Andy Weir: Artemis

Andy Weir: Artemis
Broschierte Ausgabe
Heyne Verlag, 2018

Inhalt

Die Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft. Auf dem Mond wurde bereits vor wenigen Jahrzehnten eine erste Stadt errichtet – Artemis. Etwa 2.000 Menschen leben und arbeiten mehr oder weniger gut, abgeschirmt von der tödlichen Außenwelt unter den fünf Aluminiumkuppeln. Touristen und Geschäftsleute pendeln zwischen der Erde und dem Mond, entweder um in der Stadt  viel Geld zu verdienen oder um dort viel Geld zu lassen. Eine der Mondbewohner ist Jazz Bashara und sie hat es wahrlich nicht leicht in der teuren Stadt ein einigermaßen erträgliches Leben zu führen. Wenn das Geld hinten und vorne nicht reicht, dann muss man eben Abstriche machen oder man nimmt es mit dem Gesetz nicht allzu genau. Jazz ist eine Schmugglerin, die für die Reichen und Wohlhabenden alles besorgen kann, was das Leben angenehmer macht, aber nicht immer so ganz legal ist. Als ihr eines Tages der Milliardär Trond Landvik ein lukrativen aber höchst illegalen Auftrag anbietet, wer wäre Jazz Bashara, wenn sie nicht gleich die Chance am Schopf packen würde, um ihr ärmliches Dasein zu beenden? Doch die Sache gestaltet sich wesentlich schwieriger als erwartet und plötzlich sieht sich Jazz inmitten einer Verschwörung, die nicht nur ihre Existenz, sondern auch die ihrer Heimatstadt Artemis bedroht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Infos zum Buch

Titel: Artemis  Autor: Andy Weir Verlag: Heyne Reihe: keine Seitenzahl: 432
Erste Auflage: 14.11.17 (E), 05.03.18 (D) Ausgaben: Taschenbuch, E-Book, Hörbuch, Hardcover (E)
ISBN: 978-3453271678 (D-TB), 978-0091956943 (ENG-HC) Sonstiges: Karten der Handlungsorte

Infos zum Autor

Andy Weir wurde am 16. Juni 1972 in Davis (Kalifornien) geboren, studierte Informatik und arbeitet seit einigen Jahren als Softwareentwickler, unter anderem bei Blizzard für das Onlinespiel Warcraft 2. Schon mit 15 Jahren programmierte er für verschiedene Computerfirmen. Seit seinem 20. Lebensjahr schreibt er zudem Kurzgeschichten und beschäftigt sich nebenher eingehend mit den Naturwissenschaften und der Raumfahrt, was ihm auch viel Knowhow für seine Bücher einbringt. The Martian (Der Marsianer) war sein erster großer Bucherfolg und ist gleich ein Bestseller geworden, der 2015 zudem verfilmt wurde. Artemis ist sein zweites Buch.

