Martin Piotrowski: Zombie Welt

Martin Piotrowski: Zombie Welt (Band 1 & 2) Taschenbuchausgabe Selbstverlag (2014)

Martin Piotrowski: Zombie Welt (1 & 2)
Taschenbuchausgabe
Selbstverlag (2014)

Inhalt

Eine neue Seuche verbreitet sich rapide über den Erdball und verwandelt Millionen in seelenlose Untote, die jagt auf die letzten Überlebenden machen. Tabea McTire ist eine, die verschont blieb und in den Städten und Wäldern im Bundesstaat Colorado verzweifelt um ihr Leben kämpfen muss. Doch allein hat man in der neuen Welt kaum eine Überlebenschance, und sie schließt sich schon bald einer Gruppe Kämpfer an, die ihr Schutz bieten und, noch wichtiger, Halt und Freundschaft.
Als Tabea plötzlich unfreiwillig von ihren Freunden getrennt wird, nimmt sie sich vor den Hof ihrer Eltern zu erreichen. Doch muss sie sich allein auf den langen Weg machen, findet neue Freunde und gerät schon bald darauf in die Fänge einer ruchlosen Verbrecherbande, welche die Straßen und Orte um Denver unsicher macht. Doch Tabea lässt sich nicht unterkriegen und kämpft sich durch diese dunkle neue Welt voller Grauen, Schmerz und Leid, die sogar eine große Liebe für sie bereithält. Wird sie das große Glück in den Händen halten können und ihre Familie lebend finden? Tage und Nächte sind voller Überraschungen und der Tod kommt schlurfend und mit milchigen Augen… immer wieder.

Über das Buch und den Autor

Martin Piotrowski ist 1963 in Essen geboren. Er lebt und arbeitet im südlichen Ruhrgebiet und ist Autor verschiedener Kurzgeschichten, insbesondere aus dem Genre Fantasy, Science Fiction, Thriller und Horror. Der erste Band seiner Romanreihe Zombie Welt erschien im Dezember 2013. Bereits im April 2014 durften die Leser den zweiten Band in den Händen halten. Inzwischen sind beide Bücher als Sammelband im Taschenbuchformat erhältlich. Band 3 wird voraussichtlich im ersten Quartal 2015 erscheinen.
Ich erhielt den Sammelband von Zombie Welt (Band 1 & 2) vom Autor zur Rezension. Das Buch umfasst 457 Seiten und ist in die zwei Bände unterteilt, diese jeweils mit mehreren Kapiteln. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Tabea McTire geschrieben. Das Cover ist einfach schwarz gehalten und hat eine weiße Schrift.

Meine Meinung

Eine weltweite Pandemie, die millionen Menschen in grunzende Zombies verwandelt? Ganz sicher ist das keine völlig neue Geschichte. Bücher mit dieser Rahmenhandlung kann man inzwischen zu Dutzenden in den Regalen der Buchläden finden und deren Verfilmungen in den Videotheken. Dennoch lese ich Zombieromane immer wieder gerne, denn die Frage ist doch, wie der Autor die Handlung schriftstellerisch umsetzt und welche neuen Ideen er in die Geschichte einbaut, um die Spannung auf einem hohen Level zu halten. Es ist schwer den Leser nicht mit einer Handlung zu langweilen, die er schon in zig anderen Endzeitbüchern vorher gelesen hat. :crazy:

