8. Dezember 2022

Die Spur ins Schattenland von Jonathan Stroud

Jonathan Stroud: Die Spur ins Schattenland, Taschenbuch, cbj Verlag, 2016 (Neuauflage)

Alle denken, Max wäre ertrunken. Nur seine beste Freundin Charlie glaubt das nicht. Schließlich war sie dabei, als er am Mühlsee ins Wasser sprang. Sie allein weiß, was genau dort passiert ist. Unheimliche Wesen haben ihn in eine andere Welt entführt! Aber Charlie kann Max in ihren Träumen sehen und sie ist überzeugt, sie muss nur seinen Spuren folgen, um ihn nach Hause zu holen. Und so folgt Charlie ihnen, selbst über die Grenzen dieser Welt hinaus – ins Schattenland … (Quelle: cbj Verlag)

Titel: Die Spur ins Schattenland (The Leap) Autor: Jonathan Stroud Verlag: cbj Seitenzahl: 320 Genre: Kinder-/Jugendbuch Alter: 11+ Erste Auflage: 2008 (2001) Ausgaben: Taschenbuch, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3570225974 (TB) Sonstiges:

Über den Autor

Jonathan Stroud wurde 1970 in Bedford geboren. Da er als Kind häufig krank war, verschlang er schon damals viele Bücher. Er studierte Englisch und arbeitete zunächst als Lektor in einem Londoner Verlag. 1999 veröffentlichte er seinen Debütroman Drachenglut und beschloss danach sich völlig dem Schreiben zu widmen. Weithin bekannt wurde er mit seiner fantastischen Bartimäus-Reihe und der neueren Jugendbuchreihe Lockwood & Co. Sein Buch The Leap erschien bereits 2001. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle, Arthur und Louis in der Nähe von London.

Meine Meinung zu Die Spur ins Schattenland

Die Spur ins Schattenland von Jonathan Stroud ist das letzte von einer Reihe Kinder- und Jugendbücher, die ich während meines Klinikaufenthalts in Bogenhausen in kürzester Zeit gelesen habe. Bereits die Reihe Lockwood & Co. habe ich vor einigen Jahren sehr genossen. Deshalb ist der Autor kein Unbekannter für mich.

Sympathische Charaktere

Die Handlung dreht sich im Prinzip um das Mädchen Charlotte (genannt Charley) und ihrem besten Freund Max. Letzterer gleitet, nach einem Sprung in einen tiefen Mühlteich, in das geheimnisvolle Schattenland. Alle halten ihn für tot, nur Charley macht sich in ihren Träumen auf die Suche nach Max, um ihn zurück in die reale Welt zu führen.
Charley ist eine starke Protagonistin, die nur von dem Wunsch beseelt ist, Max ins Leben zurückzubringen. So stark ist das Band der Freundschaft zwischen den beiden, dass sie bereit ist allerlei Mühen auf sich zu nehmen. Natürlich machen sich die Menschen in ihrem Umfeld große Sorgen um sie, allen voran ihre Mutter und ihr großer Bruder James.

Jonathan Stroud gelingt es gut, die Charakterbeziehungen zwischen den Protagonisten herauszuarbeiten. Die behütende Mutter, der immer besorgte James und eine Charlotte, die nicht aufgibt nach Max zu suchen. Die Interaktionen zwischen den dreien, insbesondere die Spannungen, haben mir gut gefallen. Natürlich weiß der Leser mehr über Charleys Beweggründe und was sie erlebt, den man glaubt ihr nicht, dass Max noch leben könnte. Dadurch ist sie weitgehend auf sich gestellt und hat ihre eigene Familie als “Gegner“. Das erzeugt Spannung.

Im Buch wechselt mehrmals die Perspektive zwischen Charley und ihrem Bruder James. Das hilft beide Sichtweisen einzunehmen und zu verstehen, was die Geschichte auch bereichert.

Traum oder Realität?

Strouds Buch ist besonders in der Hinsicht, weil er in der Handlung Traum und Realität gekonnt mischt. Die Übergänge sind jedoch nicht so fließend, dass man ständig rätseln muss, ob sich die Handlung gerade in der Traumphase befindet oder nicht. Das fand ich gut und nachvollziehbar. Nicht immer müssen Traum und Wirklichkeit verschwimmen, obwohl das an wenigen Stellen auch vorkommt.

Was Charleys Suche nach Max betrifft, entwickelt der Autor einige gute Ideen. Manchmal wirkt es ein wenig konstruiert, aber es ist nicht völlig unglaubwürdig. Wer weiß schon genau, wie eine Suche und Verfolgung im Traum funktioniert? Charleys selbst auferlegte Mission Max zu retten wird schnell zu einem Wettlauf gegen die Zeit, den sie gewinnen muss. Somit liest sich Die Spur ins Schattenland durchweg flüssig mit steigender Spannung bis zum großen Finale auf den letzten Seiten. Leider fehlt ihm Buch die Prise Humor, für die Stroud mit seinen anderen Büchern bekannt wurde. Sicher liegt das aber auch am Ernst der Thematik von Tod und Verlust.

Das Ende ist, wie bereits angedeutet, nochmal richtig spannend geworden. Das fand ich super. Auch wenn es so etwa in dieser Form zu erwarten gewesen wäre, bleibt es ein guter Abschluss des Buches. Es ist sicherlich nicht Strouds schlechtester Roman.

Mein Fazit zu Die Spur ins Schattenland

4 von 5 Sternen „Ein solider Roman über Freundschaft und Vertrauen.“

Das schon etwas ältere Buch könnte gerade für die jüngeren Leserinnen und Leser recht spannend sein. Für die wurde es in erster Linie ja auch geschrieben. Liebe, Freundschaft, Trauer und Verlust sind zentrale Themen des Buches und sind auch aus pädagogischer Sicht gekonnt umgesetzt. Somit kann man auch fürs Leben etwas mitnehmen. Die Charaktere sind sympathisch und konnten mich überzeugen.Insgesamt ist es ein durchaus gelungenes Buch für jüngere Leser, aber auch mal für Erwachsene.

Jay

Ein Gedanke zu “Die Spur ins Schattenland von Jonathan Stroud

  1. Huhu!

    Das hab ich vor gefühlt einer Ewigkeit gelesen! Mir hat es damals auch richtig gut gefallen! War auf jeden Fall sehr abgefahren teilweise 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

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