Meine Meinung

Andy Weir: Artemis
Englische Ausgabe
Del Rey Verlag, 2017

Da ist er nun, Andy Weirs zweiter Roman. Nachdem Der Marsianer ein so großer Erfolg wurde, warteten seine Fans schon gespannt auf weitere Bücher. Auch Artemis spielt in der nahen Zukunft der Menschheit und beschäftigt sich selbstverständlich mit der Raumfahrt. War der Schauplatz des ersten Buches noch der Mars, so versetzt Andy Weir seine Leserschaft nun auf den Mond und in die erste und einzige Stadt, die dort existiert. Artemis ist klein aber fein und die meisten Menschen unter den Aluminiumkuppeln kämpfen jeden Tag um ihr Auskommen. Der Autor legt bei seinen Schilderungen der Handlungsorte sehr viel Wert auf Glaubhaftigkeit. Seine Bücher sind mehr Science als Fiction, denn er orientiert sich immer an dem was nach aktuellem Wissensstand möglich wäre und nicht was, aufgrund bahnbrechender Erfindungen vielleicht einmal möglich sein wird. Das faszinierte mich so an Artemis und das hat mich auch schon in Der Marsianer fasziniert. Man muss als Leser nicht alles als gegeben akzeptieren, sondern Weir versucht ständig die Dinge mit Hilfe der Naturwissenschaften zu erklären, ohne aber in allzu viele Details abzudriften und die Leser damit zu langweilen. Wie wurden die Kuppeln gebaut? Woher kommen Energie und Sauerstoff? Wie lebensfeindlich ist die Mondoberfläche? Welche konkreten Herausforderungen müssen sich die Menschen in Artemis tagtäglich stellen? Weir versucht dabei ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen und dabei viele Aspekte zu berücksichtigen. Dadurch erhält man bei der Lektüre einen sehr guten Eindruck vom Handlungsumfeld und kann direkt in die Geschichte eintauchen. Dass Weir sich nahe am technisch Machbaren halten möchte ist übrigens auch der Grund, weshalb seine beiden Romane eher in der nahen als in der fernen Zukunft spielen. Mit Jazz Bashara gibt es in Artemis diesmal eine Heldin statt einem Helden. Sie ist über zwanzig und beißt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Da sie mehr oder weniger auf sich allein gestellt ist, hat sie gelernt auf sich aufzupassen, obwohl sie sich selbst immer wieder in schwierige Situationen manövriert und auch das eine oder andere Fettnäpfchen nicht auslässt. Aber Jazz hat das Herz am rechten Fleck und scheut sich auch nicht hin und wieder anzuecken. Ich mochte sie schon nach dem ersten Kapitel. Ich denke ein Großteil von Weirs Erfolg als Autor liegt auch an seinem etwas eigentümlichen Schreibstil. Er lässt seine Protagonisten erzählen und wechselt in Artemis nicht ein einziges Mal die Perspektive. Immer ist es Jazz, die berichtet, was sie als nächstes tut, was sie denkt und fühlt. Dabei nimmt sie sich kein Blatt vor den Mund und lässt auch mal den einen oder anderen derben Ausdruck vom Stapel. Warum auch nicht, schließlich ist sie im rauen Umfeld aufgewachsen und benötigt ihre Ellenbogen, um sich durchzusetzen. Jazz fehlt es nicht an Ehrgeiz und sie hat einen eisernen Willen, wenn sie ihre Ziele verfolgt. Gleichzeitig findet sich in Weirs Schreibstil genug (geistreicher) Wortwitz, der den Leser durchaus zum Lachen bringen kann. Dass er diesen Wortwitz gekonnt Jazz und den anderen Protagonisten in den Mund legt, macht seine Charaktere nur noch interessanter und liebenswerter. Ich wüsste nicht, wie man es besser machen könnte. Die Spannung ist im Roman immer wieder hoch, denn man kämpft nicht nur gegen die menschlichen Widersacher, sondern auch gegen die Kräfte der rauen Umwelt. Ein kleines Loch im Raumanzug hat doch mitunter eine recht große Wirkung und lässt die Spannungskurve schnell ansteigen, vor allem wenn man die Person im Raumanzug besonders mag.
Was mir richtig gut gefällt, ist das Cover der englischen Ausgabe (siehe oben). Ich finde es wesentlich schöner, als das deutsche Cover, das im Vergleich beinahe langweilig wirkt. Wichtiger nach als das Cover, ist jedoch der Inhalt, und für den bekommen Andy Weir und auch der deutsche Übersetzer Jürgen Langowski mein Lob ausgesprochen. Ich habe Artemis sehr genossen.

Mein Dank geht an den Heyne Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

5 von 5 Sterne
„Spitzenmäßig geschrieben!“

Mein Fazit

Wie auch schon Der Marsianer hat Artemis meine Erwartungen vollends erfüllt. Wer Science Fiction mag und zudem auch wissenschaftlich interessiert ist, dem sei Artemis wärmstens empfohlen. Andy Weir schreibt spannend und abwechslungsreich, mit einer guten Portion Humor und Sachverstand.  Schade nur, dass ich jetzt wieder ein paar Jahre auf das nächste Buch warten muss. Ich bin jedoch überzeugt, dass sich das Warten lohnen wird. Warten wir inzwischen einfach auf die Verfilmung. :)

Jay

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