Jonathan Stroud: Das grauenvolle Grab (Lockwood & Co. 5)

Jonathan Stroud: Das grauenvolle Grab, Dt. Erstausgabe
cbj Verlag, 2017

Inhalt

Nach ihren gefährlichen Abenteuern der vergangenen Zeit hätten sich Lockwood & Co. eigentlich eine wohlverdiente Auszeit verdient, stattdessen beschließen sie ihr Leben in einer schwer bewachten Gruft zu riskieren – dem letzten Ruheort von Marissa Fittes, der legendären (und vermeintlich toten) Geisterjägerin und Gründerin der mächtigen Fittes Agentur zur Bekämpfung übernatürlicher Erscheinungen. Dass der heimliche Besuch der dunklen Gruft vermutlich kein Spaziergang werden wird, lässt der Ort schon vermuten, aber Lockwood & Co. sind bereit alles zu riskieren, um die Wahrheit über Marissa Fittes Tod ans Licht zu bringen. Was sie entdecken bringt nicht nur ihre Welt ins Wanken, sondern wirft auch auf die Geisterepidemie in England ein völlig anderes Licht. Plötzlich sehen sich die Freunde weitaus mächtigeren Gegnern gegenüber als bisher und ihr verzweifelter Kampf zwingt sie erneut auf die andere Seite, ins Reich der Toten und in tödliche Gefahr… Werden sie alle überleben?

Über das Buch und den Autor

Jonathan Stroud (Autor)

Jonathan Stroud wurde1970 in Bedford geboren. Da er als Kind häufig krank war, verschlang er schon damals viele Bücher. Er studierte Englisch und arbeitete zunächst als Lektor in einem Londoner Verlag. 1999 veröffentlichte er seinen Debütroman Drachenglut und beschloss danach sich völlig dem Schreiben zu widmen. Weithin bekannt wurde er mit seiner fantastischen Bartimäus-Reihe. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle, Arthur und Louis in der Nähe von London. The Empty Grave (dt. Titel: Das grauenvolle Grab, eigentlich: Das leere Grab) ist das fünfte und letzte Buch in Jonathan Strouds Jugendbuchreihe Lockwood & Co., das am 21. September 2017 bei Corgi Childrens in England erschien. Die Originalausgabe umfasst 560 Seiten. Schon am 27. November 2017 erscheint die deutsche Übersetzung mit 512 Seiten beim cbj Verlag (Gebundene Ausgabe). Das Buch ist in sechs größere Abschnitte mit insgesamt 28 Kapiteln unterteilt. Ganz am Ende gibt es wie immer ein Glossar mit Erklärungen vieler im Buch verwendeter Begriffe.

Meine Meinung

Ich lese die Reihe Lockwood & Co. seit vor einigen Jahren der erste Teil in die Regale der Buchhandlungen kam. Von Beginn an habe ich die Bücher auf Englisch gelesen und sehr genossen. Nicht nur, dass Stroud wunderbar lebhaft schreibt, er schafft es mit seinem jugendnahen Stil junge und ältere Leser von den ersten Seiten an zu fesseln. Nun ist der letzte Band der Reihe erschienen und er ist definitiv ein würdiger Abschluss dieser tollen Jugendbuchreihe. Einerseits ist es ein bisschen Schade, dass man sich als Leser nun von den vielen interessanten Charakteren verabschieden muss, denn ich habe sie gerne auf ihren Wegen durch die dunklen Straßen Londons begleitet, andererseits finde ich es jedoch auch richtig die Reihe abzuschließen, denn inzwischen wiederholen sich die Kämpfe gegen die Übernatürlichen irgendwie immer wieder. Zwar gab es regelmäßig neue Hintergrundgeschichten zu den Geistern und auch verschiedene Kräfte, die sie beherrschen, aber die Wiederholung ist bei den Kämpfen doch unvermeidlich geworden. Würden weitere Bände erscheinen, wäre vielleicht irgendwann die Luft raus. Was die Handlung der Romane voranbringt ist eigentlich die Geschichte, die sich nebenher abspielt, also die Erforschung der wahren Hintergründe der Heimsuchung Englands durch die Geisterwesen. Die Kämpfe gegen die Geister sind dabei eigentlich nur aktionsreiches Beiwerk, die immer wieder die Spannung hochhalten und für Abwechslung sorgen. Notwendig Rahmenhandlung, aber eben austauschbar. Jonathan Stroud hat seine Geschichte über die fünf Bücher hinweg Schritt für Schritt entwickelt und mit jedem Band ein bisschen mehr offengelegt. Mit Das grauenvolle Grab ist das große Geheimnis nun gelüftet und die Reihe beendet. Nicht jedoch, ohne noch einige Überaschungen bereitzuhalten. Mit der letzten Seite könnte es Stroud also gut sein lassen, jedoch ist der Schluss so gestaltet, dass er vielleicht auch ein weiteres Buch schreiben könnte, wenn er denn wollte. Zumindest kam es mir so vor.

