Ernest Cline: Armada (Rezension)

I know that the future is scary at times. But there’s just no escaping it.
(Ernest Cline: Armada)

Ernest Cline: Armada US Hardcover Century Verlag (2015)

Ernest Cline: Armada
US Hardcover
Century Verlag (2015)

Inhalt

Für Zack Lightman ist es einfach nur ein weiterer Schultag. Er träumt in einer weiteren langweiligen Mathestunde vor sich hin und hat nur noch einen Monat bis zu seinem Schulabschluss vor sich, wenn er durchhält, ohne wieder suspendiert zu werden. Als er einen Blick aus dem Fenster wirft, sieht er die fliegende Untertasse.
Zuerst denkt Zack nur er ist dabei verrückt zu werden. Eine Minute später ist er sich dessen sicher, denn das UFO,  das er anstarrt, kommt geradewegs aus dem Computerspiel, das er jede Nacht spielt. Ein überaus populärer Online-Flugsimulator mit dem Namen ARMADA, in welchem die Spieler die Erde von außerirdischen Invasoren schützen.
Aber was Zack da sieht ist allzu real und seine Fähigkeiten, ebenso wie die von Millionen weiteren Spielern auf der ganzen Welt, werden benötigt, die Erde von dem zu retten, was sie heimzusuchen droht. Als Zack sich jedoch anschickt sich mit seinen neuen Kameraden auf den Ansturm der Außerirdischen vorzubereiten, muss er nur immer wieder an die ganzen Science-Fiction-Bücher, Fernsehshows und Filme denken, mit denen er aufgewachsen ist und sich wundern: Kommt ihm irgendetwas an diesem ganzen Szenario nicht ein wenig zu vertraut vor?

Über das Buch und den Autor

Ernest Cline, geboren am 29. März 1972 in Ohio (USA), ist Autor seines erfolgreichen Debütromans Ready Player One, mit der er 2012 die Bestsellerlisten einiger Länder eroberte. Über drei Jahre mussten seine Fans warten, bis sein zweiter Roman, ARMADA, endlich in die Regale kam. Am 16. Juli 2015 war es endlich soweit und wir können uns über ein weiteres Coming-of-Age-Abenteuer in Ernest Clines humorvollem und abwechslungsreichem Schreibstil freuen.
Das Buch gibt es derzeit als Hardcoverausgabe mit 368 Seiten, als Hörbuchausgabe und als E-Book. Das Taschenbuch soll Mitte Februar 2016 erscheinen. Eine deutsche Ausgabe ist derzeit (Aug 2015) noch nicht in Sicht. Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert und die wiederum in 26 Kapitel mit einem Epilog. Ein drittes Buch hat Ernest Cline bereits angekündigt.
Es wäre noch anzumerken, dass sowohl Ready Player One, als auch Armada irgendwann verfilmt werden sollen und sich Ernest Cline bereiterklärt hat, die Drehbücher dafür zu schreiben. Was kann es besseres geben, als eine Buchverfilmung in der Art und Weise, wie sie sich der Autor vorstellt?

