19. Mai 2024

Ein eigenes Buch schreiben?

Servus zusammen.
Ich bin wieder zurück für die Montagsfrage. Manchen fällt es vielleicht auf, dass ich zwischen den Montagsfragen derzeit kaum andere Beiträge poste. Im Moment komme ich zwar zum Lesen, aber ich bin berufsbedingt mal wieder ziemlich eingespannt.

Daher schaffe ich oft nur wenige Seiten am Abend, bevor mir schließlich auf dem Sofa die Augen zufallen. Es liegt jedoch nicht an den Büchern. Ich habe gerade erst Der Paria von Anthony Ryan fertig gelesen, aber die über 700 Seiten haben sich schon etwas gezogen. Das Buch war sehr gut, aber ich schaffe es aktuell einfach nicht, ein dickeres Buch in zwei bis drei Tagen zu lesen. Früher war das weniger das Problem, da konnte ich in einer Woche ganze Trilogien verschlingen. Vielen Dank jedenfalls an die Hobbit Presse für das Rezensionsexemplar. Meine Rezension von Der Paria kommt in den nächsten Tagen online.

Vor wenigen Wochen war ich auf der Leipziger Buchmesse unterwegs und habe mir einige Neuerscheinungen angesehen. Über 64.000 neue Titel erscheinen etwa in jedem Jahr (allein in Deutschland). Ich frage mich dann immer, wer denn das alles jemals lesen soll? Jeder Autor/Herausgeber möchte natürlich sein Geld verdienen, aber es fasziniert mich.

Und natürlich finde ich es toll, dass der Buchmarkt so lebt und die Nachfrage nach gedruckten Büchern aller Art auch im digitalen Zeitalter anhält. Ich hatte auf der Buchmesse auch einige interessante Gespräche mit weniger bekannten Autoren. Sie alle versuchen ihre Werke unter die Leute zu bringen und Leserinnen und Leser zu gewinnen. Es ist ein wirklich hartes Brot, bis man irgendwann vielleicht mal richtig bekannt ist. Die Montagsfrage von Sophia vom Literaturblog Wordworld dreht sich um genau diese Frage spannende Frage. Nicht nur um das ob, sondern auch um das wie.

WENN IHR SELBST EIN BUCH SCHREIBEN WÜRDET, ÜBER WAS WÜRDET IHR SCHREIBEN
(KONKRETE IDEEN, GROBES GENRE, GENERELLE THEMEN…)?

Ich muss gestehen, auch ich habe schon darüber nachgedacht, einmal ein Buch zu schreiben und selbst Autor zu werden. Im Moment schaffe ich es jedoch nicht einmal, wie oben bereits erwähnt, ein Buch zügig zu lesen, aber schreiben?

Ich bin ja nun schon fast 10 Jahre als Buchblogger unterwegs und habe während dieser relativ langen Zeit auch so einiges mitbekommen, wie aufwändig es ist, ein eigenes Buch zu schreiben und dann auch noch einigermaßen erfolgreich zu veröffentlichen. Einige gute junge Autorinnen und Autoren, die noch dazu recht gut schreiben konnten, haben dabei schon das Handtuch geworfen. Wenn das Buch nach vielen Stunden harter Arbeit schließlich gedruckt ist, ist es noch lange nicht bei den Lesern angekommen.

Ich denke, am erfolgreichsten sind wohl oft die Autorinnen und Autoren, die nur schreiben um des Schreibens Willen und die selbst nicht den Anspruch haben, mit ihen Werken irgendwann berühmt zu werden. J. K. Rowling hatte eine Idee, die sie umsetzte. Sie hat versucht ihr Buch bei Verlagen unterzubringen und war zunächst nicht erfolgreich. Der Erfolg kam dann aber recht unerwartet. John Gwynne (und einige andere) schrieb seine Bücher zunächst für seine eigenen Kinder. Geschichten, die er abends am Bett erzählte, und die glücklicherweise schließlich den Weg in die Regale fanden.

Als Leser und Buchblogger weiß ich nicht nur, wie viel Arbeit hinter einem eigenen Buch steckt. Ich sehe auch, wie toll viele Autorinnen und Autoren schreiben und erzählen können (auch unbekanntere). Ich kann mir aktuell kaum vorstellen, das halbwegs passabel hinzubekommen, damit man es auch lesen kann. Das größte Problem ist für mich auch die Ideenfindung. Etwas worüber ich schreiben kann und möchte. Hier mangelt es mir einfach an Kreativität und es fasziniert mich schon immer wieder, wie manche Autorinnen und Autoren auf ihre Ideen kommen. Vielleicht habe ich ja einmal eine gute Idee und ich mache meine ersten Schritte.

