8. August 2020

Kobo Clara HD – mein neuer E-Reader ist da

Plötzlich und unerwartet ist mein geliebter Kobo Glo HD eines Morgens nicht mehr aufgewacht. Ich hatte ihn ausgeschaltet und über Nacht an das Ladekabel gehängt. Am nächsten Tag ließ er sich dann leider nicht mehr starten.

Der Kobo Glo HD ist der Vorgänger meines neuen Kobo Clara HD.

Ich hatte meinen Kobo Glo HD im August 2015 für damals 130,00 € gekauft und war wirklich sehr zufrieden damit. 114 E-Books habe ich in etwa 1.870 Stunden darauf gelesen, also im Schnitt etwas mehr als eine Stunde täglich. Ich hatte wirklich gehofft, dass der E-Reader noch ein paar Jahre halten würde, aber ich vermute, dass mein Ladegerät einen Defekt hatte und die Elektronik irgendwie einen Schlag abbekommen hat. Ich konnte den E-Reader aber öffnen und meine gespeicherten E-Books auf der integrierten Speicherkarte sichern.

Nun hatte ich vor Ostern die Qual der Wahl bei meiner Suche nach einem guten Ersatz für meinen Kobo Glo HD. Das Modell ist leider nicht mehr im Programm, sonst hätte ich mir den einfach wieder gekauft.

Kindle, Kobo oder Tolino?

Einen Kindle habe ich gleich mal von Anfang an ausgeschlossen. Ich stehe Amazon sehr kritisch gegenüber und will mich nicht an das Amazon-Format der E-Books binden und dann gezwungen sein meine E-Books zukünftig nur bei Amazon kaufen zu müssen. Mir geht das völlig gegen den Strich diesen Laden unterstützen zu müssen, also lass ich es bleiben. Außerdem will ich ja meine bereits erworbenen E-Books auch zukünftig mit meinem neuen Reader nutzen, was beim Kindle leider nicht möglich ist, denn der unterstützt nicht das epub-Format der E-Books.

Nachdem die Deutsche Telekom ab Januar 2017 als Technologie-Partner aus der Tolino-Allianz ausgestiegen ist, wurde die Fertigung der Tolinos an den japanischen Konzern Rakuten abgegeben. Zu Rakuten gehört bereits seit November 2011 auch der kanadische E-Reader-Hersteller Kobo, der sich dann ab 2017 offiziell vom deutschen Markt zurückzog, um der Marke Tolino das Feld alleine zu überlassen. Das ist auch sinnvoll, denn die Geräte sind zum Teil baugleich.

Der Kobo Clara HD und der Tolino Shine 3 nebeneinander.
Der Kobo Clara HD (links) und der Tolino Shine 3 (rechts) kommen beide vom japanischen Hersteller Rakuten und sind baugleich.

Da ich keinen Kindle wollte, habe ich mir also erst überlegt, mir einen Tolino zu kaufen. Meine Wahl fiel zunächst auf den Tolino Vision 4 HD, der in der Ausstattung meinem alten Kobo ähnelt und zudem noch wasserdicht ist. Nach weiteren Recherchen habe ich mich jedoch entschieden doch wieder einen Kobo zu kaufen, denn im Gegensatz zum Tolino beinhaltet die Software auf dem Kobo-Reader eine Lesestatistik. Ich verfolge nämlich ganz gerne, wie lange ich für ein Buch gebraucht habe und wie viele Stunden ich den E-Reader insgesamt im Einsatz hatte. Tolino kann mir das leider nicht bieten und damit war der Tolino Vision 4 HD für mich aus dem Rennen. Da Kobo und Tolino vom gleichen Hersteller Rakuten sind, verstehe ich nicht, warum man nicht auch die Features in der Software entsprechend anpasst beziehungsweise erweitert?

Die Entscheidung ist gefallen: Kobo Clara HD

Der Kobo Clara HD und der Tolino Shine 3 unterscheiden sich nur anhand der Rückseite.
Der Kobo Clara HD und der Tolino Shine 3 unterscheiden sich nur anhand der Struktur auf der Rückseite.

