5. August 2020

Welches Buch hast du zuletzt beendet und wäre es eine gute Quarantäne-Lektüre?

Die Auswirkungen der Corona-Krise nehmen immer mehr Einfluss auf das Leben der Menschen im Lande. Inzwischen wurde hier bei uns in Bayern eine Ausgangsbeschränkung verhängt. Das bedeutet, man darf nur noch das Haus verlassen, wenn man zur Arbeit muss oder zum Arzt, um einzukaufen oder wenn man mit der Familie spazieren gehen möchte. Eigentlich hätte es gar nicht so weit kommen dürfen, jedoch hat die Uneinsichtigkeit der Menschen stark dazu beigetragen, dass die Einschränkung nun notwendig geworden ist. Corona-Partys hätten nun wirklich nicht sein müssen. Manche kapieren es eben nicht anders.

Richtiges Händewaschen während der Corona-Krise (und danach)
Richtig die Hände waschen. (Bildquelle: deineapotheke.at)

Ich gebe zu, dass ich anfangs auch skeptisch war, was die Gefahr durch den Virus betrifft. Unsere Medien haben ganze Arbeit geleistet, die Bedrohung aufzubauschen und ich bin in solchen Fällen von Natur aus skeptisch. Seit Wochen jagt eine Sondersendung die nächste, als würde die Apokalypse bevorstehen wie in Stephen Kings The Stand, was jedoch nicht der Fall ist. Mag sein, dass der Virus eine große Gefahr vor allem für die Älteren und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen darstellt, dennoch habe ich den Eindruck, als hätten unsere Medien in ihrer Berichterstattung jegliches Augenmaß verloren. Im Jahr 2016/2017 forderte die Influenza allein in Deutschland über 25.000 Tote, von denen niemand spricht, weil es jedes Jahr so ist und man sich damit wohl abgefunden hat. Nur weil der Corona-Virus neu ist, muss man jetzt keine Panik verbreiten, denn er ist weder unheilbar, noch unaufhaltsam (wenn man die Ratschläge der Ärzte beherzigt). Ich will die Pandemie jetzt keinesfalls kleinreden, aber inzwischen weiß man, wie man das Risiko minimieren kann und ich finde es gut, dass unsere Regierung (endlich) geeignete Maßnahmen umsetzt, um die Verbreitung zu stoppen. Würde jeder die Regeln beherzigen und umsetzen, könnte manches viel besser laufen und man müsste sich nicht im Supermarkt um Klopapier streiten, als hänge das Überleben davon ab. Kommt mal wieder auf den Boden. Meine Oma wird im Mai stolze 95 und ich habe wegen der Corona-Krise auch Angst um sie. Daher besuche ich sie auch nicht, sondern rufe sie an. Ich bin überzeugt, ihr wird es gut gehen, solange sie Kontakt mit Menschen vermeidet, um sich nicht anzustecken.

Macht
John Gwynne: Macht (Die Getreuen und die Gefallenen 1) Blanvalet, 2017

Wenn man in Quarantäne ist, darf man das Haus nicht verlassen und keinen Kontakt zu anderen Menschen pflegen. Die Langeweile in dieser Zeit kann man sich gut mit Hobbys vertreiben und glücklich sind die, die genügend gute Bücher im Regal stehen haben, um die Zeit zu überbrücken. Wir Fantasy-Leser mit unseren dicken Büchern, Trilogien und Serien haben da wohl am wenigsten Probleme uns zu beschäftigen. Ich lese aktuell die wirklich gute Tetralogie Die Getreuen und die Gefallenen von John Gwynne. Das erste Buch heißt Macht (Malice) und es ist eine wirklich spannende Reihe mit interessanten Charakteren und einer epischen Handlung.
Noch ein Vorteil: Im Gegensatz zu George R. R. Martin hat John Gwynne die Reihe auch beendet und demnächst erscheint bereits der letzte Band der Folgetrilogie Blut und Knochen. In meiner Rezension über Macht könnt ihr meine Meinung zum Buch ausführlich nachlesen. Es hat über 800 Seiten und die Folgebände ebenso, also genug Lesestoff für einige Tage. Wer lieber Stephen King liest, der kann sich mit The Stand (1712 Seiten) sicherlich einige Tage beschäftigen. Solange das Wetter gut ist, kann man zudem auf dem Balkon die Sonne genießen und warten, bis die Apokalypse in Form der Corona-Krise vorüber ist. Bleibt gesund!

Jay

4 Gedanken zu “Welches Buch hast du zuletzt beendet und wäre es eine gute Quarantäne-Lektüre?

  1. Hey Jay,

    ich hätte auch nie für möglich gehalten, dass wir wegen einer verhältnismäßig harmlosen (ja, ich weiß in den Medien wird es aktuell anders dargestellt) Erkrankung Weltweit so ein Theater machen. Wir sind es einfach nicht mehr gewöhnt, dass es Krankheiten gibt, die wir nicht kennen und die das Leben bedrohen. Bei Aids, Krebs, Grippe oder Verkehrsunfällen spricht wie du sagst keiner von den Toten.

    Ich bin mal gespannt wann sich das wieder normalisiert. Ich habe auch zwei Kommentare dazu in meinem Blog geschrieben.

    Danke für den Lesetipp.

    LG

    Torsten

  2. Huhu Jay,

    da ich ja nun im Journalismus arbeite, kann ich dir nur zustimmen. Ja, wir schüren Ängste. Ja, die Quantität der Berichterstattung ist vollkommen übertrieben und die Qualität wird oft vernachlässigt. Die Schwierigkeit besteht aber wie immer in der Wechselwirkung zwischen Medien und Konsument_innen. Die Leute wollen diese Berichterstattung. Wir liefern, was die Leute wollen, auch über das notwendige Maß an Informationen hinaus, weil es dabei schlicht um Geld und Relevanz geht. Ich sehe die Klickzahlen, ich weiß, welche Artikel bei uns aktuell täglich dunkelrot leuchten, weil die Menschen nicht genug davon bekommen. Es ist grundsätzlich Corona. Solange das so ist, solange das Interesse besteht, werden die Medien eben genau das produzieren, das ihnen gute Quoten garantiert und das sind nun mal (zumindest bei uns) leider nicht die rein informativen, sachlichen Artikel, sondern „Geschichten fürs Herz, nah am Menschen“, wie einer unserer Vorgesetzten neulich so schön zusammenfasste.

    Nun aber mal zu den wichtigen Dingen des Lebens: Büchern! 😀 John Gwynne ist eine hervorragende Wahl. Ich habe die Tetralogie auch gelesen und war hin und weg. Besonders ab Band 2 hat es sich für mich angefühlt, als würde ich mich in meinen alten, bequemen Lieblingspulli kuscheln. Die Bausteine der Geschichte sind alle bekannt, aber was Gwynne daraus macht, ist einfach bezaubernd, aufregend, sensationell. Ich beneide dich ein bisschen darum, dass du diese Erfahrung jetzt machen darfst, während ich sie schon hinter mir habe. 😉

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Liebe Grüße,
    Elli

    1. Hallo Elli,

      ja, ich weiß, wie es läuft und kann nachvollziehen, was die Medien tun. Allerdings darf man sich dann auch nicht wundern, wenn manche Leute irgendwann genervt sind und aus (heimlichen) Protest nicht das tun, was man von ihnen verlangt.
      Ich freue mich auf John Gwynnes Bücher. Habe sie alle signiert als Hardcover im Regal und will sie schon seit langer Zeit lesen.

      Viele Grüße
      Jay

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