24. September 2023

The Dragonbone Chair (Limited Edition)

Schutzumschlag von "The Dragonbone Chair" (Limited Edition). Künstler: Donato Giancola

Der Drachenbeinthron des amerikanischen Bestseller-Autors Tad Williams war eines der ersten großen Fantasybücher, die ich in den 90er Jahren gelesen habe. Es ist der erste Band einer vierteiligen Reihe mit dem Reihentitel Memory, Sorrow and Thorn (deutscher Reihentitel: Das Geheimnis der großen Schwerter) und gehört in meinen Augen zum Besten, was epische Fantasy zu bieten hat. Selbst George R. R. Martin hat sich von Tad Williams Epos inspirieren lassen, als er die Reihe Das Lied von Eis und Feuer (aka A Game of Thrones) schrieb. Tad Williams Bücher wurden bis heute in viele verschiedene Sprachen übersetzt

Die Hobbit Presse/Klett-Cotta hat 2014 die deutschen Hardcover der Reihe mit neuen Schutzumschlägen veröffentlicht, die mir sehr gut gefallen. Ich selbst habe die (gelbe) deutsche Erstausgabe im Regal stehen, sowie die englische Erstausgabe, beide aus den 90er Jahren.

Ende 2021 tat der US-amerikanische Verlag Grim Oak Press einen Schritt, der längst überfällig war. Er kündigte eine auf 1.000 Stück limitierte Sonderauflage von The Dragonbone Chair an. Das Buch sollte nicht nur einen wunderschönen neuen Schutzumschlag bekommen, sondern auch sieben farbige Illustrationen des Künstlers Donato Giancola im Innenteil. Zugegeben, der Preis von 175 USD (zzgl. Versand) ist nicht gerade günstig, aber dafür ist diese Ausgabe ein Traum.

Grim Oak Press (Verlagslogo)

Schutzumschlag und Einband

Das Cover (oben) von The Dragonbone Chair (Limited Edition) zeigt den todesmutigen Simon im Kampf mit dem Eisdrachen Igjarjuk. In seinen Händen hält er das legendäre Schwert Thorn. Das schwarze, ätzende Blut des Drachen färbte eine Strähne von Simons Haar weiß, was ihm schließlich den Namen Simon Schneelocke einbrachte. Ich finde besser und dramatischer hätte man diese Schlüsselszene nicht einfangen können.

Ledereinband mit silberfarbener Prägung

Entfernt man den Schutzumschlag, entdeckt man ein in schwarzes, glattes Leder gebundenes Buch. Auf dem Cover vorne wurde ein silbernes Schwert in das Leder geprägt, was sehr edel aussieht.

Auf dem Buchrücken findet man neben dem Reihentitel (ganz oben) auch den Titel, den Autor und den Verlag in Silber geprägt. Das hebt sich nicht nur gut vom schwarzen Leder ab, es fühlt sich auch sehr hochwertig an. Abgerundet wird das Buch durch ein passendes, ebenfalls silberfarbenes Lesebändchen. Grim Oak Press hat sich wirklich viel Mühe gegeben den Käufern eine außergewöhnliche Ausgabe zu bieten, die man gerne in der Hand hält und liest.

Karten und Illustrationen

Schaut man ins Innenleben der Ausgabe, gibt es ebenfalls so manches zu entdecken. Zum einen wären da die beiden (leider nicht farbigen) Landkarten auf den Vorsatzblättern vorne und hinten, welche den für die Handlung relevanten Teil von Osten Ard zeigen. Weitere vier ganzseitige, einfarbige Karten finden sich im Innenteil des Buches. Sie wurden alle vom Künstler und Kartographen Isaak Stewart gezeichnet, der bereits 2006 die Karten für Brandon Sandersons Mistborn Saga zeichnete, sowie für viele weitere Autoren und Verlage tätig war.

Im Buchblock befinden sich zudem sieben farbige Illustrationen des Künstlers Donato Giancola. Der Maler hat bereits für einige andere Projekte gezeichnet, unter anderem für das Fantasy-Kartenspiel Magic – The Gathering und viele Buchcover aus den Genre Fantasy und Science-Fiction.

