12. April 2021

Nevernight – Die Rache (von Jay Kristoff)

Jay Kristoff: Nevernight - Die Rache, TOR-Verlag, Januar 2020

Nach ihrem Attentat auf den verhassten Konsul Julius Scaeva bei den Großen Spielen muss die junge Assassinin Mia Corvere fliehen. Verfolgt von den Soldaten des Konsuls und den Anhängern der Roten Kirche, der sie selbst entstammt, sucht sie nun nach einem Weg ihr Ziel dennoch zu erreichen. Doch wie kann sie einen Mann töten, dessen Macht von Tag zu Tag wächst, der sich selbst zum Imperator erklärt hat und der nur ein einziges Ziel hat, nämlich Mia zu töten?

Um Scaeve besiegen zu können und seiner Herrschaft ein Ende zu setzen, muss Mia selbst viel mächtiger werden.

Das zu erreichen und auch um das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu ergründen, bricht Mia zur Krone des Mondes auf, einem verrufenen Ort den nur wenige Menschen gesehen und wieder verlassen haben. Was sie dort findet, wird die Zukunft der Republik Itreya entscheiden – und ihre eigene.

Titel: Nevernight – Die Rache (Darkdawn) Autor: Jay Kristoff Verlag: Fischer TOR (Thomas Dunne Books) Reihe: Nevernight, #3 Seitenzahl: 784 (484) Genre: (Dark) Fantasy Alter: 16+ Erste Aufl.: 29. Januar 2020 (03.09.2019) Ausgaben: Hardcover, Taschenbuch, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3596703586 (Dt. HC) Sonstiges: Karten auf den Vorsatzseiten Vorgängerband: Nevernight – Das Spiel

Über den Autor von Nevernight – Die Rache

Jay Kristoff wurde am 11. November 1973 in Perth, Australien, geboren. Wie viele andere Fantasy-Autoren war er schon in seiner Kindheit und Jugend ein begeisterter Leser und spielte gerne Brettspiele, sowie das bekannte Pen-and-Paper Fantasy-Rollenspiel Dungeons and Dragons, das vor allem in englischsprachigen Ländern weit verbreitet ist. Er hat einen College-Abschluss in Kunst und arbeitete elf Jahre bei einem Fernsehsender in der Werbeabteilung, bevor er seine Kariere als Schriftsteller begann. Er schreibt Science-Fiction-Romane und Fantasy und wer mit seinen Werken international in den Bestsellerlisten der New York Times und von USA Today.

Zudem gewann er mehrere Buchpreise und seine Bücher wurden in einer Auflage von über einer halben Million Exemplaren in über 35 Ländern veröffentlicht. Jay Kristoff lebt in Melbourne, Australien, mit seiner Frau und einem Jack Russel Terrier, der auf den Namen „Samwise“ hört.

Meine Meinung zu Nevernight – Die Rache

Ich habe diesen dritten Teil der Nevernight-Trilogie in zwei Schritten gelesen. Den Großteil des Buches bereits im Oktober 2020 und dann, nach einer längeren Lesepause von mehreren Monaten, den Schluss im März 2021. Das lag nicht daran, dass ich das Buch langweilig empfand, ganz im Gegenteil. Mir fehlte einfach nur die Zeit dafür. Trotz dieser Pause benötigte ich jedoch nur wenige Seiten, um wieder in der Handlung zu sein, so gut waren mir die Charaktere und die Ereignisse im Gedächtnis geblieben.

Ein würdiger Abschluss dieser tollen Fantasy-Trilogie

Nachdem mir schon der erste und der zweite Teil recht gut gefallen haben, konnte mich auch der dritte Teil nicht enttäuschen. Jay Kristoff spinnt die Geschichte fort, denn es gab ja bekanntlich in Nevernight – Das Spiel einige interessante Wendungen und Entdeckungen was Mia Corveres Familie und ihre Herkunft betrifft. Im dritten Teil rückt der Begriff der Familie nun noch stärker in den Mittelpunkt, denn Mias Rache richtet sich gegen die eigene Familie. Natürlich möchte man als Leser mehr über die Vorgeschichte und die Zusammenhänge zu Mias Herkunft wissen und Jay Kristoff hält für die Leser auch die eine oder andere Überraschung bereit. Dass sie ihren Bruder wiederfindet, den sie lange Zeit für tot hielt, bringt Mias Leben erstmal ins Wanken. Ihre Beziehung zu Jonnen wird im Buch öfter auf eine harte Probe gestellt, jedoch ist es spannend zu beobachten, wie sich zwischen Bruder und Schwester so langsam eine enge Bindung entwickelt, was die Sache mit der Rache für Mia jedoch nicht einfacher macht, denn plötzlich ist sie nicht mehr nur für sich allein verantwortlich.