Mein neuer E-Reader ist der Kobo Clara HD, der im Sommer 2018 auf den Markt kam und praktisch baugleich ist mit dem Tolino Shine 3. Zwar ist der Kobo 10,00 € teurer, aber die Lesestatistiken in der Kobo-Firmware sind es mir wert. In den großen Elektroläden findet man zwar regulär keine Kobos mehr, aber online sind die aktuellen Modelle problemlos zu bekommen.

Der Kobo Clara HD und der Tolino Shine 3 unterscheiden sich nur anhand der Struktur auf der Rückseite (siehe links) und anhand einiger Features in der verwendeten Software, die mir aber wichtig sind.

Die Technik im Kobo Clara HD

Verglichen mit meinem alten Kobo Glo HD ist der neue Kobo Clare HD mit nur 166 Gramm ganze 13 Gramm leichter und man kann ihn gut in einer Hand halten oder auch in eine Brusttasche stecken. Die neuesten E-Reader von Tolino, zum Beispiel der Tolino Vision 5, sind im Vergleich ziemlich sperrig, weil man die Lesefläche vergrößert hat und es seit Neuestem wieder Blättertasten an der Seite gibt. Verglichen mit den Touchscreens ist das in meinen Augen eher ein Rückschritt. Mein allererster E-Reader (Trekstor 3.0, gekauft 2011) hatte seitlich ebenfalls Tasten zum Blättern und inzwischen kehrt man wieder dorthin zurück. Welchen Vorteil das haben soll, dass es ein größeres und damit in meinen Augen unhandlicheres Gerät rechtfertigt? Keine Ahnung.

Auch bei den Anschlüssen und Buttons sind der Kobo Clara HD und der Tolino Shine 3 baugleich.
Auch der USB-Anschluss und der Button zum Einschalten sind beim Kobo Clara HD (vorne) und beim Tolino Shine 3 (hinten) identisch platziert.

Am unteren Rand des Kobo Clara HD befindet sich der Button zum Ein- und Ausschalten direkt neben dem Micro-USB-Anschluss zum Aufladen des E-Readers. Ein Ladekabel ist selbstverständlich beim Kobo mit dabei. Weitere Anschlüsse, zum Beispiel für Kopfhörer (Audiobooks) sucht man vergeblich. Die Datenübertragung erfolgt entweder über den USB-Anschluss oder direkt über W-LAN.
Leider gibt es auch bei diesem Kobo-Modell keinen separaten Slot für Micro-SD-Karten, um den Speicher zu erweitern. Bei meinem zweiten E-Reader, dem Kobo Glo (2013) gab es diese Erweiterungsmöglichkeit noch. Allerdings hat der Clara HD bereits ab Werk eine Speicherkarte mit 8 GB eingebaut (etwa 6,7 GB sind nutzbar), was genügend Platz für 6.000 E-Books bieten sollte (vielleicht auch noch ein paar mehr). Sollte ich doch einmal noch mehr Platz benötigen, könnte ich auch nachträglich eine größere SD-Karte in das Gerät einbauen. Gute Anleitungen dafür gibt es von Bastlern im Internet.

Der Akku des Kobo Clara HD sollte problemlos für viele Stunden ausreichen, ohne dass man ihn neu laden muss. Er hat eine Kapazität von 1500 mA, wenn er voll ist. Der gleiche Akku ist in meinem alten Kobo Glo HD verbaut. Am meisten Strom verbrauchen das W-LAN und die Beleuchtung. Ersteres habe ich deshalb die meiste Zeit deaktiviert.

Das Design meines Kobo Clara HD

Kobo Glo HD, Kobo Clara HD und Tolino Shine 3 nebeneinander.
Kobo Glo HD, Kobo Clara HD und Tolino Shine 3
Rein äußerlich gefällt mir mein alter Kobo Glo HD (links) jedoch immer noch am besten.

Auch bei einem E-Book liest das Auge mit. Somit ist mir das Produktdesign schon auch wichtig.

Das Display des neuen Readers ist nicht plan mit dem Rand, sondern ist um ein paar Millimeter abgesetzt, was mich jedoch nicht stört. Die Rückseite meines alten E-Readers Kobo Glo HD ist jedoch griffig und fühlt sich ein bisschen wie Gummi an. Im Vergleich dazu hat der neue Reader eine Rückseiten-Cover aus Hartplastik, womit der Reader bei schwitzigen Händen etwas schwieriger zu halten ist. Die Oberfläche der Rückseite ist aber wenigstens geriffelt und gleicht es etwas aus.

