Charlie Higson: The End (The Enemy #7)

Charlie Higson: The End Enemy-Serie #7 Penguin Books (2015)

Charlie Higson: The End
Enemy-Serie #7
Penguin Books (2015)

Inhalt

Eine sich ständig vergrößernde Armee infizierter Erwachsener unter der Führung von „Sankt Georg“ hat sich auf den Weg ins Zentrum von London gemacht, um die letzten Gruppen noch lebender Kinder endgültig zu töten. Während der Junge Einstein mit seinem ambitionierten Team im Naturhistorischen Museum noch immer fieberhaft versucht ein Heilmittel für die Kranken zu finden, bereiten sich die Kindergruppen auf den letzten großen Kampf vor, der schier aussichtslos erscheint. Die Übermacht der Erwachsenen ist erdrückend und eine fremde Macht scheint sie zu vereinen und anzutreiben. Nur wenn sich die Gruppen aller Londoner Kinder und Jugendlichen zusammenschließen besteht eine geringe Chance zu überleben. Doch manche ihrer Anführer verfolgen ihre eigenen Ziele und das Bündnis gegen den anrückenden Feind steht auf Messers Schneide und somit naht das sichere Ende für die letzten Kinder in London und ihrem verzweifelten Kampf für ein Leben in Frieden und ohne Angst.

Über das Buch

The End ist der siebte und zugleich letzte Teil von Charlie Higsons erfolgreicher Enemy-Reihe, die 2009 mit The Enemy ihren Anfang nahm. The End ist am 29. Oktober 2015 in England bei Penguin Books erschienen. Die Handlung in der gebundenen Ausgabe umfasst 453 Seiten in 79 Kapiteln. Zudem findet man eine Zeitleiste zur zeitlichen Einordnung der sieben Bücher und das erste Kapitel von The Enemy/Die Feinde. Vermutlich erscheint im Frühjahr 2016 die US-Ausgabe von The End bei Hyperion Books. Leider wurde vom Heyne Verlag bisher nur der erste Teil auf Deutsch veröffentlicht (Titel: Die Feinde), sodass Fans der Reihe auf die englischen Ausgaben zurückgreifen müssen. Der englische Hardcover und die Taschenbuchausgabe haben unterschiedliche Cover, orientieren sich jedoch im Design an den vorherigen Büchern.

Meine Meinunghigson_end_sig

Im Jahr 2012 habe ich die ersten drei Bücher der Enemy-Reihe gelesen, die sich damals auf meinem SuB befanden. Es folgten im Jahresabstand die anderen Teile, The Sacrifice (2012), The Fallen (2013), The Hunted (2014) und jetzt endlich The End (2015). Obwohl die Serie super begann, hat sie zum Schluss hin in meinen Augen leider etwas nachgelassen. Ich empfand schon The Hunted (Buch 6) als eine Art Lückenfüller, der zwar wie immer sehr spannend geschrieben war, jedoch die zentrale Handlung nicht wesentlich voran brachte.
The End konnte mich leider ebenfalls nicht in allen Punkten überzeugen. Ich hatte abermals den Eindruck, als wollte Charlie Higson die Reihe endlich zu einem Ende bringen (passender Titel) und habe sich deshalb nicht mehr allzu viel Mühe gegeben. Das Flair der ersten Bücher, bei denen vor allem die Charaktere und deren Beziehungen untereinander im Mittelpunkt standen, fehlte zum großen Teil. The End ist stilistisch gut und auch durchaus spannend geschrieben, keine Frage, allerdings blieben viele der einzelnen Charaktere streckenweise sehr blass (und das lag nicht allein am Anblick langsam verrottender Gegner) und zu weit entfernt. Die Protagonisten wirkten auf mich manchmal eher wie Spielsteine auf einem Schachbrett, die von Higson von einem Feld zum nächsten geschoben werden, ohne dass ich als Leser sonderlich großen Anteil an ihrem Schicksal nehmen wollte und konnte. Hin und wieder gab es zwar emotionale Momente, die mich berühren konnten, aber insgesamt waren sie leider die Ausnahme. Damit blieben natürlich auch die Beziehungen der Charaktere untereinander ein wenig auf der Strecke. Schade. :(

