Robert Corvus: Grauwacht

Robert Corvus: Grauwacht
Taschenbuch, Piper Verlag, 2015

Inhalt

Ein Tag-Nacht-Zyklus in Bisola dauert ein Menschenleben. Während die Menschen mit der Nacht wandern, gehört den amphibischen Sasseks der Tag. Ein Abkommen sichert den Frieden zwischen den beiden Völkern, aber wenn die Dämmerung kommt, stehen nur die Guardista der Grauwacht zwischen ihnen. Diese Krieger mit besonderen Fähigkeiten überwachen den Abzug der Menschen aus den Städten und den Einzug der Sasseks. Doch etwas geschieht auf Bisola. Ein seltsames blaues Licht erhellt die Nacht, und der Frieden zwischen den Völkern steht auf der Probe. Remon, ein fahnenflüchtiger Guardista, und seine Frau Nata machen sich auf in die Stadt des Zwielichts, um dem Mysterium auf den Grund zu gehen.

Titel: Grauwacht Autor: Robert Corvus Verlag: Piper Verlag, München Seitenzahl: 432 Alter: 14+ Erste Aufl.: 19. Januar 2015 Ausgaben: Taschenbuch ISBN: 978-3492269940 (Taschenbuch)
Sonstiges: Nur noch antiquarisch erhältlich.

Meine Meinung

Ich habe mir Grauwacht auf Empfehlung einer Bekannten aus dem Büchertreff besorgt. Gleichzeitig ist es auch das erste Buch, das ich von Robert Corvus gelesen habe. Sehr gut gefallen hat mir die Idee hinter der Handlung und was der Autor daraus gemacht hat. Robert Corvus erschafft mit dem Planeten Bisola eine überaus interessante Welt und füllt sie mit Leben. Eine Umdrehung des Planeten dauert 60 Jahre, weshalb die Tag- und Nachtphasen sehr lange andauern. Die Rasse der Sasseks benötigen die Sonne und können nur dauerhaft überleben, wenn sie auf der Tagseite leben und mit der Sonne wandern. Den Menschen gehört die Nacht und sie müssen ihre Siedlungen verlassen und der Nacht hinterherwandern, sobald der Tag anbricht und die Sasseks Einzug halten. Der stetige Wechsel führt immer wieder zu Konflikten in den Zonen der Dämmerung und hier kommt dann die Grauwacht ins Spiel, eine Gruppe von Kriegern, die den Frieden zwischen den Rassen sichern sollen.
An diesen Einzelheiten sieht man schon, Robert Corvus‘ Buch Grauwacht ist voller guter Ideen, die ich hier auch nicht alle aufzählen kann und möchte, ohne zu spoilern. Mir hat gefallen, dass er alles sehr gut durchdacht hat und man als Leser sich leicht in seine Welt hineinversetzen kann. Bei seinen Protagonisten bedient sich der Autor bei beiden Rassen und man lernt dabei so einiges über deren Sitten und Gebräuche, sowie über die Hintergründe des uralten „Pakts“, der den Sasseks den Tag zugesteht und den Menschen die klirrende Kälte der Nacht aufbürdet. Als Leser mag man über den Sinn dieser Tradition grübeln, doch Corvus gibt zu den meisten Fragen eine gute durchdachte Antwort in seinem Buch, indem er Schritt für Schritt die Hintergründe aufdeckt. So entwickelt sich Grauwacht mit der Zeit von der Geschichte einzelner Protagonisten zur spannenden Geschichte ganzer Rassen. Mir hat gerade das sehr gut gefallen.
Die Protagonisten des Buches sind in erster Linie Menschen, doch auch einige Sasseks kommen vor. Die Charaktere waren für mich überzeugend, auch wenn sie sich während der Handlung in meinen Augen kaum weiterentwickelten. Die zentrale Figur ist Remon, ein Mensch und Mitglied der Grauwacht, der jedoch lieber eine Familie gründete und damit seinen Eid gegenüber der Grauwacht verletzte. Doch auch seine Frau Nata spielt eine wichtige Rolle, ebenso wie einige Sasseks. Eine Liebesgeschichte fehlt auch nicht, wenn sie auch meist relativ kurz kommt.

Im Buch gibt es mit den Kapiteln zudem immer wieder einen Wechsel der Perspektive, sodass man die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln mitverfolgen kann. Der Autor lässt zwar Raum für Spekulationen über die Hintergründe, allerdings war ich vom Schluss dann doch sehr positiv überrascht, weil ich damit nicht gerechnet hatte. Im letzten Viertel klärt sich nahezu alles auf, leider jedoch recht schnell. Das Buch hätte meiner Meinung nach noch ein paar mehr Seiten vertragen können, vor allem weil die Geschichte von Anfang an recht viel Potential mitbrachte. Von der Spannungskurve her war Grauwacht in Ordnung, allerdings wäre hier ebenfalls noch einiges mehr möglich gewesen. Die Geschichte plätschert an manchen Stellen einfach nur so dahin. Der Schreibstil war flüssig und OK. Mehr Spannung und vielleicht auch etwas Humor, hätten der Handlung gut getan.

3.5 von 5 Sternen
„Viele gute Ideen.“

Mein Fazit

Grauwacht von Robert Corvus ist ein Fantasyroman mit Science-Fiction-Elementen, der schon von Beginn an mit vielen guten Ideen überzeugen kann. Die Charaktere sind ausgewogen (d. h. auch nicht immer perfekt) und verhalten sich glaubwürdig. Insgesamt war ich mit der Lektüre zufrieden, wenn auch der Schluss etwas besser ausgearbeitet hätte sein können. Grauwacht ist kein Lieblingsbuch, aber immerhin eine Leseempfehlung wert. Das Buch gibt es offiziell nicht mehr im Handel und auch beim Verlag ist es nicht mehr gelistet. Vielleicht erscheint einmal eine Neuauflage.

Jay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Facebook IconTwitter IconFolgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'
%d Bloggern gefällt das: