Richardt Schwartz: Fluchbrecher (Die Eisraben-Chroniken 1)

Richard Schwartz: Fluchbrecher
Die Eisraben-Chroniken 1
Broschierte Ausgabe
Piper Verlag, 2018

Inhalt

Viele Jahre lang war Alexandra McInnes Hubschrauberpilotin bei den Special Forces und ist mit ihrem Team zahlreiche Kampfeinsätze geflogen, doch bei einem Unfall wird sie schwer verletzt und kann fortan nur noch mit Hilfe vieler Ärzte und Operationen überleben. Ein einzigartiges Experiment bietet ihr allerdings eine Chance auf Heilung. Während nämlich ihr Körper in der realen Welt bewegungslos in einem Plasmatank verweilen muss, um sich zu regenerieren, soll ihr Bewusstsein vollständig in die die riesige Spielwelt des Online-Rollenspiels VORENA übertragen werden, wo sie als Spielcharakter vollständig geheilt weiterleben kann. In der Hoffnung auf Erfolg wagt Alexandra das Experiment und uns beginnt ihr neues Leben in VORENA. Als magiebegabte Kämpferin stellt sie sich den Herausforderungen ihrer neuen Welt, findet neue und alte Freunde und bestreitet zahlreiche Abenteuer. Allerdings ist Alexandra nicht die einzige, die in der Spielwelt eine Zuflucht findet und schon bald holt sie ihre Vergangenheit ein. Und auch für den Kybernetiker Dr. Jensen, der das Experiment betreut, ist VORENA erst der Anfang einer Entwicklung, die die ganze Welt verändern könnte.

Titel: Fluchbrecher Reihe: Die Eisraben-Chroniken 1 Autor: Richard Schwartz Verlag: Piper Verlag Seitenzahl: 480 Alter: 16+ Erste Aufl.: 02. Oktober 2018 Ausgaben: Broschierte Ausgabe, E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3492705196 (Broschierte Ausgabe)

Über den Autor

Richard Schwartz ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der 1958 in Frankfurt am Main geboren wurde. Er ist ausgebildeter Flugzeugmechaniker und hat sowohl Elektrotechnik, als auch Informatik studiert. 2006 veröffentlichte er seinen Debütroman Das erste Horn und begann damit seine bekannte Reihe Das Geheimnis von Askir. Richard Schwartz soll ein erfahrener Rollenspielleiter sein, was auch großen Einfluss auf seine schriftstellerischen Erfolge hat.

Meine Meinung

Na, was soll ich als alter Rollenspieler und langjähriger Spielleiter von Pen-and-Paper-Rollenspielen zu diesem Buch sagen? Zunächst mal finde ich die Idee der völligen Bewusstseinstransformierung in ein Online-Rollenspiel recht interessant, auch wenn sie per se nicht wirklich neu ist. Das Leben in virtuellen Welten hat schon immer einen großen Reiz auf die Menschen ausgeübt und wurde auch oft genug verfilmt. Man denke nur an das Buch und den Film Ready Player One von Ernest Cline und noch einige andere mehr. Was mir gefällt ist, dass Richard Schwartz sogar noch einen Schritt weiter geht, denn seine Hauptcharakterin Alexandra lebt quasi in der Online-Welt mit allen ihren Sinnen. Zwar hat sie eine Verbindung zur realen Welt, jedoch kann sie dorthin aus gesundheitlichen Gründen, zumindest im Moment, nicht zurückkehren. Das Interessante an diesem Leben ist, dass sie sich der Spielnatur ihrer neuen Wirklichkeit bewusst ist. Sie weiß, dass sie in einer Spielwelt lebt, im Gegensatz zu den „NPC“ (Non Player Character), die das nicht tun. Die Möglichkeiten einer programmierten Spielwelt sind zudem nahezu unbegrenzt, da man als Spieldesigner sämtliche Regeln der Naturwissenschaften dort außer Kraft setzen kann. Zu Beginn des Buches startet Alexandra als Anfängerin im Spiel und steigt mit der Zeit im Spiel mehrere Stufen auf, was ihr auch neue und verbesserte Fertigkeiten bringt. Sie hat also einerseits einen freien Willen, ist jedoch an die programmierten Spielregeln und Einschränkungen gebunden, welche in VORENA gelten. Die enge Verknüpfung zwischen einem realen Bewusstsein und einer virtuellen Welt macht das Buch anders, als man es von traditionellen Fantasyromanen her kennt. Mir hat das gut gefallen. Wer jedoch bei Fluchbrecher einen „normalen“ Fantasyroman erwartet, muss sich vielleicht erst an die Rollenspielelemente gewöhnen, die einen Teil der Handlung einnehmen.

