5. Dezember 2020

Beschützer der Drachen von Robin Hobb

Beschützer der Drachen von Robin Hobb

Fitz Weitseher ist wieder fester Bestandteil des königlichen Hofs von Bocksburg. Als loyaler Vasall zieht er mit Prinz Pflichtgetreu aus, um die Bedingung von Prinzessin Elliania für eine Vermählung zu erfüllen: Sie sollen auf der Insel Aslevjal den legendären Drachen Eisfeuer enthaupten! Doch ausgerechnet Fitz‘ bester Freund, der Narr, beharrt darauf, dass Eisfeuers Überleben wichtig ist für das Wohl der Welt. Fitz muss sich entscheiden – zwischen der Treue zu seiner Königin und der Treue zu seinem Freund.

Titel: Beschützer der Drachen (Fool’s Fate) Autorin: Robin Hobb Verlag: Penhaligon (Voyager) Reihe: Das Erbe der Weitseher, #3 (The Tawny Man Trilogy, #3) Seitenzahl: 1120 (928) Genre: Fantasy Alter: 14+ Erste Aufl.: 17. Dezember 2018 (01.12.2003) Ausgaben: Hardcover (ENG), Taschenbuch, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3764532055 (TB) Sonstiges: Karte im Umschlag Vorgängerband: Prophet der sechs Provinzen Folgeband: Die Tochter des Drachen (Das Kind des Weitsehers, #1)

Über das Buch Beschützer der Drachen

Der weiße Prophet (Beschützer der Drachen) von Robin Hobb

Die englische Originalausgabe des Buches erschien bereits am 01. Dezember 2003 unter dem Titel Fool’s Fate und ist der dritte und letzte Band der zweiten Trilogie um Fitz Chivalric Weitseher mit dem Reihentitel Das Erbe der Weitseher (engl.: The Tawny Man Trilogy). Das Buch wurde daraufhin ins Deutsche übersetzt und erschien im Oktober/Dezember 2005 als zweigeteilte „grüne Ausgabe“ zunächst unter den beiden Titeln Der weiße Prophet (Bild rechts) und Der wahre Drache bei Bastei-Lübbe. Zunächst als Hardcover, ab April/Juni 2007 auch als Taschenbuchausgabe. Über viele Jahre hinweg erhielten die deutschen Bücher allerdings keine Neuauflage von Bastei Lübbe und waren daher nur antiquarisch erhältlich. Erst seit Dezember 2018 wird Fool’s Fate wieder bei Penhaligon als einbändige Ausgabe unter dem neuen Titel Beschützer der Drachen verlegt. Übersetzerin ist Eva Bauche-Eppers. Weitere ausführliche Informationen zu den Trilogien/Büchern und der Autorin im Autorenporträt von Robin Hobb.

Meine Meinung zu Beschützer der Drachen

Der fulminante Abschluss einer weiteren Weitseher-Trilogie

Mit Beschützer der Drachen ist Robin Hobb ein würdiger Abschluss der zweiten Weitseher-Trilogie gelungen. Was sich im ersten Buch so langsam entwickelte und im zweiten Buch vorbereitet wurde, wird schließlich im dritten Band zu einem überzeugenden Finale. Zusammen mit Prinz Pflichtgetreu, seiner zukünftigen Braut Elliania und einer Expeditionsgruppe, macht sich Fitz übers Meer auf zur fernen Insel Aslevjal, wo der Prinz den legendären Drachen Eisfeuer enthaupten und dessen Kopf seiner Zukünftigen zum Geschenk machen soll. Nur so kann die Hochzeit der beiden stattfinden und ein beständiger Frieden zwischen den sechs Provinzen und den Roten Korsaren entstehen. Doch Fitz befindet sich in einer Zwickmühle, denn der Narr hat in seinen Visionen gesehen, dass der Drachen am Leben bleiben muss, damit eine Prophezeiung erfüllt wird. Doch wie kann Fitz den Tod von Eisfeuer verhindern, ohne gleichzeitig gegen seinen Prinzen zu arbeiten, dessen Königshaus er durch einen Treueschwur verpflichtet ist? Auf der Insel Aslevjal hat die Expeditionsgruppe jedoch nicht nur das Problem den Drachen im ewigen Eis eines Gletschers zu finden, ein mächtiger, tödlicher Feind wartet bereits auf deren Ankunft und die Erfüllung der Prophezeiung des Narren rückt damit immer mehr in weite Ferne.

