28. September 2020

Metro 2033 (Endzeitroman) von Dmitry Glukhovsky

The number of places in paradise is limited; only in hell is entry open to all.

Dmitry Glukhovsky – Metro 2033
Buchcover von Metro 2033

Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Moskau ist eine Geisterstadt, bevölkert von Mutanten und Ungeheuern. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich in das weit verzweigte U-Bahn-Netz der Hauptstadt zurückgezogen und dort die skurrilsten Gesellschaftsformen entwickelt. Sie leben unter ständiger Bedrohung der monströsen Wesen, die versuchen, von oben in die Metro einzudringen.

Dies ist die Geschichte des jungen Artjom, der sich auf eine abenteuerliche Reise durch die U-Bahn-Tunnel macht, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll. (Klappentext)

Titel: Metro 2033 Autor: Dmitry Glukhovsky Genre: Endzeit Verlag: Heyne Reihe: Metro Seitenzahl: 816 Alter: 16+ Erste Aufl.: 03. November 2008 Ausgaben: Taschenbuch, Hardcover (Trilogie), E-Book, Hörbuch ISBN: 978-3453529687 (TB), 978-3453320628 (HC-Trilogie)
Folgeband: Metro 2034

Über den Autor von Metro 2033

Dmitry Glukhovsky, Autor von Metro 2033
Dmitry Glukhovsky
(Foto: Ksenia Tavrina)

Dmitri Alexejewitsch Gluchowski wurde am 12. Juni 1979 in Moskau geboren, wo er auch aufwuchs. In der Schule lernte er Französisch, spricht aber, außer seiner Muttersprache Russisch, noch Deutsch, Englisch, Hebräisch und Spanisch. Er lebte in Deutschland, Frankreich und Israel weshalb er neben seiner Muttersprache Russisch noch Deutsch, Englisch, Hebräisch und Spanisch beherrscht. Ab dem Alter von 17 Jahren studierte er an der Hebräischen Universität in Jerusalem Journalismus und Internationale Beziehungen. Die Idee zu seinem Roman Metro 2033 hatte er bereits im Alter von 15 Jahren. Mit 18 fing er an den Roman zu schreiben und veröffentlichte ihn 2002 auf seiner Webseite. Gedruckt wurde Metro 2033 erstmalig 2005 veröffentlicht. Später erschien es auch als Computerspiel. Glukhovsky arbeitet(e) für verschiedene Radio- und Fernsehsender in Russland und im Ausland, u. a. für Russia Today und Sky News. Er lebt und schreibt in Moskau. Glukhovsky ist verheiratet mit der Produzentin Elena Glukhovsky, die er während seiner Zeit bei Russia Today kennenlernte. Sie beiden haben zwei Kinder zusammen.

Metro 2033 soll im Jahr 2022 als Film in die Kinos kommen.
Den offiziellen Trailer zum Film findet Ihr ganz unten.

Meine Meinung zu Metro 2033

Omnibus-Ausgabe von "Metro". Enthält Metro 2033, Metro 2034 und Metro 2035
Dmitry Glukhovsky: Metro – Die Trilogie, Hardcover, Heyne, 2019

Ich liebe Bücher, deren Handlung in Post-Apokalyptischen Welten spielen. Dabei müssen nicht immer gleich Zombies eine Rolle spielen. Es reicht mir schon in die Atmosphäre einzutauchen und den Überlebenskampf einer zerstörten Gesellschaft zu verfolgen. Ganz dicht ist diese Atmosphäre in Cormac McCarthys The Road, ein Buch, das ich immer wieder lesen kann und das mich immer wieder neu fasziniert. Metro 2033 stand schon seit Jahren auf meiner Leseliste. Als ich dann kurz vor Weihnachten in meiner Buchhandlung die Trilogie in gebundener Ausgabe entdeckte, musste ich einfach gleich zuschlagen. Mit 1616 Seiten (inklusive Anhang) und 2.081 Gramm ist das Buch kein Leichtgewicht, aber es sind die drei Bücher der Reihe enthalten. Leider fehlen aber Illustrationen, um den Band perfekt zu machen.

