Anthony Ryan: The Waking Fire (Draconis Memoria 1)

Anthony Ryan: The Waking Fire (Draconis Memoria 1) UK-Hardcover Orbit Verlag (2016)

Anthony Ryan: The Waking Fire (Draconis Memoria 1)
UK-Hardcover
Orbit Verlag (2016)

Inhalt

Über Jahrzehnte hinweg wurden die Eisenschiff-Länder von den Blutgesegneten verteidigt – Männer und Frauen, welche die Macht besitzen, die Kraft aus dem magischen Blut von wilden Drachen für sich zu nutzen und zu bündeln. Es sind Elitespione und Assassinen, deren Loyalität und Kräfte ihre Länder zu dem mächtigsten der bekannten Welt gemacht haben. Trotzdem droht dem Bund der Eisenschiff-Länder eine Krise, denn sie Blutlinie der Drachen wird langsam schwächer und ein Krieg mit dem Corvantinischen Imperium scheint unvermeidbar. Die einzige Hoffnung liegt im Mythos eines legendären Drachen, dessen mächtiges Blut den Ausgang des Krieges entscheiden könnte – falls er überhaupt existiert. Claydon Torcreek, einem kleinen Dieb und nicht registrierter Blutgesegneter, fällt die Aufgabe zu diesen sagenumwobenen Drachen zur Strecke zu bringen. Claydon hat in seinem Leben schon viele wertvolle Dinge in der Hand gehabt (die meisten davon waren illegal), aber nichts war so unbezahlbar, wie die Zukunft seines Landes. (Klappentext)

Über das Buch und den Autor

Anthony Ryan (c) Anwar Suliman

Anthony Ryan
(c) Anwar Suliman

Anthony Ryan wurde 1970 in Schottland geboren, lebt und arbeitet jedoch schon seit längerer Zeit in London. Er hat einen Abschluss in mittelalterlicher Geschichte. Bevor er sich nach dem Erfolg seines ersten Buches Blood Song entschloss mit dem Schreiben von Büchern seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er als britischer Beamter. Neben Geschichte interessiert er sich zudem für Kunst und die Naturwissenschaften. Inzwischen gehört er zu den erfolgreichsten neuen Fantasyautoren und hat seine Rabenschattentrilogie im Herbst 2015 abgeschlossen. Mit The Waking Fire erschien am 07. Juli 2016 der erste Band seines neuen Dreiteilers unter dem Reihentitel Draconis Memoria.
Das Buch (Hardcover) hat 582 Seiten inklusive einem kurzen Personenregister am Ende und ist in drei große Abschnitte mit insgesamt 47 Kapiteln unterteilt. Es gibt drei Handlungsstränge, die mit jedem Kapitel wechseln, wobei das Kapitel jeweils den Namen der Hauptperson trägt. Das Buch ist beim Orbit Verlag in London erschienen und eine deutsche Übersetzung wird für Anfang 2017 erwartet.

Meine Meinung

Man nehme eine Vielzahl von Drachen und setze sie in eine Fantasywelt gerade auf dem Höhepunkt der Industrialisierung.  Dann reichere man das Ganze noch mit etwas Magie an (nicht zu viel) und gebe der Rahmenhandlung noch einen Schuss Imperialismus und Krieg hinzu. Alles gut vermischen, dann noch ein paar starke Charaktere mit verschiedenen Aufträgen einstreuen und schon hält man nach viel Schweiß- und Fleißarbeit einen neuen Roman in den Händen. Genau so muss es Anthony Ryan gemacht haben und das Ergebnis ist wahrlich nicht schlecht geworden. :)

Die Titelseite von "The Waking Fire" mit Signatur des Autors und Prägestempel.

Die Titelseite von „The Waking Fire“ mit Signatur des Autors und Prägestempel.

