25. Oktober 2020

Das Schicksal des Schwertes von Dave Duncan

Dave Duncan: Das Schicksal des Schwertes; Taschenbuch, Bastei Lübbe

Shonsu, der Krieger der siebten Stufe, und sein Eidbruder Nnanji sind nach Casr gekommen, um sich dort den Schwertkämpfern anzuschließen, die sich für einen Krieg gegen ihre Erzfeinde, die Magier, rüsten und im Namen der Göttin eine große Armee aufstellen. Noch konnte Shonsu die letzten Rätsel des kleinen Gottes nicht lösen, aber er weiß, dass ihm eine tragende Rolle in der kommenden Auseinandersetzung zugedacht ist. Soll er die Armee anführen und welche Rolle soll Nnanji im Spiel der Götter einnehmen? Er ist sich sicher: Wenn es ihm nicht gelingt den rechten Weg zu finden, dann wird die Welt der Göttin im Blut ertrinken… und die Zeit ist knapp. (Das Schicksal des Schwertes)

Titel: Das Schicksal (Die Bestimmung) des Schwertes (The Destiny of the Sword) Autor: Dave Duncan Verlag: Bastei Lübbe (Del Rey) Reihe: Das Siebte Schwert (The Seventh Sword), #3 Seitenzahl: 527 (338) Genre: Fantasy Alter: 12+ Erste Aufl.: 1990 (13. November 1988) Ausgaben: Taschenbuch, E-Book ISBN: 978-3404204779 (TB) Vorgängerband: Die Wiege des Wissens Folgeband: The Death of Nnanji

Über das Buch Das Schicksal des Schwertes

Das Buch ist 1990 erstmalig unter dem Titel Die Bestimmung des Schwertes (Originaltitel: The Destiny of the Sword) erschienen. Eine Neuauflage gab es 2003 unter dem Titel Das Schicksal des Schwerts, die deutschen Auflagen sind derzeit (November 2013) out-of-print und nur gebraucht/antiquarisch erhältlich.
Die Reihe Das siebte Schwert sollte mit diesem dritten Band abgeschlossen sein, zumindest war das Dave Duncans ursprünglicher Plan. Sie zählt zu den erfolgreichsten seines schriftstellerischen Schaffens. Das Ende des dritten Teils rundet die ganze Geschichte um Shonsu und Nnanji auch ab. 2012 veröffentlichte Duncan jedoch, nach über 20 Jahren, unter dem Titel The Death of Nnanji einen weiteren Teil und machte damit aus der ursprünglichen Trilogie eine Tetralogie. Dieser vierte Teil ist bisher leider nicht in deutscher Sprache erschienen und nur als englisches Taschenbuch erhältlich.
Das Schicksal des Schwerts hat 527 Seiten und ist bei Bastei-Lübbe als Taschenbuch erschienen. Es in fünf Teile aufgeteilt mit mehreren Unterkapiteln.

Im Mittelpunkt des Buches stehen die Charaktere

Das Schicksal des Schwertes (Englische Ausgabe)

In diesem letzten Teil der (ursprünglichen) Trilogie verknüpft Dave Duncan die Geschichte zu einem runden Ganzen. Die letzten Rätsel der Prophezeiung werden gelöst und dem Leser werden die Zusammenhänge deutlich. Wie auch in den anderen Teilen wird großer Wert auf die Ausgestaltung Welt gelegt, in der sich die Handlung abspielt. Der Autor beschreibt sehr anschaulich und legt den Schwerpunkt weniger auf blutige Kämpfe, was man bei einer Geschichte über Schwertkämpfer vermuten könnte, sondern auf die Beziehungen der Protagonisten/Antagonisten untereinander. Die Ehre der Schwertkämpfer spielt ebenso eine große Rolle, wie Shonsus/Wallies Gewissen in Anbetracht der drohenden, blutigen Schlachten gegen die von den Schwertkämpfern so verhasste Zunft der Magier. Er befindet sich in der Zwickmühle, einerseits den Willen der Göttin erfüllen zu müssen, aber andererseits seinem Gewissen zu folgen. Wie kann er seinem, von Toleranz geprägten Gewissen treu bleiben, wenn er gleichzeitig als Schwertkämpfer der siebten Stufe Macht und Hass gegen Magier verkörpert. Dave Duncan vermag es hier ein gutes Spannungsfeld aufzubauen und den Leser einzufangen.