An einem kalten Wintertag nach Weihnachten habe ich es mir dann auf dem Sofa gemütlich gemacht und habe mich in Glukhovskys post-apokalyptischer Untergrundbahn literarisch verlaufen. Die Geschichte spielt in der Moskauer Metro im Jahr 2033 nach einem mehrere Jahre zurückliegenden Atomkrieg. In den weit verzweigten Tunneln der Millionenstadt mit ihren vielen Stationen hat sich im Laufe der Jahre nach dem Krieg eine neue Gesellschaft entwickelt, die vielfältiger nicht sein kann. Sie spiegelt die verlorene Welt im Kleinen wider, denn die politischen, religiösen und sozialen Verhältnisse an den Stationen sind nicht gleich. So finden sich verschiedene Ideologien, Religionen und Regierungsformen in den unterschiedlichen Bereichen der Metro, die sich auch untereinander bekämpfen. Da gibt es zum Beispiel eine ganze Reihe von Stationen, die von den Kommunisten beherrscht werden, an anderen Stationen wollen Faschisten das Vierte Reich auferstehen lassen. Manche Stationen verbünden sich mit ihren Nachbarn oder bekriegen einander. Manche Stationen werden von religiösen Sekten beherrscht, die ihre Bewohner unterdrücken und ausbeuten, manche Stationen sind reich und andere wiederum bettelarm, und wiederum andere sollte man meiden, denn sie werden von Kannibalen bewohnt. Viele schreckliche Dinge, aber auch viele interessante Gesellschaften, finden sich in der weit verzweigten Metro und machen das Moskauer U-Bahn-System zu einer eigenen kleinen, bunten Welt voller Geheimnisse und Gefahren, die man als Leser gerne erkunden möchte.

Die Hauptperson in Metro 2033 ist der junge Artjom, der bei einem Ziehvater an einer Station im Norden der Metro aufwächst. Die Station wird von schrecklichen Wesen bedroht, die vermutlich von der Erdoberfläche in die Metro eindringen und die von den Soldaten der Station erbittert bekämpft werden. Mit dem Ziel eine drohende Invasion der Metro durch die „Schwarzen“ (so nennt man die Eindringlinge von der Oberfläche) zu verhindern, begibt sich Artjom auf eine Odyssee durch die Metro, um eine Möglichkeit zu finden, die Menschen zu retten. Dabei trifft er nicht nur auf viele interessante Menschen und Ideologien, er lernt auch die Schrecken kennen, die in den düsteren Tunneln der Metro und ihren vielen Stationen verborgen liegen.

Karte der Moskauer Metro im in der Omnibus-Ausgabe. Metro 2033
Karte der Moskauer Metro nach Dmitry Glukhovsky (Quelle: Metro-Trilogie, Heyne, 2019)

Dmitry Glukhovsky gelingt es schon von der ersten Seite an eine bedrückende Atmosphäre aufzubauen, die sich durch den ganzen Roman zieht. Man kann die Angst Artjoms und die Verzweiflung der Menschen regelmäßig spüren. Der Autor stellt auch nichts einfach als gegeben hin, sondern beschreibt im Detail, wie der Alltag der Menschen aussehen könnte, die seit Jahren in dem Tunnelsystem leben und aufwachsen. Man merkt, dass sich Glukhovsky viele Gedanken gemacht hat, um seine unterirdische Welt möglichst glaubhaft und real erscheinen zu lassen. Vermutlich ist das auch der Grund, warum seine Bücher so erfolgreich sind, die recht hohe Glaubwürdigkeit seiner Ausführungen und die vielfältigen Einblicke der Leser in die Abgründe der menschlichen Seelen, die nur die Tunnel kennen. Wer Metro 2033 liest, dem empfehle ich an dieser Stelle einmal „Metro Moskau“ zu googeln und sich die vielen prachtvollen Metrostationen der russischen Hauptstadt im Internet anzusehen. Es lohnt sich, sie mit Glukhovskys Beschreibungen im Buch zu vergleichen, in denen viele den alten Prunk verloren haben.

Glukhovskys Schreibstil ist flüssig und spannend. Man merkt, dass er das Geschäft von der Pike auf gelernt hat. Längen kommen in der Handlung kaum vor, stattdessen wechseln sich spannende und auch viele nachdenkliche Passagen ab. Man kann manche Abschnitte schon als philosophisch bezeichnen, wenn sich Bewohner der Metro über den Sinn des Lebens, des lange vergangenen Krieges und ihre Erfahrungen austauschen. Mir hat das gut gefallen. Der Autor lässt sein Buch nicht im leeren Raum stehen, sondern versucht dem Leser auch etwas mit auf den Weg zu geben. Ganz stark zeigt sich das am Ende des Buches, worüber ich jedoch nichts weiter verraten möchte.

Mein Fazit

Sterne-Bewertung
4.5 von 5 Sternen
„Gut und ansprechend geschrieben.“

Metro 2033 ist ein gut gelungener Endzeit-Roman, der seine Leserinnen und Leser nicht nur in die Abgründe der Moskauer Metro entführt, sondern auch eine Gesellschaft aufzeigt, wie sie nach einem vernichtenden Atomkrieg aussehen könnte. Keineswegs geeint, sondern zersplittert und oft auch zerstritten. Wie sehr der Mensch an sich arbeiten muss, um die Welt zu einem friedlichen Platz für alle zu machen, zeigt Metro 2033 auf. Der Stil des Autors hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon jetzt darauf, demnächst die Fortsetzungen Metro 2034 und Metro 2035 zu lesen. Wer dystopische, post-apokalyptische Romane mag, sollte Metro eine Chance geben.

Jay

Der Trailer zum Film

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