Warten auf das Ende von Charlie Higson

Charlie Higson: The Enemy Aktuelle UK-Taschenbuchausgabe

Ein düsteres Cover, das Einsamkeit ausstrahlt
Charlie Higson: The Enemy
Aktuelle UK-Taschenbuchausgabe

Fast sechs Jahre ist es nun her als 2009 der erste Band von Charlie Higsons fesselnder Endzeit-Reihe in England in die Buchhandlungen kam. Der Titel des ersten  Bandes gab der Reihe auch gleich ihren Namen: The Enemy.
Seither folgte jährlich eine Fortsetzung und es zeigte sich, dass die Handlungsstränge der einzelnen Bücher auf vielfache und intelligente Weise miteinander verknüpft sind. In meinen Augen gehört The Enemy sie zum Besten, was das dystopische Jugendbuchgenre derzeit zu bieten hat. :)

Warum sind die Bücher so gut?
:arrow: Zunächst einmal spielt die Handlung in London und einige der Handlungsschauplätze sind auch jungen Lesern schon aus dem Schulunterricht bekannt: Buckingham Palace, The Tower of London, Natural History Museum und einige mehr.
:arrow: Hinzu kommt, dass die Hauptpersonen der Bücher, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, alle Kinder und Jugendliche sind.

:arrow: Der „Feind“ sind die Erwachsenen. Viele sind einer mysteriösen Seuche erlegen und verstorben. Manche jedoch nicht. Sie leben, aber zerfallen langsam in ihre Einzelteile. Den Infizierten gemeinsam ist ihre unstillbare Gier nach Fleisch – dem der überlebenden Kinder- und Jugendlichen…

Na toll, werden manche denken, noch eine Zombiereihe. Aber Charlie Higson macht daraus etwas richtig Gutes. Er lässt seine jungen Protagonisten über den Verlauf mehrerer Bände hinweg nicht nur die Ursachen für die Pandemie erforschen, ebenso beschreibt er wie Kinder- und Jugendliche, ohne die Führung von Erwachsenen, sich in einer lebensfeindlichen Umgebung behaupten können und müssen. So mancher muss dabei seine Ängste überwinden und wächst über sich selbst hinaus. Und das sind bei weitem nicht nur die Jungen, die in der Handlung den Ton angeben. Auch junge Leserinnen werden unter den vielen Protagonisten ihre weiblichen Idole finden. The Enemy ist eine dystopische Buchreihe für junge Leser mit Coming-of-Age-Elementen, die Higson hervorragend mit der Handlung verwebt und sie dadurch glaubwürdig werden lässt. Die Charaktere sind vielschichtig, die Atmosphäre oft sehr düster und die Ereignisse nicht selten sehr emotional. Auch wichtige Protagonisten sterben und das Alter spielt dabei keine Rolle. Das ist hart für den Leser, aber ebenso ein starker Motor, um die Spannung auf einem hohen Level zu halten. :lesen:

enemy-serie_1500Das erste Buch der Reihe wurde auch auf Deutsch übersetzt und erschien Anfang 2014 bei Heyne mit dem Titel Die Feinde. Leider hat es der Verlag in meinen Augen versäumt das Buch angemessen und zielgruppengerecht zu bewerben, wodurch es einen relativ geringen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Es ist kein Buch ausschließlich für erwachsene Leser. Es ist und bleibt ein Buch für Jugendliche, dass auch (jungen) Erwachsenen gefallen könnte. Ja, es ist manchmal schockierend und öfter blutig. Ja, kleine und große Kinder werden gefressen sterben. Aber eben aus diesem Grund gab es in den vergangenen Jahren kaum eine Reihe, die mich mehr fesseln konnte. Bleibt nur zu hoffen, dass es auch bald Übersetzungen der anderen Teile der Reihe gibt.

Bleibt noch die Frage, warum auf das Ende von Charlie Higson warten?
Der finale Band der Reihe soll noch in diesem Jahr erscheinen und zwar unter dem Titel The End. Ein genauer Erscheinungstermin ist noch nicht bekannt, aber man munkelt im Oktober 2015 wäre es endlich so weit. Ich kann es kaum erwarten. :mrgreen:

Jay

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