Das Ende und die Auflösung der Problematik kommen dann mehr oder weniger gebündelt auf den letzten 50 Seiten des Buches. Hier hat man bisweilen den Eindruck, dass Duncan die Geschichte nun schnell zu einem Ende bringen wollte, was schade ist. Alles verläuft fast zu „glatt“ und die Geschichte erfährt mehrere große Wendungen, die der Leser erst einmal verarbeiten muss. Definitiv steckt der Schluss voller Überraschungen.

Mein Fazit zu Das Schicksal des Schwertes

4.5 von 5 Sternen „Gut und ansprechend geschrieben.“

Dieser dritte Band ist ein krönender Abschluss des Dreiteilers. Man sollte vorher die anderen beiden Bände gelesen haben. Der vierte Band ist jedoch nicht zwingend notwendig. Gut gefallen haben mir wieder die Charaktere, in die man sich gut hineinversetzen kann und die einem auch in diesem Buch wieder schnell ans Herz wachsen.
Wer den Dreiteiler Das Siebte Schwert noch nicht kennt, sollte einen Blick darauf werfen. In der mittelalterlichen Welt hält sich das Fantasy-Element zudem in Grenzen, womit die Bücher auch für Mittelalter-Fans interessant werden, die mit typischer Fantasy des Genres nicht viel am Hut haben.

Jay

14 Gedanken zu “Das Schicksal des Schwertes von Dave Duncan

  1. Lieber Jay,
    ich freue mich immer, wenn jemand heute phantastische Literatur liest, die schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Darunter die gut gealterten Perlen zu finden ist nämlich gar nicht so leicht. Ich habe schon vieles ungelesen weggegeben, das mich nach vielen Jahren im Regal dann nicht mehr angesprochen hat. Aktuelle Rezensionen, wie deine, helfen bei der Auswahl 🙂
    Danke dafür (auch wenn meine Duncans schon ungelesen weitergewandert sind …)!
    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Hallo Sandra,
      die Buchreihe „Das Siebte Schwert“ kann ich auch nach ein paar Jahren wieder lesen, weil ich finde, sie ist einfach schön geschrieben. Shonsu ist ein Schwertkämpfer der siebten Stufe und daher ein wirklicher Überkrieger in Duncans Welt, dennoch fällt es ihm nicht gerade leicht die Rätsel des kleinen Gottes zu lösen, weil es nicht allein auf den Umgang mit Waffen oder Muskelkraft ankommt. Die Reihe ist einfach spannend und ansprechend geschrieben, ohne viel Gewalt und Blutvergießen. Die Charaktere sind liebenswert und gut ausgeführt und es gibt eigentlich kaum Fantasyelemente (abgesehen von den Magiern). Die Bücher gehören zu meinen persönlichen All-Time-Favourites und ich würde liebend gerne mit anderen darüber diskutieren. Leider finden sich nur wenige Leute, die sie gelesen haben, weil sie eben auch schon sehr alt und nicht mehr im regulären Buchhandel zu finden sind.

      Liebe Grüße
      Jay

      1. Lieber Jay,
        das klingt sehr gut. Vielleicht schlummern sie ja doch noch in Kisten oder ich finde sie mal im Bücherschrank. Ich komme dann auf dich zurück ;-*

        Lieben Dank für den tollen Tipp und sonnige Grüße
        Sandra

      1. Hallo Wolfram,
        danke für den Hinweis. Es gab ein kleines Problem mit den Kommentaren, das jetzt behoben wurde.
        Es sind nur maximal 8 Ebenen für Kommentare eingestellt, mehr geht nicht.
        Es ist deshalb gut, einfach einen neuen Kommentar auf Ebene 1 zu beginnen.
        Die neuesten Kommentare auf Ebene 1 werden immer ganz oben angezeigt, also zum Beispiel dein Kommentar von heute um 21:49 Uhr.

        Zu Robin Hobb gibt es ein ausführliches Autorenporträt hier im Blog, wo ich einige Dinge zusammengetragen habe.

