoch nichts.

Insgesamt kann ich nochmal sagen, dass diese Bücherboxen nichts für mich sind, da ich gerne meine Bücher direkt aussuche und ich die ganzen Giveaways darum herum nicht wirklich benötige. Die Boxen sind für mich als Marketing-Fachmann ein neuer Vertriebsweg der Verlage, ihre Bücher unters Volk zu bringen. Durch die Überraschungsboxen wird man damit auch gleich seine Ladenhüter mit los, die man der Box einfach mit beilegt. Überzeugend ist das Konzept aus Sicht der Marketingabteilungen der Verlage, jedoch nicht für mich als Verbraucher. Ich liebe es hingegen in öffentlichen Bücherschränken zu stöbern und mich dort mit dem einen oder anderen gebrauchten Buch einzudecken, das mich interessiert. Wühltische in den Buchhandlungen bieten ebenfalls günstige Gelegenheiten, sich mit Lesestoff einzudecken. Für das, was sie bieten, sind mir persönlich Bücherboxen zu teuer.

Wer sich jedoch gerne überraschen lässt bzw. gerne kleine Beigaben zu den Büchern hat, der könnte an den Bücherboxen durchaus Freude haben. Auch als Geburtstagsüberraschung an eine Leseratte könnte man sich vielleicht hernehmen, insbesondere, wenn man Einfluss auf den Inhalt nehmen kann.

Jay

3 Gedanken zu “Bücherboxen/Leseboxen – lohnen sie sich für mich?

  1. Hallo Jay,
    die Verlags-Verlosung bzw. -Überraschungen sind ein gutes Beispiel, denn bei denen, die ich bisher erhalten habe, waren immer ein paar Bücher bei, die heute noch als Staubfänger dienen (oder im Altpapier gelandet sind), weil ich die noch nicht mal verschenken kann.
    Viele Grüße
    Frank

    1. Hallo Frank,

      bei mir wandern nicht verwertbare Bücher meist in einen öffentlichen Bücherschrank. Das Buch von Markus Heitz oben im Beitrag ist der zweite Teil eines Dreiteilers. Der Verlag hat mir den einfach so geschickt, damit ich ihn am besten lese und rezensiere. Ich habe jedoch den ersten Teil nicht hier und auch nicht gelesen. Was mach ich jetzt damit? Ich könnte mir den ersten Teil besorgen, damit ich den zweiten lesen kann…

      Viele Grüße
      Jay

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