Eine von Giancolas Illustrationen kann man rechts exemplarisch bewundern. Donato Giancola hat, wie ich finde, einige Schlüsselszenen des Buches ganz gut umgesetzt. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Künstler es schaffen mit Papier und Farbe unterschiedlichste Stimmungen gekonnt abzubilden. Eine Vielzahl weiterer toller Werke findet Ihr auf der Homepage des Künstlers.

Illustration in der limited Edition von "The Dragonbone Chair" von Tad Williams. Künstler: Donato Giancola

Limitierung und Signaturen

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dieser Ausgabe von The Dragonbone Chair um eine limitierte Ausgabe. Insgesamt wurden nur 1,000 signierte Exemplare gefertigt und die sind inzwischen schon längst vergriffen.

Signaturseite der limited Edition von "The Dragonbone Chair". Signiert haben Tad Williams (Autor), Donato Giancola (Illustrator) und Isaak Stewart (Kartograph).

Um die Beschreibung des Buches gar komplett zu machen, noch kurz ein Blick auf die Signaturseite. Signiert haben hier, neben dem Autor Tad Williams, auch die beiden Künstler Donato Giancola und Isaak Stewart. Die Signaturseite schmückt außerdem eine Illustration von Simon Schneelocke mit dem Schwert Thorn in seinen Händen. Mein Exemplar hat die Nummer 466 von 1.000.

Ich hoffe meine kleine Vorstellung von The Dragonbone Chair (Limited Edition) hat Euch gefallen. Wie ist Eure Meinung zu dieser Ausgabe? Würdet Ihr dafür Geld ausgeben? Habt Ihr das Buch bereits gelesen? Schreibt mir gerne in die Kommentare.

Jay

6 Gedanken zu “The Dragonbone Chair (Limited Edition)

  1. Hallo Jay,
    ich habe mir zuletzt „Die Hexenholzkrone“ als Hörbuch ausgeliehen, was „so nebenbei“ beim Autofahren aufgrund seiner Komplexität aber überhaupt nicht funktioniert hat. Ich bin gerade auf deine Besprechung (und diese wunderbare Schmuckausgabe, wie schön, dass du dir ein Exemplar sichern konntest!) gestoßen, was mir Tad Williams wieder in Erinnerung gerufen hat. Ich persönlich hätte wohl wegen der Anschaffungskosten zu lange gezögert, um überhaupt noch eine Ausgabe zu ergattern, aber wenn du Fan des Autors und der Geschichte bist, warum nicht. Ich denke, wenn man sich jedes Mal freut, wenn man das Buch in seinem Bücherregal sieht, hat sich der Kauf gelohnt.

    Ich möchte die Die Saga von Osten Ard auch einmal lesen, dein Hinweis auf „epische“ Fantasy hat mich gerade noch einmal darin bestärkt. Es gibt zu wenig Episches im Alltag. Kannst du jenseits der Schmuckausgabe eine Ausgabe empfehlen? Inwieweit hat dir die deutsche Übersetzung zugesagt; würdest du hier auf jeden Fall das englische Original vorziehen?

    1. Hallo Jana,

      „Die Hexenholzkrone“ ist quasi die Vorgeschichte zur Reihe „Die großen Schwerter“ (Memory, Sorrow and Thorn), die mit „Der Drachenbeinthron“ beginnt. Für mich gehört die Reihe wirklich zum Besten, was das Genre zu bieten hat. Unbedingt lesen.
      Die deutsche Übersetzung ist gut, aber ruhig auch auf Englisch lesen, wenn Du das gewohnt bist.
      Mir persönlich gefällt die Hardcoverausgabe von der Hobbit Presse recht gut. Die Cover zeigen auch wirklich Szenen aus den Büchern und sind nicht 08/15. Im Autorenporträt von Tad Williams hier im Blog findest Du einige Cover. Bisher sind mir leider keine weiteren Sonderausgaben der Bücher bekannt, die ich empfehlen könnte, aber die von Hobbit Presse ist durchaus ganz gut gelungen.
      George R. R. Martins „A Game of Thrones“ ist übrigens entstanden, weil er von Tad Williams „Drachenbeinthron“ so beeindruckt und inspiriert wurde. Wenn du epische Fantasy wie „Der Herr der Ringe“, „A Game of Thrones“ u. a. gerne liest, dann unbedingt auch Tad Williams eine Chance geben. Weiterer Tipp: „Die Gabe der Könige“ von Robin Hobb (erstes Buch einer ebenfalls epischen Reihe und mein persönlicher All-Time-Favourite.

