Genevieve Cogman: Die unsichtbare Bibliothek (Die Bibliothekare 1)

Genevieve Cogman: Die unsichtbare Bibliothek
Dt. broschierte Ausgabe
Bastei Lübbe, 2015

Inhalt

ALLES BEGINNT MIT EINEM BUCH …
Die unsichtbare Bibliothek ist eine Bibliothek versteckt in Raum und Zeit, geheimnisvoll und nur durch versteckte Portale zu betreten. Wer für die Bibliothek arbeitet, hat Zutritt zu den verschiedensten Parallelwelten und den unterschiedlichsten Zeitaltern, denn die Bibliothekare sollen die Bibliothek immer wieder mit neuen und alten, wertvollen und einzigartigen Büchern bestücken, die sie aus allen Welten zusammentragen, um sie zu sammeln und erforsche.

Irene Winters ist eine der Bibliothekare. Zusammen mit ihrem Lehrling Kai soll sie nach London im viktorianischen Zeitalter reisen, um ein überaus wertvolles Buch für die Bibliothek zu beschaffen, eine seltene Ausgabe der Märchen der Gebrüder Grimm. Doch der Auftrag ist gefährlicher, als zunächst vermutet, denn auch andere sind hinter dem Buch her, das ein Geheimnis zu verbergen scheint. Schon bald wird Irenes und Kais Jagd nach dem Buch für sie zur tödlichen Bedrohung, denn ihre Gegner gehen über Leichen, um es zu bekommen…

Über das Buch und die Autorin

Genevieve Cogman
(c) Bastei Lübbe

Genevieve Cogman wurde am 15. September ???? geboren und ist eine freischaffende Autorin, die hauptberuflich bei der NHS (das staatliche Gesundheitssystem des Vereinigten Königreichs) ihr Geld verdient und nebenbei Bücher schreibt. Zudem arbeitet sie an verschiedenen Rollenspielsystemen mit. Sie lebt im Norden Englands.
Die unsichtbare Bibliothek ist das erste Buch der Reihe Die Bibliothekare und gleichzeitig Genevieve Cogmans Debütroman. Das Buch erschien Anfang 2015 im englischen Sprachraum unter dem Titel The Invisible Library und wurde bis zum Ende des Jahres 2015 auch ins Deutsche übersetzt. Die deutsche Taschenbuchausgabe hat 423 Seiten und ist bei Bastei Lübbe erschienen. Weitere Bände der Reihe sind Die maskierte Stadt (August 2016), Die flammende Welt (März 2017) und Das dunkle Archiv (geplant für März 2018).

Meine Meinung

Die Werke von Genevieve Cogman gehören zu den Büchern, die einem seit einigen Monaten immer wieder in den Buchhandlungen begegnen. Schuld daran sind nicht zuletzt die recht schön gestalteten Cover, die Ausschnitte von Stadtplänen darstellen und farblich schon ins Auge fallen. Ich habe Die maskierte Stadt bei einem Weihnachtswichteln als Geschenkbuch erhalten und dann festgestellt, dass es bereits der zweite Teil der Reihe ist. Also habe ich mir auch Die unsichtbare Bibliothek besorgt und bin nun, nach einigen Monaten endloch dazu gekommen das erste Buch zu lesen und mir hat es recht gut gefallen.
Die Idee, Bücher über Bücher zu schreiben und das alles mit magischen Elementen zu verknüpfen ist zunächst einmal nichts völlig Neues. Man denke nur an die Reihen anderer Autoren, wie zum Beispiel Die Seiten der Welt von Kai Meyer oder Cornelia Funkes Tintenherz-Bücher. Eben da es nicht neu ist, ist es wohl umso schwieriger für Autoren völlig neue Ideen zu entwickeln. Das ist Genevieve Cogman meiner Ansicht nach recht gut gelungen. Die Idee einer geheimen Bibliothek zu erfinden, die „zwischen den Welten“ existiert und Bücher aus allen diesen Welten zusammenträgt (sie ist übrigens riesengroß) ist schon mal eine gute Grundlage für unzählige Bücher. Mit jedem neuen Band kann Genevieve Cogman die Schauplätze verändern, die Rahmenhandlung neu gestalten. Die unsichtbare Bibliothek spielt in London im viktorianischen Zeitalter, weitere Bücher könnten durchaus auf anderen Kontinenten und zu anderen Zeiten spielen, was viel Abwechslung verspricht.