Ich finde Alexandras Charakter liebenswert und gut aufgebaut. Später im Buch kommen weitere Personen hinzu, die ebenfalls ihren Reiz haben. Das Buch war für mich spannend zu lesen, da ich einfach wissen wollte, wie Alexandra die Probleme löst. Auch wollte ich dabei sein, wie ihr „Spielcharakter“ immer besser wird und weiter aufsteigt. Was der Spannung im Buch weniger zuträglich ist, ist jedoch hier der Spielcharakter der Welt, denn wer in VORENA stirbt wird einfach wiedergeboren, weshalb eine wirklich große Gefahr für die Protagonisten im Spiel eigentlich kaum besteht. Mir persönlich hat das den Lesespaß nicht geschmälert, was viel an den Charakteren und der Welt VORENA an sich lag. Andere Leser könnte dieser Mangel an Gefahr jedoch langweilen. Im Gegenzug freut man sich aber, wenn die Charaktere eine Quest erfolgreich abschließen und ihre Belohnungen erhalten. So ist es eben auch in einem Rollenspiel, weshalb vielleicht diejenigen Leser mit dem Buch am besten zurechtkommen, die etwas Rollenspielerfahrung mitbringen – das muss jedoch nicht zwingend so sein.

Das an den Geschehnissen in VORENA nicht die ganze Handlung des Buches hängt, ist positiv zu bewerten. Es gibt ja auch noch die reale Welt und im Buch ist schon angeklungen, dass es nicht nur um Alexandra als Charakter geht, sondern auch um das Online-Rollenspiel VORENA selbst, welches für die Menschheit in der Realität Segen oder Fluch werden könnte, denn durch die Übertragung von Bewusstseins in eine virtuelle Welt eröffnen sich für eine Gesellschaft ungeahnte Möglichkeiten. Ich hoffe also, dass sich die Handlung in den Folgebänden noch etwas mehr in die reale Welt verlagert und bin auch die Ideen von Richard Schwartz sehr gespannt. Das Cover finde ich im Übrigen sehr passend zum Buch, zeigt es doch Alexandra, wie sie zwischen zwei Welten wandelt.

Richard Schwartz: Monsterjäger
ET: 01. März 2019, Piper Verlag

Einen kleinen Kritikpunkt muss ich jedoch noch loswerden und das sind die Kraftausdrücke die im Buch immer mal wieder zu lesen sind. Ich verstehe, dass eine solcher Sprachstil oft für bestimmte Personen typisch sind und auch zu deren Glaubwürdigkeit beiträgt, allerdings halte ich das für kritisch, wenn jüngere Leser das Buch lesen. So gut ich es auch finde, ich hätte Bauchschmerzen, es einem 12-jährigen in die Hand zu drücken. Vielleicht ist es aber auch gar nicht für diese Altersklasse gedacht. Schade eigentlich, denn gerade dieser könnte es gefallen, da sich unter ihnen auch viele Spieler befinden.

Fluchbrecher ist der erste Teil der Eisraben-Chroniken. Eine Fortsetzung wird für den 01. März 2019 erwartet. Sie trägt den Titel Monsterjäger und ich freue mich schon darauf zu erfahren, wie es in der Handlung weitergeht.

4 von 5 Sternen
„Gut geschrieben und spannend.“

Mein Fazit

Fluchbrecher war mein erstes Buch von Richard Schwartz, aber ganz sicher nicht mein letztes. Die ersten drei Bücher der Askir-Saga liegen schon auf meinem SuB bereit.
Fluchbrecher ist ein flüssig zu lesendes Buch mit einigen interessanten Ideen und fällt durch seine enge Verknüpfung mit Rollenspielen etwas aus dem Rahmen, wenn man es mit anderen Büchern des Genres vergleicht. Mir hat es gut gefallen, wenn ich auch die Sprache bisweilen nicht für jüngere Leser geeignet finde. Leseempfehlung.

Danke an dieser Stelle an den Piper Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar.

Jay

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