26. September 2021

Kysaek – Der Anfang von Michael E. Campbell

Fast 50 Jahre sind seit dem blutigen interstellaren Krieg vergangen, in dem die raumfahrende Menschheit zusammen mit einer Vielzahl anderer nicht-menschlicher Spezies gegen einen mächtigen Gegner überleben musste. Seit fünfzig Jahren herrscht Frieden in der Galaxis, doch noch immer sind die Auswirkungen der Auseinandersetzung spürbar und der Frieden scheint auf tönernen Füßen zu stehen. Elaine Kysaek kennt den schrecklichen Krieg nur aus Erzählungen und überhaupt ist sie nur ein kleines Licht in der Gesellschaft. Als Wächterin im Industriekomplex eines mächtigen Privatunternehmens ist sie nicht in der Position Fragen zu stellen, was sie da eigentlich tagtäglich bewacht.

Erst als eine Gruppe von militanten Umweltaktivisten immer wieder Anschläge auf Elaines Arbeitsstelle verübt, gelingt ihr während der Kämpfe ein Blick in die geheimen, gesicherten Bereiche des Komplexes. Doch was Elaine dort zufällig entdeckt, wird nicht nur zu einer Bedrohung für sie selbst, sondern für die ganze freie Galaxis…

Titel: Untold Stories of a Galaxy: Kysaek – Der Anfang Autor: Michael E. Campbell Herausgeber: epubli Reihe: Untold Stories of a Galaxy, #1 Seitenzahl: 121 Genre: Science-Fiction Alter: 16+ Erschienen: 25. März 2021 Ausgaben: E-Book, Taschenbuch ASIN: B0916XTVVY Sonstiges:

Meine Meinung zu Untold Stories of a Galaxy – Kysaek: Der Anfang

Das Buch gehört zu einer ganzen Reihe von Rezensionsanfragen, die sich in den letzten paar Monaten in meinem Postfach ansammelten. Da ich Science-Fiction gerne lesen und der Umfang dieses ersten Teils der Buchreihe mit gut 120 Seiten recht überschaubar ist, habe ich mich gefreut ihn zu lesen und zu rezensieren.

Flüssiger Schreibstil aber leider recht wenig Tiefgang

Die Geschichte wird durchweg aus der Sicht der Protagonistin Elaine Kysaek erzählt und liest sich wirklich flüssig. Der Autor versucht eine vielschichtige Welt aufzubauen, was ihm allerdings nur zum Teil gelingt. Gut hat mir gefallen, dass er verschiedene Spezies beschreibt, die in der Galaxis beziehungsweise auf Elaines Heimatplaneten mehr oder weniger friedlich, ganz im Sinne von Multikulti zusammenleben. Leider bleiben die Beschreibungen recht oberflächlich, wenn auch der Autor bemüht ist die Andersartigkeit der verschiedenen Lebensformen herauszustellen und eine vielfältige Welt zu konstruieren. Somit ist die Grundidee, die Michael E. Campbell für sein Buch hat, zunächst gut, allerdings fehlten mir oft weitere Informationen, um noch tiefer in die Geschichte und seine Welt eintauchen zu können. Vielleicht kommen sie in zukünftigen Büchern noch nach, denn der Umfang dieses ersten Teils ist überschaubar, doch mehr dazu weiter unten. Wenn schon die Nebencharaktere nicht sehr detailliert beschrieben sind, so sollte man das zumindest von der Hauptcharakterin Elaine Kysaek erwarten können. In der Geschichte zeigt sie sich als harte, emanzipierte Frau, die sich durchsetzen will und kann. Leider erfährt man auch über ihre Hintergrundgeschichte vergleichsweise wenig, was sehr schade ist. Elaine war wohl einige Zeit beim Militär, was ihre Kenntnisse im Umgang mit Waffen erklären soll, doch ansonsten bleiben ihre Vergangenheit und ihre Beweggründe weitgehend im Dunkeln. Ich finde das schade, weil sie ansonsten durchaus eine interessante Person ist, die man mögen kann. Es ist oft leichter einen Draht zu den Personen zu finden, wenn man mehr über sie weiß, aber vielleicht ändert sich das ja noch im Folgeband der Reihe.