Mit dem ersten Band führt die Autorin die Hauptcharaktere ein, die Bibliothekarin Irene und ihren Lehrling Kai, und sie nimmt sich viel Zeit für die Beschreibung ihrer Fantasywelt und die Arbeitsweise der Bibliothek. Als Leser erfährt man immer wieder kleine und größere Details und findet so einen leichten Einstieg in die Welt. Cogmans Magiesystem basiert auch nicht auf Büchern, wie bei der Tintenherz-Trilogie oder Die Seiten der Welt, sie machte sich viele Gedanken und entwickelte etwas Eigenes, das zwar auch nicht ganz neu ist, jedoch ganz wunderbar in die Handlung passt. Es sind die vielen kleinen Ideen, die Cogmans Fantasywelt so entdeckenswert macht, weil man als Leser immer wieder überrascht wird. Die Charaktere werden von Beginn an gut entwickelt. Der Bucheinstieg im ersten Kapitel erfolgt mit viel Tumult und Spannung und stellt Irene in den Fokus, die man gerne bei ihrer Arbeit verfolgt, denn seltene Bücher zu beschaffen ist nicht immer leicht und erfordert manchmal auch Geschick und etwas kriminelle Energie. In der Bibliothek werden die wertvollen Bücher erforscht, doch ob es daneben noch ein höheres Ziel gibt, lässt sich im ersten Band nur vermuten. In den Folgebänden wird man vielleicht erfahren, ob mehr hinter der unsichtbaren Bibliothek steckt. Cogman hat hier vielfältige Möglichkeiten, ihre Geschichte weiter zu entwickeln.
Das Zusammenspiel der Charaktere ist gut. Sie wirkten gut durchdacht und als Leser bekommt man auch genügend Hintergrundinformationen mitgeliefert, um sich die Charaktere vorstellen zu können und auch um ihre Handlungsweisen zu verstehen. Da es sich um Jugendromane handelt (empfohlen ab 16 Jahre), fehlt natürlich auch die Liebe nicht. Ich will hier jedoch nicht mehr darüber schreiben, um nichts zu verraten. Neben Irene ist vor allem ihr Lehrling Kai ein zentraler Charakter. Während sie schon recht viel Erfahrung bei ihren Aufgaben mitbringt, repräsentiert er mehr oder weniger den unwissenden Leser, dem man erklären muss, wie die Dinge funktionieren. Doch hinter Kai verbirgt sich auch ein Geheimnis, das sich im Laufe der Handlung dem Leser erschließt und das ihn in den Folgebänden zu einem noch viel interessanteren Charakter werden lässt. Selbstverständlich gibt es auch noch weitere Personen, auf die ich hier jedoch noch nicht eingehen möchte, und gemeine Gegenspieler, welche die Spannung immer wieder anheizen und die Protagonisten in Bedrängnis bringen. Nachdem die Hauptgeschichte, nach einem aktionsgeladenen ersten Kapitel, so langsam Fahrt aufgenommen hat, entwickelte sie sich schließlich immer stärker zu einem Krimi voller Rätsel und überraschender Ereignisse. Die Bezeichnung Krimi passt hier auch recht gut, denn es muss einiges an Ermittlungsarbeit geleistet und das eine oder andere Rätsel gelöst werden. Die Autorin kombiniert in ihrer Geschichte also traditionelle Fantasy in Form von Magie, Vampiren und Werwölfen (ja, auch die gibt es) mit Steampunk- (klassisch für das viktorianische Zeitalter) und Krimi-Elementen. Sie mochte schon in ihrer Jugend Tolkiens Bücher und Sherlock Holmes. Das Ende ist gelungen und macht Lust auf mehr. Weitere Rezensionen werden hierzu sicher folgen.

4.5 von 5 Sternen
„Ein sehr gut gelungener Einstieg in die Reihe.“

Mein Fazit

Eine weitere magiegeladene Buchreihe über Bücher, die jedoch mit erfrischend neuen Ideen daher kommt und durchaus lesenswert ist. Genevieve Cogman hat mit ihrem Debütroman einen guten Start hingelegt und schafft es ihre Leserinnen und Leser zu begeistern und bei der Stange zu halten. Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend, die Charaktere glaubwürdig und durchdacht. Insgesamt ein Buch, das ich Bücherfreunden empfehlen kann.

Jay

 

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