Da ich vor allem im Genre Fantasy und Dystopien zu Hause bin, wäre das wohl auch das Genre, in dem ich mir vorstellen könnte zu schreiben. Aber wie gesagt, mir fehlt noch so die richtige Idee und im Moment auch die Zeit, um einfach mal anzufangen. Ob mein eigenes Buch irgendwann einmal Realität wird, kann ich heute noch nicht sagen. Vielleicht.

Wie ist das bei Euch? Habt Ihr schon einmal darüber nachgedacht, ein Buch zu schreiben? Freue mich auf Eure Kommentare.

Jay

6 Gedanken zu “Ein eigenes Buch schreiben?

  1. Hallo Jay^^

    So leicht wird der gedruckte Büchermarkt nicht sterben. Zum einen ist es schön, wenn man in das Regal schaut und dort die ganzen Lieblingsbücher stehen. Auf der anderen Seite gibt es noch sehr viele Menschen, denen die Haptik der Bücher und der Geruch von ihnen wichtig ist. Höchstens, wenn es irgendwann mal Papiermangel gibt, aber das wäre dann sowieso ein ganz anderes Thema^^°

    Ja, das kann ich verstehen. Ich schreibe zwar nur Fanfictions, aber auch hier muss man für längere FFs genug Zeit einplanen. Ob es nun für das Wordbuilding gilt, den Aufbau der Geschichten oder der Recherche, das kann genauso viel Zeit fressen wie wenn man was eigenes schreibt. Diese Zeit muss man sich aber auch nehmen können (wollen), das ist klar.

    Das stimmt, man merkt den Werken auch an, ob sie nun aus Spaß an der Schreibfreude geschrieben wurden oder, damit man den fetten Reibach machen kann. Gibt es auch bei den FFs bzw gabs das früher, keine Ahnung, ob es das heute noch gibt. Aber viele haben zumindest einfach FFs zu Themen und Pairings geschrieben, die zu der Zeit total stark beliebt waren und haben dafür dann ganz viele Kommentare einkassiert. Und das, obwohl sie eigentlich nicht immer Lust darauf hatten, aber hey, man geht halt mit dem, was grad in ist^^°
    Für mich wäre das nichts, wenn ich nicht grad an einer Wichtelgeschichte schreibe, schreibe ich in erster Linie für mich, veröffentliche meine FFs aber auch gerne.

    Ideenfindung ist kein Problem, bei mir ist eher das Gegenteil der Fall. Die Ideen finden mich immer, ich könnte im Mariannengraben hocken und die würden mich immer total leicht orten können XD

    Liebe Grüße,
    Kira

    1. Hallo Kira,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Das ist richtig gut, wenn Dir die Ideen nur so zufliegen. Ich begnüge mich im Moment nur damit, die Bücher, die andere schreiben, zu lesen. Alles andere ist mir im Moment zu stressig. Gute Bücher brauchen jedoch auch viele engagierte Leserinnen und Leser, damit sie Verbreitung finden (und die Autorinnen und Autoren wollen ja auch was verdienen). 😉

      Liebe Grüße
      Jay

  2. Hey Jay,

    an Ideen mangelt es mir nicht, eher an der Motivation und dem Durchhaltevermögen, mich hinzusetzen und das Projekt wirklich umzusetzen. Denn wie du schon gesagt hast, weiß ich als langjährige Leserin, Buchbloggerin, Testleserin und teilweise auch im Veröffentlichungsprozess von SPs eingesetzte Lektorin leider sehr gut, wie lange der Weg von der ersten Idee zum gedruckten und dann nochmal zum verkauften Buch ist.
    Auch die Frage, ob die Welt bei dieser riesigen Anzahl an jedes Jahr veröffentlichten Büchern und dem Genie mancher AutorInnen ausgerechnet MEINE Geschichte braucht, spielt vielleicht eine Rolle 😉

    Liebe Grüße
    Sophia

    1. Hallo Sophie,

      das ist auch mein Gedanke. Es müsste schon eine außerordentliche, nie dagewesene Geschichte sein, damit ich das Bedürfnis habe, meinen Beitrag zur Bücherflut zu leisten. Zudem fehlt mir schlichtweg die Zeit zum Schreiben. Vielleicht mal, wenn ich in Rente bin…

      Liebe Grüße
      Jay

  3. Guten Morgen Jay 🙂

    Darüber nachgedacht ja, eine angefangene Idee tummelt sich auch in einer Schublade. Aber momentan fehlt mir schlicht die Zeit und auch die Muße, mich damit näher zu beschäftigen. Zumal der Markt ja momentan mehr als gesättigt ist und es so viele Bücher gibt, die man nie wird lesen können. Ob ich es wie andere hinbekommen würde, wage ich auch ein bisschen zu bezweifeln. Momentan reicht mir das Lesen und Bloggen als Hobby dann doch aus.

    Lieben Gruß
    Andrea
    Mein Beitrag

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