Was mir gefallen hat, waren auch diesmal die Charakterbeziehungen und wie der Autor sie fortsetzt. Mia hat vor allem im zweiten Band unter den Gladiatii einige gute Freunde und Kampfgefährten gefunden, welche die Geschichte auch weiterhin bereichern. Es ist traurig zu erwähnen, dass einige von ihnen heldenhaft sterben werden und es gibt so manche Passage, nach dem ich erst einmal Luft holen musste, um das Gelesene zu verarbeiten. Jay Kristoff versteht es gut Spannung zu erzeugen und er lässt seine Protagonisten nicht leichtfertig und ohne jeglichen Sinn zwecks der Spannung über die Klinge springen. Allerdings kommt der Tod oft allzu überraschend. Soeben hat man noch geplaudert und über den Sinn des Lebens philosophiert und schon im nächsten Moment ist es zu Ende. So mancher liebgewonnene Nebencharakter verabschiedet sich im Laufe der Handlung von der Bühne, was die Dramatik der Geschichte weiter fördert.

Blut spielt in der Nevernight-Trilogie eine wichtige Rolle, denn es ist Grundlage für mächtige Magie. Entsprechend freigiebig geht der Autor damit um. Die Kämpfe sind oft hart und blutig, doch Kristoff kann auch sanft. So fand ich zum Beispiel die innige Liebesbeziehung zwischen Mia und ihrer engen Freundin Ashlinn recht gut ausgearbeitet. Sie gibt Mia einen festen Halt und auch eine Zukunftsperspektive. Mit Ashlinn der Welt zu entfliehen ist nicht nur einmal eine Option für sie alles zurückzulassen, anstatt in einen nahezu aussichtslosen Kampf gegen Julius Scaeva ihr Leben zu riskieren. Ashlinn und auch Mias kleiner Bruder Jonnen sind für sie der Lichtblick ihres Lebens, der Beweis, dass es für sie noch erfüllendere Dinge gibt, als die Rache. Ihre Sehnsucht nach einer Familie, die sie nie wirklich hatte, und nach Liebe und Geborgenheit machen einen Großteil von Mias positiver Seite aus. Leider steht der Wunsch nach Vergeltung für ihre verratene und getötete Familie ihrem Glück immer wieder im Weg. Mir hat sehr gut gefallen, wie Jay Kristoff diesen inneren Zwiespalt aufgreift und in den drei Büchern nach und nach entwickelt, um eine vielschichtige Protagonistin zu erschaffen, die oft mit sich selbst hadert. Doch auch die anderen Hauptpersonen, allen voran Ashlinn und natürlich Tric, erfahren eine Entwicklung und sind mir mit der Zeit immer mehr ans Herz gewachsen.

Ein Schluss, wie man ihn sich wünscht

Dass Mia ihrem Feind Julius Skaeva am Ende des Buches in einem fulminanten Endkampf gegenübertritt, war eigentlich zu erwarten. Alles andere wäre ja auch irgendwie komisch gewesen. Natürlich wird auch das Gute gewinnen, wenn man diese Grenze zwischen Gut und Böse überhaupt so einfach ziehen kann. In Nevernight geschehen viele schlimme Dinge und dennoch schafft es Jay Kristoff am Ende alles ins rechte Licht zu rücken. In mancher Beziehung kommt das Ende vielleicht nicht so, wie man es erwartet hätte, aber in der Nevernight-Trilogie sind die Entwicklungen ja allgemein nicht leicht vorhersehbar gewesen. Warum sollte es also auf den letzten Seiten des dritten Bands anders sein? Mir hat der Schluss sehr gut gefallen, weil er ließ mich auch etwas nachdenklich zurück.

Mein Fazit zu Nevernight – Die Rache

4.5 von 5 Sternen „Spannend, fantasievoll und aktionsgeladen.“

Nevernight – Die Rache ist ein in meinen Augen wirklich gelungener Abschluss einer insgesamt sehr lesenswerten Fantasy-Trilogie. Jay Kristoff hat es verstanden die Enden seiner Geschichte zusammenzuführen und hält sogar jetzt noch die eine oder andere Überraschung für die Leser bereit. Die Charaktere sind vielschichtig und glaubwürdig, sie Handlung spannend und ohne große Längen. Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher des Autors, die ich sicher lesen werde.

Jay

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