Meine Meinung

Nachdem mir Ready Player One bereits sehr gut gefallen hat und ich Clines humorvolle Art zu schreiben wirklich genossen habe, war damals schon klar, dass auch sein zweiter Roman unverzüglich den Weg in mein Regal finden würde. Es hat ein bisschen gedauert, aber das Warten hat sich definitiv für mich gelohnt. Wieder einmal entführt Ernest Cline den Leser in eine Welt, die uns sehr vertraut vorkommt, aber dennoch anders ist. Er verwebt bekannte Gegebenheiten unserer Zeit und Gesellschaft, zum Beispiel Online-Videospiele und Gamer-Communities, mit einer gehörigen Portion Science Fiction und erschafft damit eine Geschichte, die zum einen sehr glaubwürdig daher kommt und zum anderen aber wieder so abgedreht ist, dass man als Leser von einen unvorhergesehenen Ereignis ins andere stolpert. Cline Versucht dabei auch immer den Lesern gerecht zu werden, die die Handlung gerne hinterfragen und nach Ungereimtheiten suchen. Manche kleinere Ungereimtheit lässt sich dabei durchaus finden, was aber der Handlung keinen Abbruch tut, denn insgesamt ist sie gut durchdacht.
Unvergleichlich, auch diesmal, sind die Bezüge der Geschichte zur Popkultur der 70er, 80er und 90er Jahre und Clines viele Seitenhiebe auf eine Vielzahl von Actionfilmen und Computerspiele dieser Zeit, die man oft nur versteht, wenn man jene gesehen bzw. gespielt hat. Das war bereits in Ready Player One so und ist inzwischen zu einer Art Markenzeichen geworden, das vor allem die Leser jener Generation zum Lachen bringt. Doch auch jüngere Leser kommen mit dem Buch voll auf ihre Kosten, denn viele Zitate und Filme sind allgemein bekannt. Während des Lesens kommt man nicht umhin immer mal wieder laut loszulachen und Clines mitunter subtile Andeutungen wertzuschätzen. Ich denke Armada ist ein Buch, dass man durchaus mehrmals lesen kann und dabei immer wieder neue Details entdeckt. :lesen:

Doch das Buch hat nicht nur seine lustigen Seiten. Hin und wieder kann es auch schon sehr emotional werden, ja sogar tiefgründig, vor allem zum Schluss hin. Es ist also mehr, als irgendein Science-Fiction-Klamauk eines leicht abgedreht wirkenden Autors, sondern hat durchaus Stil. Es geht hier zum Beispiel um Familie und Freundschaft, um Aufopferung für andere Menschen und Entbehrungen, um Liebe und Werte. Es geht auch um Zack Lightman, den Protagonisten, aus dessen Sicht die ganze Handlung erzählt wird und der als Baby seinen Vater verloren hat. Ebenso wie seine Mutter leidet er auch nach Jahren noch sehr unter diesem Verlust. Zack entwickelt sich im Verlauf der Handlung von einem etwas verträumten, aber überaus sympathischen Jungen und Computerspieler, zu einem wahren Helden, der bis an seine Grenzen geht und ein hohes Maß an Mut und Verantwortungsbewusstsein zeigt. Sein Vater wäre stolz auf ihn. Armada ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die mir gefallen hat. Nicht weniger bemerkenswert sind Zacks Freunde und Kameraden, die sich virtuell und real der Alienbedrohung entgegenstellen und es dabei ebenfalls nicht an Witz und Schlagfertigkeit missen lassen. Ich fand diese Mischung durchaus gelungen. :thumbup:

4,5 von 5 Sternen "Top-Roman mit Spaßfaktor und einer rasanten Story."

4,5 von 5 Sternen
„Top-Roman mit Spaßfaktor und einer rasanten Story.“

Mein Fazit

Als Ergebnis haben wir einen Roman, der den Leser tatsächlich von der ersten Seite an fesseln kann und der in seinem Handlungsverlauf kaum vorhersehbar ist. Das Ende der Geschichte ist auch ein ganzes Stück anderes, als man es vielleicht erwartet hätte, aber dazu will ich nicht mehr verraten. :)
Wer
Ready Player One schon mochte, kann mit Armada nicht viel falsch machen. Wer, so wie ich und Ernest Cline, in den 70er Jahren geboren wurde, Science Fiction und Computerspiele mag, sollte ebenfalls einen Blick ins Buch riskieren. :-D  Allen anderen sag ich: Lasst euch einfach darauf ein.

Sprachniveau: 2 von 4 (Einsteiger)

Sprachniveau: 2 von 4 (Einsteiger)

 

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Es ist gut verständlich und der Wortschatz auf einem angenehmen Niveau, sodass ein Wörterbuch kaum notwendig ist.

Jay

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