23. Mai 2022

Ahren (Der 13. Paladin) von Torsten Weitze

Ahren

Von seinem trunksüchtigen Vater verprügelt und von der Dorfjugend schikaniert, kann der heranwachsende Ahren sein Glück kaum fassen, als er bei der alljährlichen Eignungsprüfung von Falk dem Waldläufer als Lehrling auserwählt wird. Bei ihm lernt er das Bogenschießen und den Kampf gegen Dunkelwesen. Am Tag der Frühlingszeremonie geschieht das Unerwartete. Unbeabsichtigt weckt Ahren dunkle Mächte aus der fernen Vergangenheit Joraths, die er nie für möglich gehalten hat. Eine abenteuerliche Reise beginnt. (Quelle: Bene Bücher)

Titel: Ahren Autor: Torsten Weitze Verlag: Bene Bücher Seitenzahl: 440 Genre: Fantasy Alter: 12+ Erste Aufl.: 15. Mai 2019 Reihe: Der 13. Paladin, #1 Ausgaben: Paperback, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3947515714 (Paperback) Sonstiges: Karte im Innenteil Folgeband: Die Ernennung

Über den Autor von Ahren

Ahren ist der erste Teil der Fantasy-Reihe Der 13. Paladin von Torsten Weitze und bereits im Mai 2019 erschienen. Der Autor wurde am 11. Juni 1976 in Krefeld geboren, wo er heute noch mit seiner Frau und zwei Katzen wohnt. Bereits als Jugendlicher hat er viele Bücher gelesen und mit der Zeit sein Regal beständig gefüllt. Dass er zudem ein eifriger Spieler von Pen-und-Paper-Rollenspielen war, kommt seinen Büchern ebenfalls zu Gute.
Torsten Weitze machte eine Lehre als Verlagskaufmann und ist heute, neben dem Schreiben, Geschäftsführer seines Familienunternehmens. In seiner Freizeit liest er, schaut Filme, spielt Computerspiele und betreibt zudem Jiu-Jitsu in einem Dojo in Krefeld, wo er auch den Umgang mit traditionellen japanischen Waffen lernt. (Quelle: Torsten Weitze).

Meine Meinung zu Ahren

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf Ahren aufmerksam geworden bin. Ich weiß nur noch, dass mich zum einen das Cover angesprochen hat und zum anderen der Klappentext. Für manche mag die Beschreibung des Inhalts ein Grund sein, das Buch nicht zu kaufen, denn die Rahmenhandlung ist nicht gerade neu. Man kann sogar sagen, es ist ein traditioneller Einstieg in eine Fantasy-Geschichte. Ein Junge (oder ein Mädchen), nicht selten ein Außenseiter in seiner Gemeinde, wird Teil eines Abenteuers, das er/sie selbst sich niemals erträumt hätte. Dabei wächst der Protagonist oft über sich selbst hinaus und wird immer mehr vom Mauerblümchen zum Helden der Geschichte. Gemeinsam mit anderen begibt er sich auf eine Queste (abenteuerliche Suche), um einen schrecklichen Feind zu besiegen und die Welt zu retten. Nach diesem Muster konnten bereits Der kleine Hobbit, Der Herr der Ringe, Der Drachenbeinthron, Der Adept des Assassinen,… und viele andere die Leserinnen und Leser begeistern.

Bekannter Rahmen – neuer Inhalt

Für manchen mag diese Rahmenhandlung ziemlich klischeehaft und auch altbacken sein und ein Grund, das Buch nicht zu kaufen. Ich sehe das allerdings komplett anders, denn ich liebe genau diese Einstiege. Für mich ist vor allem wichtig, was der Autor mit der Zeit aus der Geschichte macht. Hat er eigene, noch nicht dagewesene Ideen? Kann er mich überraschen? Wie entwickeln sich die Protagonisten weiter und gelingt es dem Autor mit seinem Schreibstil einen Spannungsbogen zu schaffen, der mich bis zur letzten Seite an das Buch fesselt? Ich bin jetzt noch noch nicht allzu weit in die 13-teilige Reihe vorgedrungen, aber ich bin guten Mutes, dass Torsten Weitze mit seiner Buchreihe etwas Gutes und Lesenswertes geschaffen hat. Hier ein paar detaillierte Eindrücke vom ersten Buch Ahren.

Angenehmer Schreibstil mit gutem Zeitverlauf

Torsten Weitze: Der 13. Paladin (Die Lehrjahre), Band 1 bis 5 im Schuber, Bene Bücher

Torsten Weitze schreibt für mich in einem sehr angenehmen Stil. Ausführlich beschreibend, wo es notwendig ist, aber auch mit Zeitsprüngen, wo es die Handlung voranbringt. Insbesondere bei Ahrens Lehre bei seinem Meister, dem Waldläufer Falk, gibt es immer wieder Sprünge von mehreren Wochen und Monaten. Dadurch wächst Ahren schneller heran und man hat dennoch nicht das Gefühl von Oberflächlichkeit.

An passenden Stellen klingen die Beschreibungen der Natur geradezu poetisch. Es sind kurze Eindrücke, mit denen der Autor Stimmung aufbaut, ohne mit zu vielen Metaphern den Bogen zu überspannen. Torsten Weitze lässt seine Welt atmen und bringt sie so seinen Lesern nahe, ohne das es ermüdend wird. Bisweilen hat entbehrt sein Stil nicht ein wenig Humor, der einem beim Lesen auch mal lächeln lässt. Das hat mir gut gefallen und mir geholfen in Weitzes Fantasywelt einzutauchen.