        Viele Grüße
        Jay

  2. Von Duncan habe ich bisher die Bände „Der Weg nach Kinvale“, „Die Straße der Plünderer“ und „Die Jägersschenke“ gelesen.
    Der erste Band der Pandemia-Saga gefiel mir ganz gut, der Stil ging ein bisschen Richtung Jugendliteratur (6 von 10 Sterne).
    Die beiden Omar-Bände fingen interessant an, fielen dann aber im weiteren Verlauf qualitativ ab, blieben aber auf lesbarem Niveau (7 von 10 Sterne).
    Ich kann auch momentan nicht mehr genau sagen, warum das so war, irgendetwas ist mir zwischenzeitlich auf den Geist gegangen. Ich glaube, es lag daran, dass Duncan übertrieben witzig erzählen wollte und dabei gewaltig über die Stränge schlug.
    Ich werde Deinen Lesetipp im Hinterkopf behalten, hänge allerdings momentan bei Abercrombie fest…

    1. Hallo Wolfram,
      die Bücher gibt es aktuell nur antiquarisch für ein paar Cent bei Ebay. Mir hat die Geschichte um Shonsu und seinen göttlichen Auftrag sehr gut gefallen, insbesondere die Idee, die dahinter steckte.
      Von Abercrombie habe ich derzeit noch „A Little Hatred“ (Zauberklingen) offen. Welchen Abercrombie liest Du derzeit?

      Jay

      1. Hallo Jay,
        momentan lese ich „Heldenklingen“.
        Die Reihe „Das siebte Schwert“ habe ich im Bücherregal stehen, eigentlich kein Wunder bei ca. 3900 SF-/Fantasybüchern, die ich aktuell besitze. Leider geht das Kaufen schneller, als das Lesen!

          1. Passt schon, denke ich.
            Ich habe die Reihe „Das Siebte Schwert“ damals Ende der 80er Jahre gelesen, als die Übersetzung neu in die Regale kam. Mich hat die Geschichte fasziniert, weshalb ich sie vor einigen Jahren wieder gelesen und dann auch rezensiert habe. Danach auch das vierte Buch „The Death of Nnanji“.
            Bei mir haben sich inzwischen auch schon einige hundert SF- und Fantasybücher angesammelt. Ich sammle signierte Erstausgaben und habe einige Raritäten im Reagal stehen.
            Es gibt noch so viel zu lesen und so wenig Zeit, aber das wird schon. Demnächst steht eine ganze Reihe von Büchern der Autorin Robin Hobb an, die ich zum Teil auch schon einmal gelesen habe.
            Ich fand Abercrombies Heldenklingen recht gut geschrieben. Zauberklingen steht bei mir demnächst auch noch an.

            1. Hallo Jay,
              mir scheint, wir haben einen ähnlichen Geschmack, Robin Hobb ist meine Lieblingsautorin.
              Die „Weitseher“ und „Zauberschiff“ Serien sind Spitzenklasse. Ärgerlich ist eigentlich nur, dass von den „Rain Wild Chronicles“ nur die ersten zwei Bände ins Deutsche übersetzt worden sind, die weiteren Bände wird es wohl nicht mehr geben. Gespannt bin ich auf die neueste Serie „Das Kind des Weitsehers“, auch das wartet noch auf mich.

              1. Hallo Wolfram,
                ja, Robin Hobb gehört zu meinen Lieblingsautoren. Umso schlimmer ist es, dass ich schon seit langer Zeit nichts mehr von ihr gelesen habe. Die Weitseher-Reihen stehen ganz oben bei mir auf der Leseliste, ebenso die Zauberschiffe. Ich habe mir vorgenommen alle ihre Fantasy-Werke unter ihrem Pseudonym Robin Hobb zu lesen und zu rezensieren.
                Ich habe die Autorin auch schon getroffen, u. a. auf dem SF/F-Worldcon 2017 in Helsinki. Wir hatten einen „Kaffeeklatsch“ mit ihr, d. h. wir waren nur ein knappes Dutzend Fans und konnten uns mit ihr zu einer lockeren Gesprächsrunde bei einer Tasse Kaffee treffen. Ich saß direkt neben ihr und es war richtig genial. Im Anschluss hat sie dann noch alle Bücher signiert, die wir mit dabei hatten.
                Ich habe allein fünf verschiedene Ausgaben von „Assassins Apprentice“ im Regal stehen. Es war mein erstes Buch von ihr und ich hatte es 1997 gelesen.

                Jay

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