Lara Williamson: A Boy Called Hope

Lange Zeit dachte ich, meine Familie wäre nicht perfekt. Dann entdeckte ich aber, dass das eigentlich nichts ausmacht, denn sie ist perfekt für mich.
(Lara Williamson: A Boy Called Hope)

Lara Williamson: A Boy Called Hope
UK Taschenbuchausgabe
Usborne Verlag, 2014

Inhalt

Ich bin Dan Hope und tief in meinem Kopf führe ich eine Liste von Dingen, die ich möchte, dass sie passieren.
Zum Beispiel möchte ich, dass meine Schwester am Nordpol auf die Universität geht und nur einmal im Jahr nach Hause kommt.
Ich möchte Sherlock Holmes helfen sein geheimnisvollstes Rätsel zu lösen, und wenn es ein Zombie-Rätsel wäre, dann umso besser.
Ich will der erste Elfjährige sein, der auf dem Mond landet.
Ich möchte, dass mein Hund aufhört die Planeten zu fressen und sie dann auf den Teppichboden zu kotzen.
Und schlussendlich, als größter Traum von allen, wünsche ich mir, dass mein Papa mich liebt. (Übersetzung Klappentext)

Titel: A Boy Called Hope Autor: Lara Williamson Verlag: Usborne Seitenzahl: 291 Alter: 9-11 Erste Aufl.: März 2014 Ausgaben: Taschenbuch, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-1474922920 (TB)
Sonstiges: Derzeit nur in englischer Sprache erhältlich.

Über die Autorin

Lara Williamson wurde in Irland geboren, wo sie auch Modedesign studierte, bevor sie nach London zog. Sie arbeitete als freie Journalistin für verschiedene Modemagazine, zum Beispiel Elle und More, bevor sie für das Magazin J-17 tätig wurde und den Jasmine Award für den besten Beitrag gewann. Nach 2012 begann Lara an ihrem Debüt A Boy Called Hope zu schreiben, das schließlich 2014 erschien. Weitere Bücher folgten. Lara lebt heute mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter in London. Sie mag das Tagträumen, Stepptanzen und das Schreiben.

Lara Williamson: A Boy Called Hope, neuere UK-Taschenbuchausgabe
Usborne Verlag, 2017

Meine Meinung

Ich weiß ehrlich nicht mehr, wie ich dazu kam A Boy Called Hope zu kaufen. Auch dieses Buch lag einige Monate auf meinem SuB. Vermutlich habe ich es einmal zusammen mit anderen bei Medimops gekauft, weil mir der Klappentext so gut gefallen hat. Für alle, die stimmungsvolle Coming-of-Age-Romane mögen, in denen es um das Erwachsenwerden geht, ist Lara Williamsons Debütroman sicherlich einen genaueren Blick wert. Wer den von mir übersetzten Klappentext liest, bekommt einen ersten Eindruck vom Schreibstil der Autorin. Sie schreibt in einer leicht verständlichen Sprache aus der Sicht des elfjährigen Dan Hope, so wie er die Welt sieht, was insgesamt sehr locker herüberkommt und auch erwachsene Leser zum Schmunzeln bringt. Mich erinnerte der ganze Stil etwas an die Reihe Gregs Tagebuch, nur ohne die lustigen Bilder dazu. Und obwohl das Buch eine gehörige Portion Humor mit sich bringt, bedient Lara Williamson darin ein ziemlich ernstes Thema, nämlich die vorbehaltlose Liebe eines Sohnes zu seinem Vater, die leider nicht erwidert wird, und von dem er sich nichts sehnlichster wünscht, als ein Zeichen seiner Zuneigung.
Dans Vater hat die Familie wegen einer anderen Frau verlassen, als der Junge etwa 7 Jahre alt war. Obwohl er nicht sehr weit von ihnen wohnt, hat er jeglichen Kontakt zu seinen Kindern abgebrochen, was für Dan schmerzlicher ist, als für seine Schwester Grace, die den Vater bereits völlig abgeschrieben hat. Doch das Leben geht weiter und die Mutter beginnt eine neue Beziehung, die auf das Leben der Kinder Einfluss nimmt.
Es geht in A Boy Called Hope vor allem um ein gesellschaftlich sehr relevantes Thema, nämlich den Wandel familiärer Strukturen weg von der traditionellen Familie hin zur Patchwork-Familie, und natürlich um die damit verbundenen Probleme für Erwachsene und vor allem für die Kinder. Der Fokus liegt dabei auch nicht ausschließlich auf Dans Familie und wie sich die schreckliche Trennung des Vaters auf das Leben der zurückgebliebenen Mutter, ihn selbst und seine Schwester auswirkt, sondern auch auf den Familien seiner Freunde .
A Boy Called Hope ist nicht nur voll kindlichem Humor, sondern hat auch emotional so einiges zu bieten. Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive von Dan erzählt, so wie er die Dinge erlebt. Damit gewährt die Autorin gleichzeitig einen tiefen Einblick in Dans Gedanken, seine Gefühlswelt und seine geheimsten Wünsche, die er so gerne erfüllt sehen würde. Dan selbst ist zudem ein sehr sympathischer Charakter, der allzu oft unter seiner manchmal egoistischen 16-jährigen Schwester zu leiden hat. Insgesamt sind die Charaktere im Buch und ihre Beziehungen untereinander sehr gut und glaubhaft dargestellt. Es macht einfach Freude ein Kapitel nach dem anderen zu lesen, weil man natürlich hofft, dass für Dan zum Schluss alles gut werden wird. Sein verzweifelter Kampf um die Aufmerksamkeit seines Vaters schmerzte manchmal auch mich beim Lesen, doch es gibt immer wieder auch schöne Momente. Zum Schluss des Buches will ich nicht viel hier sagen, nur, dass er mir sehr gut gefallen hat.

A Boy Called Hope ist laut Verlag eigentlich ein Buch für Kinder im Alter von 7-9 Jahren. Allerdings finde ich es durchaus geeignet auch für ältere Leser und Erwachsene, die gerne diese Art von Romane lesen. Es gibt nur ein Problem: Das Buch ist aktuell nur in englischer Sprache erhältlich und eine deutsche Übersetzung ist noch nicht in Sicht.

Interessant ist es jedoch für alle, die gerne Bücher auf Englisch lesen, denn das Sprachniveau ist nicht allzu hoch und sollte für fortgeschrittene Englischlernen ab der oberen Mittelstufe machbar sein. Manchmal kann ein Wörterbuch weiterhelfen.

 

4 von 5 Sternen
„Mit viel Humor und Tiefgang.“

Mein Fazit

A Boy Called Hope von Lara Williamson ist ein gut geschriebener Coming-of-Age-Roman voller kindlichem Humor, aber auch mit einigem emotionalen Tiefgang, der mir gut gefallen hat. Für einen Debütroman ist er wirklich gut gelungen. Die Charaktere sind sympathisch und auch glaubwürdig, die Handlung gesellschaftlich aktuell, was auch für die kommenden Jahre so bleiben wird. Leider gibt es das Buch derzeit nur in englischer Sprache. Ich kann das Buch empfehlen.

Jay

 

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