27. Februar 2021

Wie steht ihr zu Kurzgeschichten?

Wie steht ihr zu Kurzgeschichten (Montagsfrage)

Die Corona-Krise ist noch lange nicht ausgestanden. Auch wenn die Zahl der Infizierten beständig zurückgeht, was in erster Linie wohl auf die Kontaktbeschränkungen der letzten Monate zurückzuführen ist, heißt es nicht, dass es so weitergehen wird. Jede Lockerung der Beschränkungen wird zwangsläufig auch das Risiko der Neuinfizierung wieder vergrößern.

So schwer es auch sein mag, ich persönlich sehe derzeit keine Möglichkeit zum Beispiel Schulen und Kindergärten wieder zu öffnen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Was sich unerschütterlich durch jede Krise zieht, ist die Montagsfrage. Ursprünglich von Buchfresserchen betreut, kümmert sich jetzt Antonia vom Bücherblog Lauter & Leise um eine wöchentliche Frage zu literarischen Themen. Diesmal geht es um Kurzgeschichten und wie ich dazu stehe.

Obwohl ich sie nicht allzu oft lese, mag ich Kurzgeschichten und in dem Zusammenhang auch Anthologien, also Kurzgeschichtensammlungen in einem Buch. Zum einen kann man Kurzgeschichten schnell mal eben zwischendurch lesen, ohne sich erst über zig Kapitel hinweg in tausende Charaktere hineindenken zu müssen. Zum anderen, und das ist in meinen Augen der große Vorteil von Anthologien, kann man mit einer guten Kurzgeschichte einen ersten Eindruck von Autorinnen und Autoren bekommen, von denen man bis dato noch nichts gelesen hat. Ich finde das sehr gut, um einfach neue Autoren für sich zu entdecken, ohne gleich ein ganzes Buch von ihnen kaufen zu müssen. Umso besser ist es, wenn man in einer Kurzgeschichtensammlung Kurzgeschichten von vielen verschiedenen Autorinnen und Autoren vorfindet. Vielleicht findet man darunter seinen neuen Lieblingsautor oder auch die Lieblingsautorin.

Ich habe einige Anthologien in meiner Sammlung und will hier gerne eine Auswahl geben:

  • Fearie Tales: Dunkle Märchen für Erwachsene, 31 Kurzgeschichten basierend auf den Märchen der Gebrüder Grimm
  • Aus Dunklen Federn, 11 Geschichten der besten deutschen Horrorautoren
  • Nightshift, 20 Kurzgeschichten von Stephen King
  • Rogues Anthology, 22 Kurzgeschichten international bekannter Fantasyautoren
  • Unbound Anthology, 23 Kurzgeschichten international bekannter Fantasyautoren

Wie ist das bei Euch? Lest Ihr Kurzgeschichten? Welche Anthologie besitzt Ihr und könnt Ihr vielleicht auch eine besonders empfehlen?

Jay

12 Gedanken zu “Wie steht ihr zu Kurzgeschichten?

  1. Ich war etwas irritiert, da ich bereits nach dem Lesen deines Satzes bis: „Vielleicht findet man darunter seinen neuen Lieblingsautor…“ wusste, was du meinst und du dann noch die weibliche Form angehangen hast. Ich finde das etwas befremdlich, da ich keinen Unterschied eines Berufes im Geschlecht mache und so mir der Eindruck des Unterschiedes aufgedrückt wurde. Vielleicht nur ein Versehen, aber ich war dennoch stutzig.

    (Ich verstehe die Leute nie, die Frauen neben die Allgemeinheit stellen [nach einem Generikum noch das Femininum], als würden sie nicht dazugehören. Als Egalitarist fühlt sich das für mich nach Ausgrenzung an. Na ja.)

    1. Hallo Phil,

      wiederum andere würden es vielleicht als Ausgrenzung betrachten, wenn ich durchweg nur von Autoren spreche, obwohl es auch jede Menge guter Autorinnen gibt. Ich habe versucht beiden gerecht zu werden und hat in diesem Fall keinen negativen Hintergedanken (nur, wenn man den hineininterpretiert).

      Jay

      1. Hallo Jay,

        ich dachte mir schon, dass du es nicht böse meinst. (sonst hätte ich wahrscheinlich nichts geäußert)
        Jedoch verliert in einer Gesellschaft der, der Recht hat und es anderen recht macht. Sprich der, der von seiner richtigen Position abweicht. (alias der „Klügere“ gibt nach)
        Eine homogene Gruppe in viele unterschiedliche Bestandteile (angefangen mit dem Geschlecht) zu spalten, obwohl das nicht relevant ist, sorgt nur für Rauschen.

        Der Polizist verhaftet den Täter. (ich will sagen, dass das Recht gewahrt bleibt und es wieder sicherer ist)
        Geschlecht egal. Bringe ich das Geschlecht nun ein, dann fragt sich der Leser wieso, weil jede Information, die ich einbringe eine Relevanz haben soll (Kommunikationstheorie nach Grice: https://de.wikipedia.org/wiki/Konversationsmaximen)

        Kurzum, die Sprache wird aufgebläht. In Großbritannien wird nur von einer „nurse“ gesprochen (es wurden nachträglich die Geschlechter abgeschafft, „actress“ sagt man ungern) in Schweden benutzt man unser System und jeder weiß, dass es im Zweifel immer generisch (geschlechtslos) gemeint ist. Bei uns geht dieses Wissen verloren und es kommt Unmut und Verwirrung auf.