      Liebe Grüße
      Jay

      1. Hallo Jay,

        „Der Adept des Assassinen“ nannte sich die erste Ausgabe der „Weitseher-Reihe“ von Robin Hobb, im Bastei-Lübbe Verlag, die ich gelesen habe.
        Die Penhaligon Ausgabe sieht zwar schöner aus, allerdings werden die Eigennamen leider eingedeutscht, so wird aus Bingtown Bingstadt (jedenfalls in der Regenwildnis-Saga), schrecklich.

        Viele Grüße

        Wolfram

        1. Hallo Wolfram,

          ja, du hast da recht. Mir ist das nicht so aufgefallen, da ich die Bücher vor allem auf Englisch gelesen habe. Ich hatte den „Adept des Assassinen“ damals in den 90er Jahren auch gelesen, da waren die Nachfolge-Trilogien noch gar nicht erschienen. Wobei Bingstadt ja noch geht. Die schrecklichste Übersetzung, die mir je untergekommen ist, ist die deutsche Ausgabe des Dämonenzyklus von Peter V. Brett. Da hat man Eigennamen eingedeutscht. Aus dem Dämonenjäger Arlen Bales wurde dann Arlen Strohballen. Das ist dann wirklich gruslig und ich kann die deutsche Ausgabe bis heute nicht lesen.

          Viele Grüße
          Jay

  2. Hallo Jay,

    ich würde keine 175 Dollar für ein limitiertes, signiertes Buch ausgeben, das ist mir zu teuer.
    Auch wenn diese speziellen Ausgaben schöner sind als die Normalen, stehen diese doch nur im Regal herum (lesen traut man sich ja nicht, man könnte es ja beschädigen) und der Zahn der Zeit nagt an ihnen.
    Wenn ich bedenke, wie meine ersten gesammelten, normalen Bücher nach 50 Jahren aussehen, graut es mir…
    Aber wenn es Spaß macht und man es sich leisten kann, warum nicht?

    Viele Grüße

    Wolfram

    1. Hallo Wolfram,
      Spaß am Sammeln und sich an den „Schätzen“ erfreuen, ist wohl der Hauptgrund, warum ich mir solche Bücher leiste. Bei vielen hat man auch gute Chancen sie mit Gewinn wieder zu verkaufen. Vor allem bei den limitierten Ausgaben, die schnell vergriffen sind, zahlen andere Sammler wesentlich höhere Beträge. Wenn man damit Gewinn machen will, so ist das sicher möglich. Aber warum sollte ich verkaufen? Ich bin Sammler und erfreue mich an schönen Büchern. Andere Sammeln Briefmarken, Goldmünzen, Oldtimer, Whiskey, Bierdeckel, Uhren, Schuhe… Manches hat einen großen Werterhalt anderes nicht. Es stellt sich halt immer die Frage, da hast Du sicherlich recht, wie viel ist einem die Sammelleidenschaft wert? Manchmal denke ich mir auch, wow so viel Geld für ein Buch. Aber wenn es dann mit der Post kommt und ich es auspacke, vergesse ich den Preis schnell wieder und freue mich einfach über ein tolles Buch, das nur wenige besitzen. Es gibt auch tolle Bücher, die weniger kosten. Ich liebe zum Beispiel illustrierte Ausgaben über alles. Zum Beispiel „Das Lied des Eisdrachens“ von GRRM.

      Viele Grüße
      Jay

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