25. September 2021

Ändern sich deine Meinungen zu Büchern?

Ändern sich deine Meinungen zu Büchern

Eindeutig ist das Lesen von Büchern nicht gerade der Figur zuträglich. Gemütlich auf dem Sofa sitzen, Tee trinken und Kekse essen kann ganz schön auf die Hüften gehen. „Schokolade erweitert dein Speckdrum“ hab ich neulich gelesen und ganz offenbar erst recht in Verbindung mit exzessivem Lesen.

Als ich mich dann diese Tage mal wieder auf die Wage stellte (ohne schwere Taschen mit Büchern drin in den Händen) war es schon ein bisschen ein Schock. Es wird Zeit wieder mehr Sport zu treiben, die Ernährung ein bisschen umzustellen und dabei trotzdem den Bücherstapel nicht zu vergessen. Ich gehöre ja nun eindeutig zu den Menschen, die schon an Gewicht zulegen, wenn sie ein Kochbuch nur lesen beziehungsweise sich nur die Bilder darin ansehen. Damit bleibt diese Gruppe Bücher erstmal außen vor und stattdessen gibts Bücher mit exzessiven Schlachten und viel Bewegung bei den Protagonisten. Vielleicht hilft es ja was. Wäre eigentlich voll cool. Stellt euch vor, man könnte durch das Lesen aktionsgeladener Bücher gleichzeitig abnehmen. Wir wandern gedanklich mit Frodo und dem ganzen Rest nach Mordor und verlieren auf dem langen und beschwerlichen Weg gleich ein paar Pfunde. Gleichzeitig trainieren wir die Armmuskeln im Kampf gegen die Orks in Moria… Wäre das nicht wundervoll? Eine Bücherdiät mit Fitnessgarantie. Das wäre wirklich cool.

Antonia vom Bücherblog Lauter & Leise hat auch diese Woche wieder eine Montagsfrage parat. Diesmal geht es um Re-Reads, als um Bücher, die man in der Vergangenheit schonmal gelesen hat.

Gibt es Bücher, bei denen sich eure Meinung über sie beim Nochmals-Lesen vollkommen geändert hat?

Auf die Frage hin kann ich zunächst kaum ein Buch nennen, bei dem sich meine Meinung geändert hätte. Wenn ich ein Buch lese und es mir beim ersten Mal nicht gefällt, dann stehen die Chancen relativ schlecht, dass ich es irgendwann später nochmal lese und ihm eine weitere Chance gebe. Umgekehrt könnte es schon eher der Fall sein. Ein Buch nochmal zu lesen, das einem in der Vergangenheit gut gefallen hat, das kommt bei mir durchaus vor. Würde meine Meinung dann anders ausfallen, ich also ein Buch beim zweiten Lesen schlechter bewerten? Na ja, es kann durchaus sein, wenn sehr viele Jahre vergangen sind. So habe ich neulich (nach fast 40 Jahren) ein Buch gelesen, von dem ich wusste, dass es mir als Kind sehr gut gefallen hat. Das Geheimnis der zerbrochenen Uhr ist ein wirklich tolles Buch für junge Leser, allerdings habe ich inzwischen so viele andere Bücher gelesen, dass ich ziemlich kritisch geworden bin und somit sind mir einige Schwächen in dem Buch aufgefallen, die ich als Kind so überhaupt nicht wahrgenommen habe. Trotz dieser Kritikpunkte hat mir das Buch noch gut gefallen.

Dann gibt es, denke ich, Bücher, für die man vielleicht einfach noch nicht bereit ist, um sie zu verstehen. Ich hätte vielleicht bestimmte Klassiker der deutschen oder englischen Literatur als Kind oder Jugendlicher nicht gelesen, die ich jetzt aber gerne lesen würde. Manche Bücher brauchen einfach ihre Zeit und ein Willen sich auf sie einzulassen, weil die Handlung und die Charaktere vielleicht sehr tief gängig sind, man dies im jungen Alter vielleicht noch nicht so umfassen kann oder auch nicht versteht, was die Intention des Autors oder der Autorin ist. Dazu gehören wahrscheinlich so einige Werke, die einmal den Nobelpreis für Literatur erhalten haben.

Zu guter Letzt gibt es Bücher, denen man immer wieder eine Chance gibt, weil einem alle Welt erzählt, man müsste sie unbedingt gelesen haben, um mitreden zu können. Ich oute mich an dieser Stelle als jemand, der Der Herr der Ringe bisher noch nicht komplett gelesen hat. Ich hatte mehrere Anläufe, bin jedoch nie über die Passagen mit Baumbart im Fangorn Wald hinausgekommen. Tolkien schafft es wunderbar eine Handlung breitzutreten und sich zum Beispiel über mehrere Seiten über die Farbschattierungen von Gräsern auszulassen. Nun ist aber Der Herr der Ringe tatsächlich ein Buch, dass man als bekennender Fantasy-Leser einmal gelesen haben sollte, einfach nur, um mitreden zu können und weil es sehr großen Einfluss auf das ganze Genre genommen hat. Um also auf die Frage zurückzukommen: Ich finde Der Herr der Ringe, soweit ich das Buch gelesen habe, bisher eher durchschnittlich. Allerdings könnte sich meine Meinung beim Re-Read durchaus ändern, wenn ich es komplett gelesen habe. Es steht immer noch recht weit oben auf meiner Liste und ich werde einen weiteren Anlauf wagen.

Wie ist das bei Euch? Hat sich Eure Meinung beim erneuten Lesen bestimmter Bücher geändert? Waren Eure Erfahrungen eher positiv oder negativ? Freue mich über Eure Beiträge in den Kommentaren.

Jay

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