        Liebe Grüße

        PS wenn man sich immer nach dem Unwissenden oder gar Behinderten richtet, dann kommt es hierzu: „leveling down objection“ (ich kenne es als Level-Down-Paradoxon, finde aber keine frei zugänglichen deutschen Quellen im Internet. Kurzum: Wenn jemand blind ist, dann muss ich auch blind gemacht werden, weil es sonst unfair wäre. Besser ist es dem Blinden Strukturen als Ausgleich zu bieten und ihn von meiner Sehfähigkeit profitieren zu lassen; hier: den Leuten zu erklären, dass ein Generikum, egal welchen Artikel es trägt, kein Geschlecht inne hat. Beispiele: Person, Mensch, Hebamme, Gast, jemand, Findling)

        1. Hallo Phil,

          danke für Deine interessante Ausführung. Ich kann ihnen etwas abgewinnen und gebe Dir recht, was die Aufteilung von Gruppen betrifft. Früher hatte ich da auch keinen Unterschied gemacht, inzwischen scheint es der Zeitgeist zu sein hier zu spezifizieren, wobei ich mich vehement gegen die inzwischen recht weit verbreitete Schreibweise mit Sternchen sträube (Autor*innen). Ich finde das schrecklich.

          Viele Grüße
          Jay

          1. Hallo Jay,

            der Zeitgeist funktioniert wie eine Wahl. Jeder hat eine Stimme und hat auch auf Dauer eine Auswirkung, wenn er sich nicht der Masse anschließt. Für mich ist Zeitgeist eher ein Käfig, der das Denken einschließt.
            Daher kann ich nur dazu ermutigen, dass man sich davon nicht beeinflussen lässt, wenn man davon nicht überzeugt ist.

            Ich recherchiere zu diesem Thema seit Monaten und habe noch kein gutes Pro-Argument gefunden. Jedoch habe ich schon über zwei Hände voll gute Gegenargumente.

            Und noch etwas zum Zeitgeist, ’33 war auch mal Zeitgeist UND wir haben eine große Mehrheit von Leuten, die die Doppelnennung oder gar (mir fällt kein beschreibendes Wort ein) Verunstaltung durch Pausen und Sonderzeichen ablehnen.
            Der Unterschied ist die Wahrnehmung. Leute, die etwas wie ich sagen und auf Leute zugehen, gibt es weniger. Die Konservativen (und ich bin eher links) sind da nicht so proaktiv.

            Liebe Grüße
            Phil

  2. Hallo Jay,
    mir geht es wie dir. Eine Kurzgeschichte ist beim Lesen mal eine schöne Abwechslung zu den Romanen die ich sonst lese. Bei mir begann die Liebe mit den Darkover-Anthologien. Ich schreibe auch ganz gern mal eine Kurzgeschichte. Hier sieht man sehr schnell Ergebnisse. Deine Empfehlungen werde ich mir sicher noch näher ansehen.
    Hier gehts zu meinem Beitrag https://buchundco.blogspot.com/2020/05/montagsfrage-81.html
    Liebe Grüße Christin

  3. Lieber Jay,
    da du danach fragst, ich kann dir alle Anthologien von Neil Gaiman empfehlen. Einige wurden außerdem in Comics adaptiert und in der Neil Gaiman Library veröffentlicht. Mit die besten Storys, die ich je gelesen habe. Es gibt auch tolle Hörbuchumsetzungen, wie „Die Messerkönigin“.

    Außerdem möchte ich dir eine Anthologie einer deutschen Phantastik-Autorin empfehlen, die mir hervorragend gefallen hat: Das Fehlen des Flüsterns im Wind von Miriam Schäfer. Eine Besprechung findest du bei mir im Blog.
    Und auch meine Antwort auf diese Montagsfrage ist schon online 🙂
    https://www.booknapping.de/montagsfrage-wie-steht-ihr-zu-kurzgeschichten/

    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Hallo Sandra,

      vielen Dank für die Hinweise. Neil Gaiman kenne ich nur vom Namen, aber ich werde mir die Anthologie bei Gelegenheit mal ansehen und etwas von ihm lesen.
      Das Buch von Miriam Schäfer habe ich bereits als Rezensionsexemplar gelesen und rezensiert. Ist schon eine Weile her, aber ich kann mich erinnern, dass es ganz gut war.

      Viele Grüße
      Jay

      1. Hallo Jay,
        dann wünsche ich dir ganz viel Spaß mit Neil Gaimans Storys. Ich hätte drauf getippt, dass du von ihm schon etwas gelesen hast. Wenn du noch gar nichts kennst, ist „Die Messerkönigin“ bestimmt ein guter Einstieg. Viel Spaß mit einem meiner Lieblingsautoren 🙂
        Liebe Grüße
        Sandra

        1. Hallo Sandra,

          ich habe schon einiges von dem Autor gehört, aber bisher noch nichts von ihm gelesen. Muss ich unbedingt noch tun. Vielen Dank für deinen Tipp zur Messerkönigin.

          Liebe Grüße
          Jay

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