Sonderlich viele Charakterbeziehungen lassen sich ebenfalls nicht finden. Elaine ist eher eine Einzelgängerin, die sich kaum mit Freunden umgibt. Das ist ok, wenn der Leser stattdessen einen tieferen Einblick in ihre Gefühlswelt bekommen würde, in ihre Sorgen und Nöte und was sie in der Welt antreibt. Das bleibt leider in weiten Teilen auf der Strecke. Im Ergebnis hat es eine Handlung, die zwar zügig voranschreitet und auch zeitweise wirklich spannend zu lesen ist, allerdings fehlt dem Gerippe an guten Ideen noch das Fleisch, damit es insgesamt ein vielschichtiger, atmosphärisch starker Roman werden kann.

Nur der Anfang einer Geschichte

Wie der Titel bereits andeutet, handelt es sich um den Anfang einer Geschichte. Nachdem die Handlung im letzten Drittel des Buches so richtig Fahrt aufgenommen hat (Kämpfe und Geheimnisse), ist sie auch schon wieder zu Ende. So wie etwa in einer sehr langen Leseprobe. Vergleicht man das mit anderen, umfangreicheren Büchern, dann wäre Kysaek Der Anfang im Prinzip die Vorgeschichte, bevor die Handlung so richtig Fahrt aufnimmt. Luke Skywalker trifft auf Obi-Wan Kenobi – so weit, so gut. Ich frage mich daher schon, warum sich der Autor nicht die Zeit genommen hat das Buch gänzlich zu schreiben, anstatt es in mehrere kurze Teile zu zerlegen und abschnittsweise zu veröffentlichen? Es hätte dem Roman gutgetan. Zum Glück ist der zweite Teil bereits in Arbeit und man kann sich auf die Fortsetzung freuen.
Positiv will ich an dieser Stelle hervorheben, dass mich die Geschichte mit der Zeit immer wieder fesseln konnte und ich finde auch, dass der Autor einige gute Ideen hat sie fortzuführen. Dennoch bleibt für mich nach der letzten Seite das Gefühl eigentlich ein unfertiges Buch in den Händen zu halten, dessen Handlung und Charaktere sich stetig entwickeln, allerdings ohne zu einem befriedigenden Abschluss zu kommen, zumindest für diesen Teil der Reihe.

Mein Fazit zu Untold Stories of a Galaxy: Kysaek – Der Anfang

3.5 von 5 Sternen „Gute Ideen, aber oft zu oberflächlich.“

Insgesamt sind meine Eindrücke zu Kysaek – Der Anfang recht gespalten. Auf der einen Seite gibt es schon gute Ideen für die Handlung, eine interessante Welt und auch spannend ist es durchaus. Andererseits bleiben aber auch sehr viele Fragen offen. Die Charaktere bleiben oft recht oberflächlich und man bekommt nur wenige Einblicke in ihre Gefühlswelt oder die Hintergrundgeschichte, was schade ist. Man möchte gerne mehr erfahren, aber es geht nicht. Hier gibt es bestimmt noch einiges Potenzial zur Verbesserung.
Gut fand ich das letzte Drittel des Buches, wo es auch kämpferisch zur Sache ging. Hier erkennt man, dass Michael E. Campbell schon schreiben kann, doch wie bei vielen anderen jungen Autoren fehlt noch die Erfahrung in der stilistischen Umsetzung der Ideen, vor allen um vielschichtige Charaktere zu erschaffen, denen man gerne durch die Handlung folgt. Quälen musste ich mich mit dem Buch jedoch nicht. Ich habe es gerne gelesen.

Jay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: