25. September 2021

Gibt es ein Buch/Bücher, das du richtiggehend hasst?

Hallo zusammen und vielen Dank, dass Ihr meinem Blog immer wieder einen Besuch abstattet. Es ist inzwischen schon eine ganze Weile her, dass ich hier eine Montagsfrage von Antonia vom Literaturblog Lauter & Leise beantworte, aber gute Dinge müssen einfach weitergeführt werden und ich werde mich bemühen, immer wieder auf die Fragen antworten.

Die heutige Frage dreht sich um Bücher, die mir so sehr nicht gefallen, dass ich sie richtiggehend hasse. Nun, es gibt so einige Bücher, die ich nicht mag, weil sie mir entweder inhaltlich nicht gefallen oder weil sie stilistisch so schlecht umgesetzt sind, dass ich damit einfach nichts anfangen kann. Wirklich hassen, tue ich keines davon. Für mein Dafürhalten ist der Begriff „Hass“ auch viel zu negativ besetzt, als dass man ihn auf Bücher anwenden könnte. Auch in meinem Umfeld wird er viel zu inflationär verwendet (Ich hasse diese Musik! Ich hasse Hausaufgaben! Ich hasse Spinat! …) Hass ist für mich eines der schlimmsten Sachen, die es gibt. Für mich geht der Begriff fast immer einher mit einer (latent vorhandenen) Gewaltbereitschaft gegen die Sache oder Person, die man hasst. Man kann andere Menschen hassen, weil sie einem etwas angetan haben und man sich im Recht fühlt. Man kann seine Arbeit regelrecht hassen, allerdings ist für mich dann unverständlich, warum man dennoch weiterhin hingeht? Vermutlich, weil es keinen anderen Ausweg gibt?

Wie kann man ein Buch hassen? Hat mir ein Buch etwas angetan? Bin ich gezwungen es wieder und wieder zu lesen, weil ich nicht anders kann? Eher nicht. Vielleicht gibt es Bücher, die man hasst, weil man sieht, was sie mit Mitmenschen tun, die sie lesen und sich von dem, was da geschrieben steht, zu sehr vereinnahmen lassen. Bestimmte religiöse Schriften zum Beispiel, die bei den Menschen Fanatismus erzeugen und dadurch immer wieder Leid über die Menschen bringen. Ich selbst muss sie nicht lesen, aber ich sehe, wie sich religiöser Wahn auf die Unschuldigen auswirken kann, die ihn zu spüren bekommen. Ja, in diesem Fall wäre ich sagen: die Welt wäre ohne solche Bücher oftmals ein ganzes Stück besser dran.

Zum Abschluss: Nein, ich für meinen Teil kann nicht sagen, dass es Bücher gibt, die ich regelrecht hasse. Würde es die geben, dann hätte ich wohl auch keinerlei Skrupel sie bei jeder Gelegenheit zu verbrennen. Das ist es nämlich, was man mit Dingen tut, die man hasst, man versucht sie aus der Welt zu schaffen. Bisher hat jedoch in meinem Hinterhof noch keine Buchverbrennung stattgefunden (von der ich weiß), demnach gibt es wohl in meinem Umfeld auch keine Bücher, die meinen Zorn dermaßen erwecken, dass ich mich dazu genötigt fühle sie aus der Welt zu schaffen. Und wenn man mal ein schlechtes Buch als Grillanzünder verwendet, dann hat das nichts mit Hass zu tun, sondern eher mit Hunger. In diesem Sinne, bleibt gesund!

Jay

2 Gedanken zu “Gibt es ein Buch/Bücher, das du richtiggehend hasst?

  1. Hi Jay,

    ja, da sagst Du was Wahres.
    Hass ist ein starker Begriff, der eigentlich viel zu sorglos verwendet wird.
    Wenn jemand sagt, ich hasse mein Leben, was kann das für ein Leben sein? Wohl ein nicht sehr lohnenswertes. Dabei lohnt es sich doch, für so vieles zu leben. Lesen zum Beispiel. 🙂
    Ich habe auch das eine oder andere Buch, dass ich einfach furchtbar finde.
    Beispielsweise habe ich für meinen Lesekreis Die Reisen des Mr. Leary gelesen und habe es tatsächlich abgebrochen. Und ich breche selten Bücher ab. 🙂
    Ich lege Bücher manchmal weg, weil ich gerade lieber etwas anderes lesen möchte, aber dann lese ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt weiter.
    Abbrüche sind selten bei mir.
    Aber Hass empfinde ich dann nicht. Eher Langeweile oder Widerwillen.

    Hab ein schönes, lesenswertes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Petra

    1. Hallo Petra,

      ich sehe das ebenso und bin mir eigentlich gar nicht sicher, ob man Bücher überhaupt hassen kann. Ich finde der Begriff passt nicht dazu.

      Viele Grüße
      Jay

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