4. April 2020

Joe Abercrombie: Kriegsklingen (engl.: The Blade Itself)

Deutsche Taschenbuchausgabe
Joe Abercrombie: Kriegsklingen, TB, Heyne, 2006

In Joe Abercrombies erstem Fantasy-Roman treffen so manche interessante Charaktere aufeinander. Da ist zum einen Logan Neunfinger, der wohl berühmteste und gefürchtetste Barbarenkrieger des Nordens, der eigentlich dem Krieg den Rücken kehrte und nur seine Ruhe haben will – eigentlich.
Zum anderen der Inquisitor Glokta, unheilbar verkrüppelt, unnahbar und zynisch, der seinen Lebensunterhalt mit Schmerzen verdient – nicht seine eigenen versteht sich.
Und da findet man eine rauhe Welt, mit tiefen, gefährlichen Wäldern, bezauberten Städten und Frauen, dunklen Bedrohungen und Intrigen, sowie eine lebende Legende die ins Königreich zurückkehrt… um es zu retten.

Titel: Kriegsklingen (The Blade Itself) Autor: Joe Abercrombie Verlag: Heyne (Gollancz) Reihe: Klingenwelt (The First Law), #1 Seitenzahl: 800 (656) Genre: Dark Fantasy Alter: 16+ Erste Aufl.: 06. Dezember 2006 (2006) Ausgaben: Hardcover (ENG), Taschenbuch, E-Book, Hörbuch (ENG) ISBN: 978-1473216785 (ENG HC), 978-3453532519 (TB) Sonstiges: Glossar

Meine Meinung

Einige Jahre hat es gedauert, bis Joe Abercrombie seinen ersten Roman endlich veröffentlichte und zur Freude der Leser und seiner Fans sollte es nicht sein letzer sein. The Blade Itself  ist ein Fantasyroman voller Leidenschaft und starken Charakteren, und wurde nicht umsonst in vielen Ländern ein Bestseller. Was mir besonders gefallen hat, waren die interessanten Protagonisten. Sie sind keine Supermänner, keine Überflieger und glorreichen Helden, sondern haben ihre Schwächen und Eigenarten, die sie gerade deshalb so wunderbar sympatisch machen. Allein Gloktas Gedankengängen und Aussagen zu folgen, ist Lesespaß pur und oft an zynismus nicht zu übertreffen.
Joe Abercrombie hat es zudem verstanden eine facettenreiche Fantasywelt zu schaffen, mit vielen geschichtlichen Hintergründen und abwechslungsreichen Handlungsschauplätzen, die einen von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr los lässt.
Regelmäßige Perspektivenwechsel lassen den Leser die Dinge durch die Augen der verschiedenen Hauptcharaktere sehen, wobei die Handlung gut miteinander verwoben und keine Langeweile aufkommt. Was kann man von guter Fantasy noch mehr erwarten?

5 von 5 Sterne Ein fantastisches Debüt!
5 von 5 Sterne
Ein fantastisches Debüt!

Fazit

Kriegsklingen (engl.: The Blade Itself) ist der erste Teil einer Fantasyreihe, die das Genre bereichert und die sich v. a. wegen seiner interessanten Charaktere erfrischend abhebt. Wer Fantasy mag, dem sei die Reihe definitiv ans Herz gelegt.

Da ich die englische Originalausgabe gelesen habe, kann ich zur deutschen Übersetzung leider nur wenig sagen. Das Englisch ist im Original gut verständlich, hin und wieder müssen jedoch weniger geläufige Wörter nachgeschlagen werden.

Sprachniveau: 3 von 4 (Fortgeschrittene)
Sprachniveau: 3 von 4 (Fortgeschrittene)

Jay

5 Gedanken zu “Joe Abercrombie: Kriegsklingen (engl.: The Blade Itself)

  1. Nachdem ich es nicht gewonnen habe *schnüff* habe ich es mir heute gekauft. Manchmal lohnt sich Aufräumen dann doch … Vor allem wenn einem alte Büchergutscheine vor den Staubsauger fallen 😉
    Ich hoffe es stellt sich als gute Investition raus. Meine Erwartungen an das Buch sind maximal.

    1. Viel Spaß damit. Meine Rezension hier ist eine der ersten im Blog und relativ knapp ausgefallen. Ich werd‘ bei Gelegenheit die ganze Trilogie nochmal lesen und die Rezis aktualisieren. 🙂

      Jay

      1. Mach das, vielleicht kann ich dann schon mitreden. Im Moment hänge ich noch in der stieg Larson Trilogie. Musste mal ne Auszeit vom Fantasy nehmen. Aber die Kriegsklingen kommen als nächstes dran.

        1. So, hatte ja versprochen, ich melde mich. Durch bin ich mit dem Wälzer noch nicht, aber ich habe schonmal einen Eindruck gewonnen.
          vorab es ist ein großartiges Buch, mit ganz toll ausgearbeiteten differenzierten Charakteren. Mein Problem dürfte ddir aber bekannt vorkommen: Ich kann mich einfach mit keinem davon identifizieren. Ich lese es weiter, weil es ne gute Geschichte ist, aber dieses ‚Ich will ganz dringend ein Teil davon sein‘- Gefühl, dein Grippingfaktor, der fehlt mir. Denn so spannend das alles auch ist, und so gut geschrieben, ich würde zu keiner Zeit weinen müssen, wenn einer der Charaktere plötzlich stirbt. Das wäre nur ein weiteres tragisches Element.

          Wenn ich durch bin melde ich mich nochmal kurz. Bis dann.

          LG

          1. Ich gebe dir soweit recht, dass es schwer ist, sich mit den Charakteren zu identifizieren. Man findet sie facettenreich und interessant, aber man würde nicht unbedingt einen Weinkrampf bekommen, wenn sie sterben.
            Mir gefällt jedoch, dass sie sehr tiefgängig sind und in der Handlung eine persönliche Entwicklung durchmachen. Ich wüsste jetzt auch nicht, ob ich ein Teil dieser Welt sein möchte. Wohl eher nicht. Aber es ist halt auch Dark Fantasy und da gibt es eher selten bunte Schmetterlinge, die über duftende Blumenwiesen fliegen. 🙂

            Jay

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