20. September 2020

Bücher, in denen Geschwister eine Rolle spielen?

Antonia vom Bücherblog Lauter & Leise fragt in ihrer heutigen Montagsfrage nach Büchern, in denen Geschwister und ihre Beziehung zueinander eine wichtige Rolle spielen. Ich selbst bin ja ein Einzelkind und muss ehrlich sagen, dass ich mir manchmal einen Bruder oder eine Schwester gewünscht hätte.

Andere (meist Geschwister) wiederum betonen, dass man doch ohne Geschwister wesentlich besser dran wäre, vielleicht auch mit dem Hintergedanken, sich nicht ständig über irgendetwas streiten oder die Aufmerksamkeit der Eltern nicht teilen zu müssen. Ich bin hingegen überzeugt, dass ein Leben mit Geschwistern schon eine Bereicherung sein kann. Nicht nur in der oftmals turbulenten Kinder- und Jugendzeit, in der man sich natürlich auch mal fetzt, sondern auch später im Leben, vorausgesetzt natürlich man versteht sich untereinander, was leider nicht immer der Fall ist, wenn ich in meinen Bekanntenkreis schaue.

Viele Protagonisten in Büchern sind Einzelkinder, doch es gibt auch eine ganze Reihe von Büchern, in denen der Autor oder die Autorin großen Wert auf die Ausgestaltung einer Geschwisterbeziehung legt und sie sogar zu einem wesentlichen Bestandteil der Handlung macht. Oftmals sind es die Geschwister, die sich besonders umeinander sorgen und dem Bruder beziehungsweise der Schwester beistehen. Hier einige unterschiedliche Beispiele für Geschwister in Büchern und wie eine solche Beziehung literarisch ausgestaltet sein könnte.

Geschwister in Büchern — gar nicht mal so selten

Zum einen haben wir da den Bestseller Wunder von Raquel J. Palacio. Auggie ist mit seinem schwer entstelltem Gesicht immer wieder Opfer von Angriffen durch andere Kinder und sogar Erwachsenen. Seine Schwester Via liebt ihn sehr und stellt sich immer wieder hinter ihn, tröstet ihn und ist für ihn da. Es ist ein wirklich herzergreifendes Beispiel für eine gute Beziehung unter Geschwistern, die sehr umfassend ist und von der Autorin natürlich bewusst so gestaltet wurde. Wunder gehört für mich zu den schönsten Jugendbüchern überhaupt und wurde sogar verfilmt.

Etwas anders gestaltet die Autorin Robin Hobb die Geschwisterbeziehungen zwischen ihren Protagonisten in der ersten Weitseher-Trilogie. Fitz ist der uneheliche Sohn des Thronfolgers eines Königreichs, ein Bastard. Er selbst ist ein Einzelkind, aber sein Vater, Prinz Chivalric, hat einen Bruder und einen Halbbruder. Fitz‘ Existenz bewegt seinen Vater auf den Thron zu verzichten und ihn am Königshof zurückzulassen. Prinz Chivalrics jüngerer Bruder Prinz Veritas rückt in der Thronfolge nach und wird für Fitz eine wichtige Bezugsperson. Der ehrgeizige Halbbruder, Prinz Edel, hat jedoch die Königskrone im Sinn und somit kommt es zu einigen bösen Intrigen am Hof. Edel hasst seinen Halbbruder Veritas und möchte ihn gerne aus dem Weg haben, um selbst Thronfolger zu werden. Dabei gerät Fitz immer mehr zwischen die Fronten… Für Robin Hobb ist die Rivalität zwischen den Halbbrüdern ein treibendes Element der Handlung und sie versteht es in ihren Büchern gekonnt, sie emotional umzusetzen. Es ist ein gutes Beispiel für den Neid, den Geschwister füreinander empfinden und der sich schnell auch zu großem Hass entwickeln kann, wenn sich ein Teil ungerecht behandelt fühlt.

Geschwister in Büchern können die Handlung sehr bereichern.

Ganz oft begeben sich Geschwister in Büchern auch auf die Suche nach ihren verschwundenen Brüdern und Schwestern. So stürzt sich Yaz in Mark Lawrence neuem Buch The Girl and the Stars in ein tiefes Loch im Eis, um ihren Bruder zu retten. Im ersten Roman Ronar von Anke Höhl-Keyser macht sich Ronar auf die Suche nach seiner Steifschwester, die von dunklen Reitern entführt wurde. In Rick Yanceys Die Fünfte Welle macht sich Cassie auf die Suche nach ihrem verschollenen Bruder und Katnis übernimmt die Stelle ihrer kleinen Schwester Prim in den Hunger Games im Roman Die Tribute von Panem von Suzanne Collins.

Die Geschwisterbeziehungen können für Autorinnen und Autoren also durchaus eine starke Triebfeder der Handlung im Buch sein. Ich persönlich finde das eigentlich immer recht gut, weil es glaubwürdig ist und irgendwie… ergreifend, wenn eine Schwester oder ein Bruder große Mühen und Gefahren auf sich nimmt, um dem oder der anderen zur Seite zu stehen — selbst wenn die Lage hoffnungslos erscheint.

Habt ihr Geschwister? Welche guten Bücher mit Geschwisterbeziehungen kennt ihr, die ihr mir empfehlen könnt? Ich freue mich wie immer über eure Kommentare.

Jay

2 Gedanken zu “Bücher, in denen Geschwister eine Rolle spielen?

    1. Hallo Frank,

      ja, das denke ich auch. Noch stärker ist es bei historischen Romanen, die oft auch Familiengeschichten sind, über mehrere Generationen hinweg.

      Viele Grüße
      Jay

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