Jonathan Stroud: The Empty Grave, US-Hardcover
Disney-Hyperion, 2017

Was hat mir nun an The Empty Grave besonders gefallen? Nun ja, die Charaktere sind, wie auch schon in den Büchern davor, wunderbar ausgearbeitet. Stroud schreibt sehr lebendig und versteht es auch immer wieder eine gute Portion Humor mit einfließen zu lassen, zum Beispiel die Kommentare des Totenschädels im Glas, den Lucy fast immer mit sich herumträgt. Das Lockwood & Co. ein gut eingespieltes Team sind zeigt sich durch die gute Interaktion der Charaktere, die bereit sind sich für die Gruppe aufzuopfern und die sich gegenseitig aus so manchen Gefahren retten. Die zentrale Rolle im Buch nimmt jedoch nicht Lockwood ein, sondern seine Gruppengefährtin Lucy, aus deren Perspektive das Buch geschrieben ist. Der Einblick in Lucys Gefühlswelt, die insgeheim Lockwood näherkommen will gibt der Reihe auch einen romantischen Touch. Doch auch die anderen Charaktere haben ihre Berechtigung und müssen im Buch so manches einstecken. Jonathan Stroud bringt in sein letztes Band der Reihe viele neue Ideen und Details ein und macht die Handlung dadurch abwechslungsreich und fesselnd. Gerne liest man weitere Kapitel, obwohl man eigentlich schon ins Bett gehen wollte. Er verzichtet in den Büchern glücklicherweise auf unnötig detailliert dargestellte Gewalt und allzu blutige Bilder, ohne sie jedoch ganz beiseite zu lassen und somit die Spannung weiter zu steigern. Er findet das richtige Maß, was für die Leser (ab 12 Jahren) noch erträglich sein sollte und das auch Erwachsenen nicht zu weichgespült vorkommt. Die Handlung läuft natürlich auf den großen Endkampf hin, der Lockwood & Co. nochmal alles abverlangt und ein würdiges Ende der Reihe ist.
Ich bin bereits gespannt, was Jonathan Stroud in Zukunft für die Fans seiner Bücher veröffentlichen wird. Hoffentlich etwas so tolles, wie Lockwood & Co. oder seine bekannte Bartimäus-Reihe. Inzwischen werde ich mich seinen anderen Büchern zuwenden. Lesespaß garantiert.

5 von 5 Sterne
„Spitzenmäßiger Abschluss!“

Mein Fazit

The Empty Grave ist ein gut gelungener und würdiger Abschluss der Lockwood & Co.-Reihe. Jonathan Stroud hat es geschafft die Spannung bis zur letzten Seite hochzuhalten und die Handlung abwechslungsreich und fesselnd zu entwerfen. Man sollte jedoch die Bücher nacheinander lesen, da die Handlung aufeinander aufbaut. Es lohnt sich in jedem Fall, da eigentlich alle Bücher der Reihe gut geworden sind. Wer die Reihe also noch nicht kennt, sollte einfach mit Die seufzende Wendeltreppe anfangen und eintauchen in die düsteren Straßen Londons und die Welt der Geisterjäger.

Sprachniveau: 2 von 4 (Einsteiger)

Lockwood & Co. lässt sich auch auf Englisch recht gut lesen. Wer die Sprache einigermaßen beherrscht, so ab der achten/neunten Klasse, sollte mit den Texten gut zurechtkommen. Ein Wörterbuch ist an manchen Stellen nützlich.

 

 

Jay

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