Auf Empfehlung des Autors habe ich also den Sammelband von Zombie Welt gelesen und ihn in nur zwei Tagen abgeschlossen. Das spricht zunächst für das Buch. Die Handlung hat in weiten Teilen das richtige Tempo und es gibt eigentlich kaum nennenswerte Längen, die den Leser langweilen könnten. Die Geschichte ist aus der Perspektive der Hauptperson Tabea geschrieben, was den Blickwinkel leider ziemlich auf ihre Person beschränkt. Jedoch präsentiert sich Tabea als starke Frau, die mit der neuen Situation einer von menschenfressenden Zombies verseuchten Welt erstaunlich gut zurecht kommt. Da Martin Piotrowski sich nicht mit langen Vorgeschichten aufhält und die Welt zügig in einen Zombie-Spielplatz verwandelt, kann man Tabeas abgeklärte Reaktionen auf den tausendfachen Tod ihrer Mitmenschen schon zu Beginn kennenlernen. Sie verschwendet nur wenig Zeit in einer Schockstarre oder mit Trauer, sondern plant ihr weiteres Vorgehen in dem Moment akribisch durch, als sie im Krankenhaus erwacht. Ich persönlich fand das nicht so ganz realistisch, aber ok. Sie ist sympatisch und insbesondere in den ersten Kapiteln auch wortwitzig. Vielleicht ist das auch Tabeas Art mit der katastrophalen neuen Situation umzugehen. Was mich jedoch beim Lesen immer wieder gestört hat, das war die nicht immer passende Wortwahl. Über den körperlichen Zustand ihres geliebten älteren Bruders nach einem Motorradunfall sagt Tabera wörtlich „Das Gehirn war Matsche,“ (S. 24) was irgendwie so gar nicht zu ihrer Trauer passen will. Ein Kleinkind würde es vielleicht so ausdrücken, aber keine erwachsene Frau, die dem Verunglückten nahe steht. Solche Beispiele gibt es leider mehrere und die wollten einfach nicht so recht ins Bild und zur erwachsenen Protagonistin passen.

Ich kichere in meine hohle Hand. Mann hab ich die alle verarscht.
(Martin Piotrowski: Zombie Welt)

Für die Zombiegegner hat Tabera mindestens ein Dutzend verschiedene Bezeichnungen parat (Stöhner, Heuler, Schnapper, Schleimer,…) die wohl ihre Geringschätzung ausdrücken sollen. Nur leider wird ihre Person dadurch nicht gerade glaubwürdiger, sondern wirkt durch diese flapsige Sprache eher wie ein pubertierendes Mädchen. Als Leser erwartete ich andere Reaktionen auf die Zombieapokalypse, vielleicht Erstaunen, Neugier, Angst, Verzweiflung, übermäßige Vorsicht, usw., doch von alledem ist kaum etwas zu spüren. Zum Glück ändert sich das mit der Zeit und der knappe, jugendliche Sprachstil mit seinen kurzen Sätzen wandelt sich nach den ersten Kapiteln. Tabeas Sprache und Handeln wurde für mich glaubwürdiger, bekamen mehr Tiefe und ich als Leser konnte besser in die Geschichte eintauchen. Diese ist abwechslungsreich und hat einige Wendungen zu bieten, die manchmal mehr und manchmal weniger vorhersehbar sind. Der Autor baut schon nach wenigen Kapiteln die Feindbilder auf, die sich dann durch den ganzen Roman ziehen. Vor allem im zweiten Band merkt man, dass martin Piotrowski mit der Geschichte wächst. Er ist ein in meinen Augen auch gefühlsmäßig ausgewogener. Der Autor scheut sich auch nicht gut eingeführte Nebencharaktere über die Zähne springen zu lassen, was natürlich die Spannung erhöht. :omg:
Für den Schluss erwartete ich einen großen Endkampf zwischen Tabea und ihrem Erzfeind, dem Rocker Bob, der mir dann aber doch zu schnell und glatt über die Bühne ging. Das Ende war deshalb, im Gegensatz zur gut aufgebauten Handlung davor, etwas gehetzt, zu konstruiert und die Reaktionen der Personen nicht immer schlüssig, was ich sehr schade fand und mich nicht zufrieden stellen konnte. :-|
Es wäre definitiv mehr drin gewesen.

3.5 von 5 Sternen "Ein spannendes Buch mit Schwächen, aber Potential für die Fortsetzung."

3.5 von 5 Sternen
„Ein spannendes Buch mit Schwächen, aber Potential für die Fortsetzung.“

Mein Fazit

Zombie Welt von Martin Piotrowski hat Stärken und Schwächen, doch insgesamt wurde ich ganz gut unterhalten und das erwarte ich von einem Buch. Mit der Zeit konnte ich eine positive Entwicklung im Schreibstil feststellen, die sich hoffentlich im angekündigten dritten Band fortsetzt. Das Buch ist spannend mit einigen Wendungen, die manchmal etwas vorhersehbar waren. Den Schluss wurde dem restlichen Roman leider nicht ganz gerecht. Zombie Welt bietet also vor allem Einsteigern in das Genre gute Unterhaltung. Eingefleischten Zombiefans werden vermutlich nicht viel Neues für sich entdecken, aber spannend und lesenswert ist der Sammelband allemal. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. :thumbup:

Jay

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