Zentrales Element im Buch sind die wild lebenden Drachen von Arradsia, deren Blut bei manchen Menschen erstaunliche Fähigkeiten hervorrufen kann. Das Blut schwarzer Drachen unterstützt telekinetische Fähigkeiten, das Blut der blauen Drachen die Telepathie, das Blut der roten Drachen lässt einen gedanklich Feuer entfachen und das Blut der grünen Drachen bringt körperliche Kraft, Geschicklichkeit und Heilung. Das Konzept funktioniert und gibt der Handlung die Magie mit, um die sich in dieser Fantasywelt vieles dreht.
Was mir auch gefallen hat ist die Zeit, in der die Handlung spielt. Als Leser hat man es in The Waking Fire diesmal nicht mit einer mittelalterlichen Welt voller Ritter und Burgen zu tun. Vielmehr geht es ein wenig in Richtung Steampunk. Die Dampfmaschine ist bereits erfunden und treibt die eisernen Schiffe und so manches andere Gefährt an. Es gibt außerdem Pistolen, Revolver, Gewehre und Kanonen, um sich die zahlreichen Gegner vom Hals zu halten. Nur die Blutgesegneten können die Magie des Drachenblutes für sich nutzen, indem sie geringe Mengen zu sich nehmen, die dann während der magischen Handlung verbraucht werden. Ich fand die Idee insgesamt recht gut und auch meine anfängliche Skepsis gegenüber den Schusswaffen und der Dampfschiffe ist schnell verflogen, weil die ganze Geschichte dennoch in sich stimmig ist. Im Buch stehen sich zwei große Reiche gegenüber. Zum einen sind das die Eisenschiff-Länder des Kontinents Arradsia, wo auch die Drachen leben, deren Blut so wichtig und wertvoll ist. Zum anderen das Corvantinische Imperium, welches von einem Potentaten mit starker Hand geführt wird. Es kommt zum Krieg und da das Blut der Drachen mit der Zeit an Wirkung verloren hat sieht es nicht allzu gut aus für den Kontinent Arradsia. Es besteht aber die Hoffnung eine sagenhafte neue Spezies zu finden, deren Blut mächtiger sein soll als aller anderen. Soweit zur Handlung, denn mehr will ich hier nicht verraten. :)

Karte des Kontinents Arradsia (c) Anthony Ryan: The Waking Fire, Orbit, 2016

Karte des Kontinents Arradsia
(c) Anthony Ryan: The Waking Fire, Orbit, 2016

Anthony Ryan bedient sich einer Anzahl sehr interessanter und gut durchdachter Charaktere, die mir allesamt recht gut gefallen haben. Zum einen ist das der Dieb Claydon Torcreek, der mit einer Gruppe Drachenjäger auf eine verzweifelte Expedition ins Landesinnere von Arradsia geschickt wird. Er ist ein Blutgesegneter und soll helfen einen legendären Drachen aufzuspüren. Mir hat gut gefallen, wie er sich als Teil der Gruppe durchschlagen muss und wie er trotz vieler Unwägbarkeiten über sich selbst hinauswächst. Lizanne Lethridge hingegen ist eine Blutgesegnete und Agentin, die von ihrer Vorgesetzten auf eine heikle Mission ins Corvantinische Imperium geschickt wird. Sie soll ein geheimnisvolles Gerät beschaffen und gerät durch Intrigen und Verrat immer mehr zwischen die Fronten. Auch sie ist blutgesegnet und mir hat ihr Charakter eigentlich am besten gefallen. Sie ist stark und wagemutig einerseits, andererseits jedoch auch sensibel und verletzlich. Ihre Kapitel sind wahre Pageturner und es macht Spaß sie auf ihren bisweilen dunklen und blutigen Pfaden zu begleiten. Corrick Hilemore ist eigentlich nur zweiter Leutnant auf einem Eisenschiff, bis er sich plötzlich unverhofft als neuer Kapitän behaupten muss. Verfolgt von den Schiffen des Corvantinischen Imperiums muss er alle Register ziehen, um sein Schiff und die Mannschaft zu retten. Bezeichnend ist, dass alle drei Hauptcharaktere sich in Situationen wiederfinden, die ihnen alles abverlangen und von deren Geschick und Ideenreichtum das Leben vieler abhängt. Anthony Ryan hat es verstanden eine sehr abwechslungsreiche Geschichte zu schreiben, die sich spannend liest. Was mich jedoch ein wenig störte waren die recht einseitigen und sich oft wiederholenden Kämpfe gegen die Drachen, vor in der zweiten Hälfte des Buches. Im Gegenzug hätte ich mir dafür etwas mehr Emotionalität zwischen den Charakteren und mehr Tiefgang in den Beziehungen gewünscht. Gefühlsgeladene Momente, die einen mitreißen gibt es im Buch nach meinem Empfinden nur sehr wenige. Der Schluss ist angemessen. Es gibt keine großen Cliffhanger, aber man darf sich dennoch auf die Fortsetzung und ein Wiedersehen mit den Protagonisten freuen.

4 von 5 Sternen "Gut gelungen. Originell und voller Abwechslung."

4 von 5 Sternen
„Gut gelungen. Originell und voller Abwechslung.“

Mein Fazit

Mit The Waking Fire ist Anthony Ryan ein Buch gelungen, das mir insgesamt sogar noch etwas besser gefallen hat, als seine erfolgreiche Rabenschatten-Trilogie. Das Konzept Drachen in eine industrialisierte Welt zu setzen und ihr Blut als „Treibstoff“ für Magie zu verwenden, hat mich überzeugen können. Die Handlung wirkt in sich stimmig und ich freue mich schon jetzt auf die Nachfolgebände. Unbedingte Leseempfehlung von mir. :thumbup:

Jay

 

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