Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues

Erst das Lazarett zeigt, was Krieg ist.
(Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues)

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues 1928

Erich Maria Remarque:
Im Westen nichts Neues
1928

Inhalt

Auf Drängen des Lehrers Kantorek verpflichten sich Paul Bäumler und seine Schulkameraden in den Kriegsjahren des Ersten Weltkriegs freiwillig als Soldaten. Doch die erste Euphorie schlägt schon in der Grundausbildung um, denn auf dem Kasernenhof verlieren alle in der Schule gelernten Werte schnell ihre Gültigkeit. Später an der Westfront wird das Grauen des Stellungskrieges für die jungen Soldaten bittere Wirklichkeit und die Front verändert schon bald und teifgreifend ihr Leben und ihre Einstellung zum Krieg. Die Westfront wird ihr zuhause, die Kameraden werden zur Familie. Doch Mann für Mann wird die ehemalige Schülergruppe dezimiert und Paul Bäumler hinterfragt nicht nur einmal den Sinn des Krieges, der ganz Europa mit unendlichem Leid überzieht.

 

 

Über das Buch und den Autor

Erich Maria Remarque wurde 1898 in Osnabrück geboren und 1916 unfreiwillig als Soldat eingezogen. Im Jahr Juni 1917 wurde er an der Westfront eingesetzt, dort jedoch im Juli 1917 durch Granatsplitter so schwer verletzt, dass er bis zum Ende des Krieges im Lazarett bleiben musste.

Erich Maria Remarque Quelle: Wikimedia

Erich Maria Remarque
Quelle: Wikimedia

Seine Eindrücke an der Front machten ihn zum Kriegsgegner. Nach dem Krieg arbeitete er als Gelegenheitslehrer und Redakteur in Hannover und Berlin. Seinen erfolgreichen Roman Im Westen nichts Neues schrieb er auf der Grundlage von Berichten von Kriegsheimkehrern. Das Buch wurde 1928 veröffentlicht und schon damals in 26 Sprachen übersetzt. Bis heute erschien es in 50 Sprachen und in einer Auflage von etwa 20 Millionen Exemplaren weltweit. Im Westen nichts Neues gilt als das wohl wichtigste Antikriegsbuch des 20. Jahrhunderts und schildert eindrucksvoll die Erlebnisse und das sinnlose Sterben der einfachen Soldaten für politische Ziele.
Erich Maria Remarque zieht 1932 in die Schweiz und später, ab 1939, in den USA, wo er auch die Staatsbürgerschaft erhielt. Seine Bücher wurden von den Nationalsozialisten verbrannt.

Erich Maria Remarque, der eigentlich Erich Paul Remark hieß, starb schließlich am 25. September 1970 im Tessin/Schweiz. Sein Buch Im Westen nichts Neues wurde 1930 und 1979 verfilmt.

Meine Meinung

Ich habe mir vorgenommen regelmäßig auch Klassiker der Weltliteratur zu lesen. Es gibt Bücher, die man einfach irgendwann einmal gelesen haben muss, um mitreden zu können. Im Westen nichts Neues ist eines dieser Bücher, an denen man eigentlich nicht vorbei kommt und das einem auch noch nach dem Ende der Lektüre gedanklich beschäftigt. Man sollte dabei stets im Auge behalten, dass das Buch nur 10 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlicht wurde und die Niederlage der Deutschen hier immer noch nachwirkt. Remarque klagt hier keine der vielen Kriegsparteien an und er sucht unter den beteiligten Ländern auch nicht nach einem Schuldigen für den Krieg an sich. Vielmehr stellt er generell diejenigen an den Pranger, die Kriege auf den Rücken der kleinen Leute austragen, sei es nun bei Soldaten an der Front oder die Zivilbevölkerung zu Hause. Remarque beschreibt das sinnlose Schlachten in einem Stellungskrieg, der nicht mehr gewonnen werden kann. Die Gegner (Engländer, Franzosen und Amerikaner) sind zahlenmäßig übermächtig und besser ausgerüstet, wohingegen die deutschen Rekruten immer jünger werden, Sie werden „verheizt“, da ihnen bereits die Erfahrung fehlt, um an der Front bestehen zu können.

Erich Maria Remarque: All Quiet on the Western Front Engl. Buchcover

Erich Maria Remarque:
All Quiet on the Western Front
Engl. Buchcover (eines von vielen)

Wer diese Erfahrung dennoch gewinnt, der stumpft ab und bleibt nicht der Mensch, der er vorher gewesen war. Remarque hat einen recht klaren Schreibstil, was dem Leser der knapp 300 Seiten entgegen kommt. Geschrieben ist es aus der Ich-Perspektive der Hauptperson Paul Bäumler, wodurch man einen sehr guten Einblick in dessen gedankengänge erhält, und Paul Bäumler hinterfragt hier so einiges. Sein Bild vom Krieg entspricht nicht mehr dem eines eifrigen Soldaten, der für sein Land den Kopf hinhält. Vielmehr erkennt er den Krieg als großes Unrecht in dem es keine Gewinner geben kann, sondern nur jede Menge tote Verlierer auf beiden Seiten. Der vormals unbekannte Gegner bekommt mit der Zeit ein Gesicht und Bäumler erkennt darin einen Menschen, wie er selbst einer ist. Klar, dass Im Westen nichts Neues bei vielen Nationalsozialisten gar nicht gut ankam und das Buch deshalb geächtet und verbrannt wurde.
Ich finde es zudem interessant, dass gerade ein Deutscher einen der größten Antikriegsromane aller Zeiten geschrieben hat, und noch dazu in einer Zeit, in der man dem deutschen Volk eine beträchtliche Schuld am Leid des Ersten Weltkriegs zuschob. Der Inhalt ist auch noch nach 100 Jahren aktuell und wird es ganz sicher auch in Zukunft noch sein.

Mein Fazit

Es fällt mir schwer für diesen Roman Sterne zu vergeben. Das Buch wurde 1928 veröffentlicht und fällt dadurch etwas aus dem Schema, dass es mit anderen Büchern hier im Blog vergleichbar macht. Ich will hier nicht beurteilen, ob die Charaktere toll ausgearbeitet sind oder ob die Spannungskurve passt. Das würde der Intention des Buches wohl nicht gerecht werden. Ich kann aber sagen, dass Im Westen nichts Neues gut und flüssig zu lesen ist. Es wird nichts beschönigt und sicher auch nichts übertrieben. Wer sich ein wenig für die Materie interessiert und diesen Bestseller der Weltliteratur noch nicht gelesen hat, dem sei der Roman wärmstens ans Herz gelegt, da er einen sehr guten und interessanten Einblick in die Gefühlswelt der damals betroffenen Kriegsgeneration bietet.

Jay

 

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