Charlie Higson: The End Taschenbuchausgabe Penguin Books (2015)

Charlie Higson: The End
Taschenbuchausgabe
Penguin Books (2015)

Die erste Hälfte des Buches zog sich bis zur Entscheidungsschlacht ziemlich hin. Viele Dialoge und einiges an „Politik“, währenddessen vergleichsweise wenig passierte, zogen die Handlung ein wenig in die Länge. Die zweite Hälfte war hingegen bis fast zur letzten Seite dem Kämpfen gewidmet. Der zentrale Abschnitt des Buches ist daher die große Schlacht der Kindergruppen gegen die Armee der Erwachsenen. Higson hat diese zwar ausführlich beschrieben ohne dabei an Blut zu sparen, allerdings empfand ich sie manchmal etwas einseitig, denn die Kinder zeigten sich oft als nahezu unermüdliche Kämpfer, die selbst der größten Übermacht die Stirn bieten konnten, was ein bisschen unglaubwürdig wirkte. Das Ergebnis war ein seitenlanges Gemetzel im Londoner Hyde Park ohne irgendwelche besonderen Überraschungen oder Ideen, die mich als Leser vom Hocker hätten reißen können. Eine weitgehend gewöhnliche 08/15-Schlacht also, wie man sie wohl in jedem zweiten Fantasybuch finden würde. Das Problem lag vor allem an der Betrachtung aus der Vogelperspektive, denn ich erfuhr als Leser zu wenig von den Empfindungen der einzelnen Protagonisten, die um ihr Leben kämpfen mussten. Da hätte ich mir weitaus mehr erwartet (und vielleicht auch mehr tote Protagonisten).

Nun zum eigentlich größten Kritikpunkt: das Buch war zu schnell zu Ende. In Michael Grants Gone-Reihe (6 Teile) gönnte dieser dem Leser abschließend einen ausführlichen 40-seitigen Epilog, in dem allen offenen Fragen mehr oder weniger Rechnung getragen wurde. Higson beendet seine Reihe ohne viele Worte, obwohl diese in meinen Augen durchaus nötig gewesen wären, um die Geschichte abzurunden. Gerne hätte ich gewusst, wie es mit den Überlebenden der Schlacht weiterging. Ebenso wurde nicht (mehr) auf zentrale Fragen eingegangen, die sich durch die vorherigen Bücher zogen, deren Antworten dem Autor aber plötzlich nicht mehr so wichtig erschienen. Mir jedoch schon. Kurzum: Der Schluss war der 7-teiligen Reihe unangemessen, unausgegoren, unbefriedigend. Wenn Sie schon Rätsel aufgeben, Mr Higson, dann sollten sie zumindest versuchen diese halbwegs zu klären, bevor das Buch zu Ende ist. Soviel Zeit muss sein, wie ich finde. Enttäuschend. :nono:

3.5 von 5 Sternen "Konnte mich in einigen Punkten nicht überzeugen."

3.5 von 5 Sternen
„Konnte mich in einigen Punkten nicht überzeugen.“

Mein Fazit

Zum Buch gibt es einige Kritikpunkte, doch was ist nun eigentlich positiv? Nun, der Roman ist wieder ein Pageturner, den man gut an einem Stück lesen kann. Er konnte mich fesseln und ich habe die investierte Zeit nicht bereut, auch wenn ich die Umsetzung der Handlung etwas anders erwartet hätte. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann noch eine Fortsetzung, die der tollen Reihe genügt? Wer die anderen Bücher bisher gelesen hat, kommt um The End keinesfalls herum. Das Ende kam leider viel zu schnell und ließ mich unzufrieden zurück. Vor allem deshalb ist The End , verglichen mit seinen Vorgängern, in meinen Augen zwar lesenswert,  aber auch der schlechteste Teil der Reihe geworden. Schade darum. Empfehlen kann ich das Buch/die Reihe, wegen der doch recht vielen Gewaltdarstellungen, ab einem Alter von 13 Jahren.

Ich habe das Buch im englischen Original gelesen. Das Niveau ist durchschnittlich und insgesamt ist der Text gut verständlich. Manche Wörter könnten Probleme bereiten, aber ein Wörterbuch kann hier Abhilfe schaffen. The End gibt es noch nicht auf Deutsch.

Jay

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