Der Autor gibt sich auch sehr viel Mühe eine epische Handlung und Welt zu erschaffen. Er machte sich viele Gedanken zu den Völkern und Wesen in seinem Buch, zum Beispiel zu den Schattenwesen oder auch den Elfen, und ich hoffe, er wird diese Welt auch in seinen folgenden Bänden weiter ausbauen und Gestalten.

Was mich jedoch ein wenig gestört hat, war die auffällig häufige Verwendung von distanzierend wirkenden Ausdrücken, um die Wiederholung von Namen zu vermeiden. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschrieben soll. Gefühlt auf jeder Seite hieß es dann „der junge Mann“ anstatt einfach nur „Ahren“. Ich fand das irgendwie komisch, zumal Ahren mit 14/15 Jahren in meinen Augen immer noch ein Junge ist. „Junger Mann“ klingt zudem so, als würde man den Protagonisten (noch) nicht kennen, doch gerade Ahren kennt man als Leser zu dem Zeitpunkt bereits sehr gut. Der Waldläufer Falk war dann irgendwann auch mal „der alte Mann“ und Uldini (ein weiterer Reisegefährte) war „der kleine Mann“.

Liebenswerte und überzeugende Charaktere

Wie ihr vielleicht schon aus meinen anderen Rezensionen wisst, steht und fällt ein Buch bei mir mit den Charakteren und ob ich überhaupt einen Draht zu ihnen finden kann. Hier war das sehr wohl der Fall, denn ich mochte Ahren von den ersten Seiten an. Ich konnte mit ihm mitfühlen, seine Handlungen nachvollziehen und war auch sehr interessiert an seinem Fortkommen (und seinem Leid) in der Ausbildung. Sein Lehrmeister, der Waldläufer Falk, hat etwas geheimnisvolles an sich, das auch immer mal wieder durchschimmert und ich habe auch schon eine Idee dazu. Mehr sage ich nicht und ich bin gespannt, wie sich das noch entwickelt. Später kommt dann noch Uldini mit dazu, sowie Falks treue Freundin und langjährige Begleiterin Selsena. Zu ihnen will ich hier ebenfalls nichts weiter verraten, um nicht zu viel von der Geschichte vorweg zu nehmen. Ich will nur erwähnen, dass beiden etwas Besonderes anhaftet und sie die Geschichte zusätzlich bereichern. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird.

Mein Eindruck war, dass sich der Fokus mit dem Beginn der Queste mehr auf Falk und Uldini verlagerte. Anfangs war er mehr auf Ahrens Charakter, was ich besser fand. Ich hoffe, das wird sich in den Folgebänden wieder ändern, denn ich möchte nichts Falks oder Uldinis Geschichte erleben, sondern Ahrens.
Dass Ahren mit Culhen gerade einen Blutwolf als Begleiter hat, ist eine weitere Parallele zu anderen Fantasy-Romanen. Es erinnert mich an die Schattenwölfe in George R. R. Martins Das Lied von Eis und Feuer oder an Fitz Chivalrics Wolf „Nachtauge“ in Robin Hobbs Weitseher-Saga. Wölfe machen eben gute Gefährten für junge und ältere Helden.

Nichts geschrieben habe ich hier über das Ziel von Ahrens Queste und seinem großen Widersacher, den es zu bekämpfen gilt. Das ist natürlich Absicht, um nicht zu viel vorweg zu nehmen. Durch mehrere Perspektivenwechsel im Buch rückt jedoch auch immer mal wieder das Böse in den Fokus der Handlung und man erfährt nach und nach auch mehr vom großen Antagonisten der Reihe.

Der Schluss macht Bock auf mehr

Der Schluss des Buches gibt bereits einen Ausblick auf die weiteren Ziele der Reise und ich bin gespannt, wie es mit der Gruppe weitergeht und natürlich, wie sich die Charaktere im Laufe der Zeit weiter entwickeln werden. Nicht zuletzt wollte ich noch erwähnen, dass mir die farbenfrohen Cover der Reihe sehr gut gefallen.

Die ersten Bücher der Reihe gibt es übrigens bei Bene Bücher im Schuber mit einer zusätzlichen farbigen Karte und einer Kurzgeschichte. Dort kann man die Bücher auch signiert bestellen.

Mein Fazit zu Ahren von Torsten Weitze

4.5 von 5 Sternen „Eine Geschichte gut erzählt.“

Auch wenn das Buch für eine Leserschaft zwischen 12 und 14 Jahren beworben wird, so bin ich doch der Meinung, dass auch ältere Fans guter Fantasyliteratur an dem Buch ihre Freude haben könnten. Weitze entwickelt mit viel Liebe zum Detail eine fantastische Welt mit starken, glaubwürdigen Charakteren und guten Ideen. Es gibt zudem noch einiges Potenzial nach oben und ich hoffe, dass der Autor die Chance nutzt die Geschichte weiter zu entwickeln. Ich habe Ahren sehr genossen und freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung Die Ernennung.

Jay

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