Wenn ich meinen neuen Kobo Clara HD mit meinem alten Kobo Glo HD vergleiche, dann gefällt mir der alte Reader äußerlich wesentlich besser, denn er sieht einfach wertiger aus, wie ich finde.

Geprägtes Kobo-Logo auf dem Kobo Glo HD.

Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber was mir bei meinem alten Kobo Glo HD ebenfalls gut gefallen hat, ist das dezent geprägte schwarze Kobo-Logo am unteren Rand (linkes Bild), das man eigentlich nur gut sieht, wenn man den E-Reader leicht schräg hält. Eher billig wirkt dagegen der inzwischen unten nur aufgedruckte graue Kobo-Schriftzug beim Clara HD.

Lesen mit dem Kobo Clara HD

Mein neuer E-Reader direkt aus der Box.
Mein neuer Kobo Clara HD ist angekommen.

Ausgestattet ist auch der neue Kobo mit einem 6-Zoll-E-Ink-Display mit einer Auflösung von 1072 x 1448 px, was 300dpi entspricht und für gestochen scharfe Texte sorgt. Das Display ist nicht mit dem Rand des Readers auf einer Höhe, sondern etwas tiefer gesetzt, was mich jedoch nicht stört.

Was ich ziemlich cool finde, ist die Verknüpfung des Kobo mit dem Internetdienst Pocket. Damit kann man die in Pocket gespeicherte Texte aus dem Internet direkt auch auf dem Kobo lesen. Allerdings konnte das mein Vorgänger auch schon. Bücher können vom den Kobo-Store direkt über den Reader gekauft werden. Alternativ geht auch die Übertragung via USB-Kabel, wenn man das E-Book woanders erworben hat.
Was leider nicht möglich ist, ist die direkte Nutzung der Onleihe mit dem Kobo. Ich bin seit einigen Wochen bei der Franken-Onleihe angemeldet und nutze sie Rege. Die Bücher muss ich allerdings per USB-Kabel vom Computer auf den Reader übertragen.

Kobo bewirbt den Clara HD mit einer sich selbst anpassenden Beleuchtung, dem ComfortLight. So verändert sich die Farbe in den Abendstunden schrittweise von dem kalten Blauton (links) hin zu den wärmeren Gelbtönen. Man kann beim Kobo die Schlafenszeit einstellen, zum Beispiel 23.00 Uhr. Das Gerät beginnt dann bereits einige Stunden vorher automatisch und schrittweise den Farbton umzustellen, bis der Gelbton dann zur eingestellten Schlafenszeit seinen Maximalwert erreicht hat. Die gelbe Farbe soll beim Lesen entspannender für die Augen sein und es dem Leser leichter machen müde zu werden bzw. nach dem Lesen einzuschlafen. Mit den richtigen Autoren könnte man sicherlich eine ähnliche Wirkung erzielen…

Ich habe die Nachtbeleuchtung inzwischen getestet und sie ist wirklich angenehm. Sie ist auch um einiges dunkler, als die Tagesbeleuchtung. Ein Vorteil ist auch, dass der Partner nebenan beim Schlafen nicht durch das grellere Licht gestört wird. Natürlich lassen sich sowohl Tages- als auch Nachtbeleuchtung noch ganz einfach dimmen, indem man mit dem Finger am linken Rand des Displays nach oben bzw. nach unten wischt. Die ComfortLight-Automatik kann auch ausgeschaltet werden, wenn man sie nicht möchte.

Das Navigationsmenü meines neuen Kobo ist wie gewohnt übersichtlich. Es gefällt mir besser, als das Menü des Tolino. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mich seit 7 Jahren an den Kobo gewöhnt habe.

So, das war mein ausführlicher Bericht zu meinem neuen E-Reader von Kobo. Habt Ihr Erfahrungen zu anderen Geräten und wie seit Ihr zufrieden damit? Gerne könnt Ihr mir einen Kommentar hinterlassen.

Jay

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