Miriam Schäfer: Das Fehlen des Flüsterns im Wind (Kurzgeschichten)

„Ich bin noch hier!“, rief er herausfordernd in den Raum. Aber nicht einmal ein Echo antwortete ihm. Sein Ruf verklang ungehört im Nichts und die Stille wog schwerer als zuvor. (Miriam Schäfer: Das Fehlen des Flüsterns in Wind)

Miriam Schäfer: Das Fehlen des Flüsterns im Wind
Taschenbuch acabus Verlag, 2018

Inhalt

Ein alter Uhrmacher vor einem Rätsel. Endlose Wanderungen durch Eis und Schnee. Lockende Versprechungen eines Baumes.
Wenn das Licht schwindet und die Schatten dichter zusammenrücken, wenn kalte Finger nach dir greifen und dein Weg unweigerlich zu Ende scheint: Wem schenkst du dein Vertrauen?
21 phantastische Geschichten vom Grund der Dinge. Zum Gruseln, Träumen und Nachdenken. Geheimnisvoll, düster und melancholisch erzählt Miriam Schäfer von den Welten zwischen Traum und Wirklichkeit, Licht und Schatten, Wahrheit und Legende.

Infos zum Buch

Titel: Das Fehlen des Flüsterns im Wind (Kurzgeschichtensammlung) Autorin: Miriam Schäfer Verlag: acabus, Hamburg Seitenzahl: 180 Erschienen: 27. Februar 2018 Ausgaben: Taschenbuch, E-Book
ISBN: 978-3862825639 (TB)

Infos zur Autorin

Miriam Schäfer wurde 1978 in Wuppertal geboren, wo sie auch heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt. Sie studierte in Berlin Neuere deutsche Literatur und Japanologie und veröffentlichte seit 2012 mehrere Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. 2014 wurde sie für ihre Kurzgeschichte Claire mit dem Deutschen Phantastik Preis für die „Beste deutschsprachige Kurzgeschichte“ ausgezeichnet. Da sie für ihr Leben gerne schreibt, ist sie als freie Autorin tätig.

Meine Meinung

Ich bin ja nun kein Autor, obwohl ich schon des Öfteren darüber nachgedacht habe, einmal eine Geschichte zu schreiben. Allerdings kann ich mir schon als Leser vorstellen, dass es nicht gerade einfach ist ansprechende Kurzgeschichten zu entwickeln. In Büchern mit mehreren hundert Seiten Umfang kann sich ein Autor oder eine Autorin gedanklich ausbreiten und braucht vielleicht nicht so sehr auf die Wortzahl achten. Ich denke die hohe Kunst bei Kurzgeschichten ist es, mit einer relativ begrenzten Anzahl an Sätzen beim Leser zunächst Interesse zu wecken, eine entsprechende Atmosphäre aufzubauen, Spannung zu erzeugen und die Aussagen auf den Punkt zu bringen. Das alles funktioniert nur, wenn man seine Worte treffend wählt, damit die Intention klar wird. Vielleicht täusche ich mich, aber ich denke, es ist nicht leicht gute, abgeschlossene Kurzgeschichten zu schreiben, welche die Leser in den Bann ziehen.
Mit ihrer Sammlung Das Fehlen des Flüsterns im Wind hat die Autorin Miriam Schäfer in 21 Kurzgeschichten versucht verschiedene Aspekte des Lebens einzufangen, manche ein wenig gruselig, manche tiefgründig und zum Nachdenken. Ich muss sagen, dass mir nicht alle Geschichten gleich gut gefallen haben. Manche ließen mich auch verwirrt zurück, weil ich beim Lesen etwas anderes erwartet hatte. Aber wahrscheinlich war das auch das Ziel der Autorin, dass man über Dinge nachzudenken beginnt, die man sonst für allzu selbstverständlich hält oder die man vorher noch nie aus dieser oder jener Perspektive betrachtet hat. Als Freund düsterer und gruseliger Geschichten, haben mir die besonders gut gefallen, die einem beim Lesen schon leichte Schauer über den Rücken jagen, mit einer bedrückenden Atmosphäre ohne, dass man konkret sagen kann, woher das ungute Gefühl kommt. Ich bin seit Jahren auf der Suche nach dieser Art von Kurzgeschichten, aber leider schaffen es nur sehr wenige, mir eine echte Gänsehaut zu bescheren. Wenn man so viel gelesen hat, wie ich, dann kann einem so leicht nichts mehr aus der Bahn werfen. Schaurig schön gelungen fand ich Miriam Schäfers Geschichten Zwillinge und Wurzelwaise. Beide sind sehr kurz und ein treffendes Beispiel für stimmungsvolles Gruseln. Aber auch viele andere Geschichten haben mir gefallen. Gut fand ich die Vielfalt der Ansätze, zeigt sie doch den Ideenreichtum, mit dem Miriam Schäfer aufwarten kann.
Das Buch lag ein paar Monate auf meinem SuB bis ich es jetzt endlich gelesen habe. Im Nachhinein war es gut gewesen zu warten, denn die „Kurzgeschichten aus dem Halbdunkel“ passen vortrefflich in die herbstlich kalte und düstere Jahreszeit und man kann sie gut abends vor dem Einschlafen lesen, wenn es draußen schon dunkel ist, oder besser auf dem Sofa bei einer Tasse Glühwein oder Tee. Ich habe das Halbdunkel und die meisten von Miriam Schäfers Geschichten genossen und freue mich das Buch empfehlen zu können.

4 von 5 Sternen
„Gut gelungen und voller Abwechslung.“

Mein Fazit

Das Fehlen des Flüsterns im Wind ist eine vielfältige Sammlung von Kurzgeschichten, die vor allem sehr gut in die trübe Herbstzeit passen. Wortgewandt und mit vielen Ideen gibt Miriam Schäfer ihren Lesern ein lesenswertes Büchlein in die Hand, dessen Geschichten manchmal nicht nur mystisch und zum Gruseln sind, sondern den Leser auch zum Nachdenken anregen können. Mir hat das Buch gut gefallen und ich kann es allen weiterempfehlen, die zwischendurch gerne mal Kurzgeschichten lesen.

Jay

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