Ich habe das Buch bereits vor 15 Jahren einmal gelesen, wusste jedoch absolut nichts mehr von der Handlung. Umso mehr habe ich es genossen, mit Fitz und seinen Gefährten bis nach Aslevjal zu segeln, um dort in Eis und Schnee nach einem Drachen zu suchen. Robin Hobb ist es sehr gut gelungen die unwirtliche Atmosphäre und die großen Strapazen der Reise zu beschreiben. Schon die Fahrt auf stürmischer See nimmt einiges an Raum ein, ebenso die Begehung des Gletschers auf der geheimnisvollen Insel Aslevjal, die nicht ohne Gefahren ist.

Alte Bande neu geknüpft

Fool's Fate (Beschützer der Drachen) von Robin Hobb
Robin Hobb: Fool’s Fate, Voyager, 2003

Sehr vielschichtig sind in diesem Buch auch wieder die Charakterbeziehungen. Fitz‘ Zwiespalt zwischen Loyalität zu Prinz Pflichtgetreu und der Freundschaft zum Narren (aka Fürst Leuenfarb) kommt immer wieder zum Tragen. Doch auch seine Beziehung zu seiner Tochter Nessel wird auf eine harte Probe gestellt und nicht zuletzt spielt auch Burrich wieder einen aktiven Part in der Handlung, später dann auch Fitz‘ verloren geglaubte Liebe und Jugendfreundin Molly. Die Leser dürfen sich auf einige spannende und emotionsgeladene Momente freuen und Robin Hobb tat gut daran, diese schwierige Beziehung zwischen Fitz, Molly, Burrich und Nessel wieder mehr in den Fokus zu rücken. Das hat mir gut gefallen.
Der englische Titel Fool’s Fate (dt.: Das Schicksal des Narren) lässt vermuten, dass so manches auf den Narren zukommen wird. Er ist Fitz‘ engster Freund und hat im Buch so einiges einzustecken. Robin Hobb sind in dieser Hinsicht einige dramatische Szenen gelungen, die einem George R. R. Martin zur Ehre gereicht hätten. Das trägt sehr zur Spannung in der Handlung bei, insbesondere in der zweiten Hälfte des Buches.

Die Auflösung war nicht allzu überraschend

Dass mehr hinter Prinzessin Ellianias Forderung nach dem Kopf des Drachen Eisfeuer stecken muss, ist eigentlich bereits im vorherigen Buch der Trilogie offenkundig geworden. Leider war die Auflösung der Hintergründe für mich nicht mehr ganz so überraschend, da ich bereits einen solchen Ausgang vermutet hatte. Ich will jedoch nichts weiter dazu sagen, um keine Spannung vorweg zu nehmen. Recht gut fand ich in diesem Zusammenhang Robin Hobbs Lösung der ganzen Drachen-Problematik. Dass der Handlungsverlauf dabei immer wieder überraschende Wendungen vollzieht und am Ende dann doch alles in rechten Bahnen verläuft, spricht für das schriftstellerische Können der Autorin und hält die Spannungskurve auf einem recht hohen Niveau.

Mein Fazit zu Beschützer der Drachen

5 von 5 Sterne „Ein würdiger Abschluss der Trilogie!“

Insgesamt fand ich die zweite Trilogie um Fitz nicht ganz so gut gelungen, wie die ersten drei Bücher der Reihe. Sie war jetzt nicht wirklich schlecht, nur finde ich, dass der erste Dreiteiler emotional etwas mehr zu bieten hatte. Es fehlte für mich über weite Strecken der große Antagonist, der erst in Beschützer der Drachen aus seinem eisigen Versteck tritt. In der ersten Trilogie war es vor allem Prinz Edel, der bei den Lesern die Gefühle hochkochen ließ und dadurch viel zu einer emotional aufgeladenen Atmosphäre beitrug. Im zweiten Dreiteiler fehlte mir das ein wenig. Dennoch sind die drei Bücher insgesamt recht gut gelungen und vor allem der dritte Band entwickelt sich schnell zum Pageturner. Gut fand ich, dass Robin Hobb zum einen alte Handlungsfäden wieder aufgreift (Burrich, Molly, Nessel,…), zum anderen aber auch zahlreiche neue Charaktere einführt, die die Handlung bereichern (Prinz Pflichtgetreu, Dick, Elliana,…). Daher eine eindeutige Leseempfehlung von mir für die ganze Trilogie.

Jay

Covergalerie zu Beschützer der Drachen

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