Sebastian Fitzek – AchtNacht (Thriller)

Sebastian Fitzek: Achtnacht
Broschierte Ausgabe
Knaur Verlag, 2017

Inhalt

Deutschland steht Kopf. Unbekannte haben ein neues, allzu reales Spiel entwickelt, ein Spiel, das das Leben vieler Menschen verändern könnte. Angeblich mit dem Einverständnis der Bundesregierung, soll am 8. August, um acht Uhr acht die Achtnacht starten, eine Menschenjagd, die für einen den Tod bedeutet und für einen anderen Reichtum.

Gibt es einen Menschen den du so sehr hasst, dass du ihm eher heute als morgen den Tod wünschst? Ja? Dann investiere 10,00 Euro und nominiere ihn für die Achtnacht, eine Todeslotterie, die deine Rache Wirklichkeit werden lassen könnte. Wird deine nominierte Person gezogen, ist er für eine Nacht geächtet, d. h. vogelfrei und für jeden straflos zu töten. Zehn Millionen Preisgeld winken dem Jäger, der die Zielperson zur Strecke bringt. Was wartest du noch? Doch Vorsicht! Wer weiß, ob sich Ihr Name nicht auch bereits im Lostopf befindet? Die Achtnacht steckt voller Überraschungen.

Über das Buch und den Autor

Sebastian Fitzek wurde am 13. Oktober 1971 in Berlin geboren, wo er auch heute mit seiner Frau Sandra und ihren drei Kindern lebt. Seine Bücher wurden in Millionenauflage gedruckt und in zwei Dutzend Sprachen übersetzt. Er gehört zu den erfolgreichsten deutschen Thriller-Autoren mit einer weltweiten Fangemeinde.
Achtnacht ist Fitzeks neuester Thriller, der am 14. März 2017, noch rechtzeitig vor der Leipziger Buchmesse erschien und umgehend die Bestsellerlisten eroberte. Mit 416 Seiten ist der Umfang noch überschaubar und das Buch kann man durchaus an einem Tag lesen, wenn man es darauf anlegt. Ich habe gut 9 Stunden dafür gebraucht. Die Handlung orientiert sich ein wenig an dem 2013 erschienenen Thriller (Film) The Purge, einer gesellschaftskritischen Dystopie. Sebastian Fitzek hat jedoch (zum Glück) seine eigene Handlung entworfen und natürlich auch seine eigenen Ideen verwirklicht.

Meine Meinung

Wochenlange Leseflaute. Ich konnte mich kaum aufraffen Bücher zu lesen. Meine Hoffnung lag auf Sebastian Fitzek, dessen neuer Thriller einen durchaus ansprechenden Klappentext vorzuweisen hatte. Ich mag Bücher in diesem Stil. Ein wenig erinnerte mich die Idee an Stephen Kings Menschenjagd bzw. die Verfilmung Running Man mit Arnold Schwarzenegger aus dem Jahr 1987. Somit ist die Idee einer medialen Gameshow über die Jagd auf Menschen nicht allzu neu. Dennoch scheint mir die Thematik bis in die ferne Zukunft aktuell zu bleiben, zeigt sie doch zu einem gewissen Grad die menschliche Verrohung unserer Gesellschaft. Es kommt jedoch immer darauf an, was ein Autor daraus macht und welche eigenen Ideen in das Buch einfließen. Achtnacht wird nicht von allen Fitzek-Fans mit guten Kritiken bedacht und die Fangemeinde scheint mir diesbezüglich eher gespalten. Vielen hat das Buch gut gefallen, anderen war es zu abgehoben oder gar zu langweilig. Ich muss gestehen, dass ich nach den ersten Seiten auch nicht sonderlich angetan war, denn zu sehr schien mir die Handlung an den Haaren herbeigezogen und eigentlich auf diese Weise im deutschen Rechtsstaat nicht umsetzbar. Eine Regierung würde eine solche Spielshow eindeutig nicht tolerieren und aktiv dagegen vorgehen, da sie keinesfalls mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Da Achtnacht auch nicht in einer fernen dystopischen Zukunft spielt, sondern vielmehr in der heutigen Zeit, macht die Sache auch nicht sonderlich glaubwürdiger. Fitzek konnte zum Glück diesen Zwiespalt auflösen, was es für mich daraufhin einfacher machte den Roman bis zum Ende zu lesen.
Dass das Buch bis zur letzten Seite für mich nicht langweilig war, lag wohl an meinen nicht allzu hoch geschraubten Erwartungen an den Autor. Ich bin nicht gerade der große Fitzek-Junkie (so wie die vielen hundert Fans, die auf der Buchmesse stundenlang in der Signierschlange standen), weshalb mir viele Vergleichsmöglichkeiten zu seinen anderen Romanen fehlen. Mir hat die Handlung daher insgesamt recht gut gefallen. Es war spannend und abwechslungsreich, manchmal auch ein wenig vorhersehbar, aber insgesamt ganz ordentlich. Den Schluss fand ich ebenfalls ganz nett, wobei mich die Auflösung des Rätsels um den Drahtzieher der ganzen Menschenjagd, nicht wirklich vom Hocker gehauen hat. Irgendwie war mir die von Fitzek präsentierte Lösung zu abgedroschen, weil sie schon zu oft in Thrillern Verwendung fand. Positiv herauszustellen ist jedoch Fitzeks Versuch einige gesellschaftskritische Komponenten mit einfließen zu lassen. Hier zeigt sich deutlich die Macht der Massenmedien, sowie die Gefahr von Fakenews und ihr Einfluss auf die Meinung der unkritischen und nicht hinterfragenden Massen. Wenn es auch an manchen Stellen etwas überzeichnet wirkte, so konnte ich als Leser doch das System erkennen, mit dem unsere Gesellschaft allzu leicht manipuliert werden kann. Für mich war das so ziemlich die zentrale Aussage des Buches. Nicht warm werden konnte ich hingegen an vielen Stellen mit den Protagonisten, zum Beispiel Benjamin Rühmann. Er ist so der typische Standardcharakter, wie man sie schon aus vielen Romanen kennt. Die Ehe in Trümmern, die Tochter im Krankenhaus und auch sonst hat ihm das Leben übel mitgespielt. Ebenfalls nicht sonderlich spektakulärer ist die weibliche Protagonistin Arezu, der das Leben auch ziemlich mitgespielt hat, und dennoch wirkte sie auf mich irgendwie platt und farblos. Eine Verbindung zu den beiden wollte sich von mir nicht aufbauen. Das ist eine schwierige Sache, wenn einem als Leser die Charaktere einigermaßen gleichgültig sind. Trotzdem war das Buch insgesamt ok.

3.5 von 5 Sternen
„Ein lesenswertes Buch.“

Mein Fazit

Ein solider Thriller, denn man gut und zügig lesen kann. Angeblich nicht der allerbeste Fitzek, aber trotzdem ordentlich geschrieben, spannend und abwechslungsreich. Aus der Leseflaute hat mir das Buch zumindest rausgeholfen.

Wer hat’s gelesen? Welchen Fitzek könnt Ihr mir empfehlen? Freue mich über eure Kommentare!

 

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