2. April 2020

Corona-Virus und kein Ende in Sicht?

Twitter, 15. März 2020

Der Corona-Virus hat Deutschland offenbar voll im Griff, wie nicht nur die Twitter-Trends vom 15. März 2020 und die Absage der Leipziger Buchmesse zeigen. Und damit meine ich nicht unbedingt nur die Anzahl der (bestätigten) Infektionen.
In den Supermärkten schlagen sich die Leute wegen Klopapier, Nudeln und Dosensuppen die Köpfe ein. Sogar die Polizei muss dabei eingreifen, um die verzweifelten Massen zu beruhigen.
Dabei sind Hamsterkäufe in dem Umfang überhaupt nicht notwendig. Weder steht uns ein Krieg bevor, noch muss man in Zukunft mit Versorgungsengpässen beim Klopapier rechnen. Niemand braucht Klopapier für 15 Jahre. Solange die Zeitungsverlage noch drucken, gibt es jedenfalls genug Papier mit geistigem Dünnschiss für jede noch so heftige Magenverstimmung.

Corona und die Sache mit den Hamstern

Bild: Kira Hoffmann

Dosensuppen und Ravioli sind ausverkauft, allerdings nur die billigen Marken. Sobald die Dose 50 Cent teurer ist, wird sie nicht angerührt und man leidet anscheinend lieber Hunger. Der Deutsche sorgt zwar für den Notfall vor, aber bitteschön nur, wenn man dabei auch sparen kann. Ich frage mich sowieso, was manche Leute eigentlich mit einem Doppelzentner Nudeln und zwanzig Säcken Reis im Keller wollen? Nudeln kommen aus Italien (ganz schlecht!) und der Reis vielleicht aus China (noch schlimmer!). Als Ergebnis wird es dann wohl im Sommer auf jeder Grillparty Nudelsalat bis zum Abwinken geben. Voraussetzung ist natürlich, dass es für den Rest des Jahres keine Ausgangssperre gibt und Feierlichkeiten dann wieder erlaubt sind. Die Schulen und Kitas bleiben bis zu den Osterferien geschlossen, aber was kommt danach? Glaubt man wirklich, dass sich die Epidemie bis nach Ostern in Luft aufgelöst hat? Ich denke mal, es wird eher schlimmer, insbesondere so lange uneinsichtige Zeitgenossen weiterhin uneinsichtig handeln und der Verbreitung des Virus durch Ignoranz Vorschub leisten. Wer trotz aller Warnungen jetzt noch Corona-Parties feiert riskiert durch die Ansteckung vielleicht nicht sein eigenes Leben, aber das vieler älterer Mitmenschen, mit denen man in Kontakt kommt und die durch Corona besonders gefährdet sind. Eigentlich müsste es für die Veranstalter saftige Geldstrafen geben.

Don't panic. Trotz Corona gibt es genug Klopapier für alle.
Bild: Jasmin Sessler

Andererseits sollten wir das Ganze ein wenig gelassener sehen und trotz hysterischer Medien (die besten Nachrichten sind schlechte Nachrichten) nicht in sinnlose Panik verfallen. Wir werden dem Corona-Virus nicht entkommen, denn er ist schon da. Wir müssen hingegen alles tun, damit wir die Verbreitung des Virus stoppen oder zumindest verlangsamen. Sinnlose Panik und Schlägereien im Supermarkt helfen uns dabei jedoch auch weiter. Es würde hingegen schon genügen, wenn jeder einzelne im Land einmal über sein eigenes Verhalten nachdenkt und überlegt, was er oder sie tun kann, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Das wenigste ist regelmäßiges und vor allem richtiges Händewaschen.

Um die Verbreitung des Corona-Virus weiter einzudämmen, ist regelmäßiges Händewaschen unerlässlich.
Bildquelle: deineapotheke.at

Ältere Menschen sind durch Corona in großer Gefahr

Sicher mit der Oma oder dem Opa sprechen. Corona verbreitet sich nicht über das Telefon (sagt man).
Bild: Sabine van Erp

Minimieren wir unsere sozialen Kontakte? Ja, es wäre sinnvoll sie auf das Wesentliche zu beschränken. Das Telefon wurde erfunden, damit man über längere Distanz kommunizieren kann und hat den Vorteil, dass eine Ansteckung mit Corona dabei eher unwahrscheinlich ist. Vor allem ältere Menschen, die in dieser gefährlichen Zeit den persönlichen Kontakt zu Mitmenschen lieber vermeiden sollten, freuen sich über unsere Anrufe und unsere Nachfragen, ob es ihnen gut geht. Darum mein Vorschlag vielleicht etwas weniger die neuesten Katzenvideos auf Instagram teilen und das Telefon einmal für das zu nutzen, wofür es ursprünglich erfunden wurde. Eure Omas und Opas werden sich bestimmt freuen, von euch zu hören. Hier noch ein paar gute Tipps, was man sonst noch alles daheim tun kann. Der schönste Zeitvertreib für alle Bücherfreunde ist natürlich das Lesen und den SuB zu reduzieren.

Wirtschaft und Politik sind durch Corona besonders gefordert

Der Corona-Virus hat auch unsere Wirtschaft ordentlich durcheinandergebracht, was eine nicht zu unterschätzende Gefahr ist, denn am Geld hängen Existenzen. Wir haben den schnellsten Börsencrash der Geschichte, Lieferketten für Just-In-Time-Produktionen werden unterbrochen und Aufträge gehen verloren. Geschäfte und Firmen werden geschlossen, um die Ansteckung der Mitarbeiter zu verhindern. An diesem Virus und wie wir damit umgehen hängen nicht wenige Arbeitsplätze. Hier ist jetzt die Politik gefordert Lösungen zu finden, wie die Menschen einigermaßen unbeschadet den Ausnahmezustand überstehen können, ob sie nun mit der Krankheit oder mit den Folgen ihrer Eindämmung zu kämpfen haben. Unsere Gesellschaft muss zusammenstehen und gemeinsam versuchen sicher durch die Krise zu kommen.

Bedanken sollten wir uns jetzt schon bei den unzähligen Ärzten und Pflegekräften, die rund um die Uhr im Einsatz für die Gesundheit unserer Mitmenschen sind. Wir sollten aber auch nicht die anderen Berufsgruppen vergessen, die das ganze System am Laufen halten und ohne die alles noch viel schwieriger wäre. Dazu gehören zum Beispiel die Paket- und Postboten, denn wer bringt denn die Waren an die Türe, wenn fast alle Läden geschlossen sind und jeder über das Internet bestellt?

In diesem Sinne passt auf euch auf, bleibt gesund und lasst von euch hören. Wie verbringt ihr die Tage? Freue mich wie immer über eure Kommentare.

Jay

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