9. Juli 2020

Sollten weibliche Autoren mehr aus Sicht von weiblichen Protagonisten schreiben?

Und schon ist es wieder Juni und Pfingsten. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Ich habe in diesem Jahr bereits über 40 Bücher gelesen und damit schon die Hälfte meiner von denen, die ich mir vorgenommen habe. Ich habe es in den vergangenen Monaten geschafft endlich bestimmte Reihen zu lesen, die schon seit einiger Zeit auf meinem SuB liegen und war mehr als zufrieden. Hauptsächlich waren es männliche Autoren.

Ich habe keine Präferenz, ob ich nun lieber Bücher von Autorinnen oder von Autoren lese. Für mich ist es wichtig, dass mir die Geschichte gefällt, dass die Charaktere stimmig und vielschichtig sind, dass die Handlung (im Bezug auf das Genre) glaubwürdig und nachvollziehbar ist. Ob eine Autorin nun eher aus der Sicht weiblicher Protagonisten schreiben sollten, kann ich nicht sagen. Ich denke, es ist unerheblich. Aktuell lese ich die neunteilige Weitseher-Reihe der amerikanischen Autorin Robin Hobb, die zu meinen Lieblingsbüchern des Genres gehört. Die ersten drei Teile sind aus der Sicht des Protagonisten Fitz Chivalric geschrieben und besser hätte es Robin Hobb meines Erachtens gar nicht umsetzen können. Fitz ist ein äußerst starker und facettenreicher Charakter. Natürlich spielen in ihren Büchern auch starke Protagonistinnen eine Rolle, ich denke jedoch, dass die Freiheit des Autors beziehungsweise der Autorin keine Vorgaben benötigt. Ich denke auch, dass männliche Autoren vielleicht eher über männliche Protagonisten schreiben, und weibliche Autoren in dieser Hinsicht flexibler sind, was das Geschlecht ihrer Hauptcharaktere betrifft. Ist nur so eine Einschätzung von mir. Ursula Poznanski zum Beispiel hat in ihren Jugendbüchern und Thrillern sowohl männliche, als auch weibliche Protagonisten und kann beide recht überzeugend aufbauen.

Ich lese sehr viel Fantasy und mein Eindruck ist, dass gerade in den Bereichen Romantasy und Young Adult Autorinnen das Zepter führen, wohingegen im Bereich der epischen Fantasy und der Dark Fantasy, in denen es meist härter und blutiger zugeht, eher Männer über Männer schreiben.

Jay

4 Gedanken zu “Sollten weibliche Autoren mehr aus Sicht von weiblichen Protagonisten schreiben?

  1. Hallo JayKay,

    dem ist nix hinzuzufügen. Ich muss mal was von Robin Hobb lesen. Wobei ich versuche auch mal von den amerikanischen Autoren loszukommen.
    Nein, es muss nicht blutig sein. Eine strategisch gut aufgebaute Geschichte ist ebenfalls unglaublich unterhaltsam.

    1. Hallo Jo,

      die Bücher von Robin Hobb sind wirklich lesenswert und könnte mir vorstellen, dass sie dir gefallen könnten. Ich empfehle zum Start „Die Gabe der Könige“, ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Viele gute Charaktere, voller Intrigen und Emotionen und eine gelungene Story.

      Liebe Grüße
      Jay

  2. Tatsächlich habe ich auf den letzten Frankfurter Buchmessen genau zu diesem Thema interessante Diskussionen gehört. Es scheint, dass weiblichen Autoren kaum zugetraut wird, etwas blutiger zu schreiben. Stattdessen wird automatisch unterstellt, dass sie im Bereich Fantasy stets zu Liebesgeschichten und Romantik tendieren.

    Ich lese gerade Cornelia Funkes Reckless. Da geht es, selbst für ein Jugendbuch, ziemlich grob zu.

    1. Hallo Jo,

      ich kann unterstreichen, was du sagst. Ich lese durchaus auch Fantasy von Autorinnen, wobei ich schon den Eindruck habe, dass sie vor allem im Bereich Romantasy und YA zu finden, wobei mich ersteres nun gar nicht interessiert. Es gibt jedoch auch manche Ausnahme. Aktuell lese ich die Bücher der US-amerikanischen Autorin Robin Hobb und auch in ihren Büchern geht es ziemlich zur Sache, obwohl die Handlung nicht ganz so kampfbetont ist, wie sie es bei einem Autor vielleicht der Fall wäre. Für mich muss eine Handlung auch nicht zwingend brutal und blutig sein.

      Jay

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