Michael Green: Stunde Null (engl.: Blood Line)

Michael Green: Stunde Null Verlagsgruppe Luebbe (2009)

Michael Green: Stunde Null
Verlagsgruppe Luebbe (2009)

Inhalt (Klappentext)

Für Mark Chatfield und seine Frau ist es ein gewöhnlicher Flug. Sie sind auf der Heimreise nach Neuseeland. Doch an Bord geschehen seltsame Dinge: Einige Mitglieder der Crew scheinen krank zu sein. Auch Marks Frau leidet an den gleichen Symptomen. Als das Flugzeug landet, umstellen Soldaten die Maschine und nehmen die Passagiere in Gewahrsam. Nur Mark bleibt auf seinem Platz. Er hält seine Frau in den Armen. Sie ist tot. Aus ihrer Nase und ihren Ohren rinnt Blut. Mark verbringt mit den anderen Passagieren die nächsten Wochen in Quarantäne und muss mitansehen, wie einer nach dem anderen an der seltsamen Krankheit stirbt. Nur Mark und seine Kinder scheinen immun zu sein. Die Krankheit verbreitet sich in einer Pandemie über den Globus und löscht die gesamte Menschheit aus. Mark ist bald alleine auf einer entvölkerten Erde. Auf der Suche nach Überlebenden entdeckt er etwas, das selbst die tödliche Krankheit in den Schatten stellt …

Über das Buch

Für Michael Green ist das Schreiben nur ein Hobby, ebenso wie das Segeln. Bloodline ist sein Debütroman, der 2009 unter dem deutschen Titel Stunde Null erschien. Green ist Gründer einer Software Firma und verdient sein Geld als IT-Berater und professioneller Redner. Er wohnt in Neuseeland und in Großbritannien.
Blood Line (Stunde Null) ist der erste Teil einer Trilogie. Der zweite Teil ist 2012 bereits unter dem Titel Blood Bond  (Der jüngste Tag) erschienen. Teil 3 soll den Titel Blood Roots tragen. Der Dreiteiler fand bereits internationale Beachtung und erhielt einige positive Kritiken. Stunde Null wird derzeit nicht mehr aufgelegt. Restbestände der 1. Auflage waren für kurze Zeit in Billig-Bücherläden erhältlich. Das deutsche Taschenbuch hat 443 Seiten und ist in 55 Kapitel unterteilt.

Meine Meinung

Ich habe mein Exemplar von Stunde Null im Mai 2013 im Jokers gekauft. das Buch war von 16,99 € auf 5,99 € heruntergesetzt. Da ich Dystopien gerne lese und mich das Cover auch angesprochen hatte, habe ich es mitgenommen. Der Klappentext war vielversprechend: Eine tödlicher Virus rafft die ganze Menschheit dahin und dann stoßen die Überlebenden auf etwas, das noch viel grausamer ist als die tödliche Krankheit… WOW dachte ich mir, was kann noch grausamer sein als die Auslöschung der ganzen Menschheit? Sprengen vielleicht Außerirdische den ganzen verdammten Planeten? Hat etwa Justin Bieber überlebt? :omg:
Voller Eifer stürzte ich mich also auf den Roman. Der Schreibstil ist sehr flüssig, ja geradezu als pragmatisch zu bezeichnen. Der Text liest sich in weiten Teilen wie ein Bericht, Emotionen zwischen den verbliebenen Überlebenden werden nur wenig beschrieben und leider auch keine ausführlichen Gedankengänge. Dabei sollte man doch meinen, dass das Resultat der Pandemie metertiefe Spuren in den Seelen der Überlebenden hinterlassen haben müsste. Einfach nur etwas worüber man nachdenken und philosophieren kann, Leidensdruck, Hass, Trauer, tiefergehende Emotionen eben. Michael Green hält sich jedoch nicht groß mit Gefühlen auf und hat wohl leider nicht die Gabe sich da groß hinein zu versetzen. Das größte Problem der Hauptfigur ist quasi die Rettung der menschlichen Rasse durch Fortpflanzung. Meinetwegen. Ist halt praktisch veranlagt der Mann. Wenn ich jedoch nach einer Odyssee und einer Vielzahl von Gefahren endlich einen Zweig meiner Familie wiederfinde, dann steht die Auswahl des geeignetsten Partners zur Fortpflanzung nicht zwingend an erster Stelle. Natürlich ist  nicht jeder Mensch geeignet, denn der „Genpool“ muss optimiert werden, damit die Menschheit eine gute Chance auf Rettung hat. Zumindest meint das der Autor. Genpool ist quasi DAS Lieblingswort von Michael Green. Alles andere wäre ja Inzucht. Als dann ganz zum Schluss ein Teil der Flüchtlinge in ein Boot steigen darf, wird schon ganz genau geschaut, wer da mit wem zukünftig den Fortbestand der Menschheit sichern darf. Ist im Prinzip wie bei der Schweinezucht. :laugh:  Ganz ehrlich. Kann man solche Gedankengänge wirklich nachvollziehen?
In der zweiten Hälfte wird der Roman dann schon sehr spannend und man will auch wissen, wie es endet. Allerdings ist die ganze Auflösung nicht besonders gelungen. Zu viele Verhaltensweisen der Protagonisten sind geradezu unlogisch, einige Dinge bleiben ungeklärt und es kommt zu Cliffhangern, die eher nerven, als beim Leser Lust auf eine Fortsetzung zu machen.
Nach der Lektüre des Buches war mir dann schon klar, warum schon die 1. Auflage billig verramscht wurde. Dennoch ist der zweite Teil unter dem Titel Der jüngste Tag auf Deutsch erschienen. Bloodline selbst findet man nur noch als Großdruck, weil eine „normale“ Ausgabe anscheinend nicht mehr aufgelegt wird. Für ein Buch mit angeblich großer internationaler Beachtung ist das schon äußerst merkwürdig. Offenbar war es dann doch nicht so prickelnd. :roll:
Ob ich mir die Fortsetzung wirklich noch antun will weiß ich nicht. Die Rezensionen zu Der jüngste Tag sind nicht gerade berauschend.

2 von 5 Sternen "Handlung nicht überzeugend und zu wenig Tiefgang."

2 von 5 Sternen
„Handlung nicht überzeugend und zu wenig Tiefgang.“

Fazit

Die Idee war gut, wenn auch nicht ganz so bahnbrechend, wie einem die Medien glauben machen wollen. Dass ein tödlicher Virus die Menschheit heimsucht, die Idee hatte auch schon Stephen King mit The Stand. Die Dialoge wirken manchmal künstlich und die Handlung ist bisweilen hanebüchen und nicht nachvollziehbar, ebenso wie das Verhalten der Personen. Der flüssige Schreibstil verhindert dabei leider auch tiefergehende Emotionen und Gedankengänge der Charaktere, die ich mir in ihrer Situation gewünscht hätte. Eine Weiterentwicklung der handelnden Personen war nicht erkennbar.

Wer Dystopien mag, dem empfehle ich um einen die Übersicht über das Genre.
Zum anderen von Cormac McCarthy den mehrfach ausgezeichneten Roman Die Straße (engl. The Road). Zu meinen persönlichen Highlights zählt zudem die Enemy-Reihe von Charlie Higson. :thumbup:

 

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