7. Januar 2026

Der Nachbar von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek: Der Nachbar, Droemer Verlag, 2025

Sie dachte, ihre größte Angst ist es, allein zu sein. Bis sie herausfindet, dass sie es nie war…
Die Strafverteidigerin Sarah Wolff leidet an Monophobie, der Angst vor Einsamkeit. Was sie nicht weiß: Nachdem sie mit ihrer Tochter an den Stadtrand Berlins gezogen ist, hat sie einen unsichtbaren Nachbarn, der sie keine Sekunde lang alleinlassen wird … Schon bald geschehen seltsame Dinge in Sarahs Umfeld, Dinge, von denen sie irgendwann nicht einmal mehr weiß, ob sie tatsächlich geschehen sind oder ob sie nur ein Traum waren. Doch als sie beginnt den Dingen auf den Grund zu gehen, eskalieren plötzlich die Ereignisse und Sarah muss alles daransetzen, nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen, die sie liebt zu beschützen.

Titel: Der Nachbar Autor: Sebastian Fitzek Verlag: Droemer Knaur Seitenzahl: 368 Genre: Psychothriller Alter: 14+ Erscheinungsdatum: 22.10.2025 Ausgaben: Hardcover, Hörbuch, E-Book ISBN: 978-3426281758 (HC) Sonstiges: Nachwort

Über den Autor Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek wurde am 13. Oktober 1971 in Berlin geboren, wo er auch heute noch lebt. Von seiner Frau Sandra trennte er sich 2019. Sebastian Fitzek hat aus dieser ersten Ehe zwei Söhne und eine Tochter. Im Oktober 2022 heiratete er seine neue Lebensgefährtin Linda und im Januar 2023 wurde sein dritter Sohn Oskar geboren. Sebastian Fitzeks Bücher wurden in Millionenauflage gedruckt und in zwei Dutzend Sprachen übersetzt. Er ist wohl der erfolgreichste deutsche Thriller-Autor mit einer weltweiten Fangemeinde.

Ein Psychothriller, wie er sein soll

Sonderlich viel habe ich von Sebastian Fitzek bisher noch nicht gelesen, aber vielleicht sollte ich das zukünftig tun. Ich habe den „neuen Fitzek“ als E-Book gelesen und kann daher nicht viel zum Hardcover selbst sagen. Lediglich, dass mir die Aufmachung recht gut gefällt. Das Cover ähnelt ein wenig dem Cover von Dickicht, das ich 2024 gelesen habe und das super war. Im Gegensatz zu Dickicht haben wir es hier jedoch mit einem handfesten Psychothriller zu tun. Sebastian Fitzek ist ein wahrer Meister dieses Subgenres. In diesem verschwimmen oft Traum und Realität. Protagonisten wissen oft selbst nicht mehr, ob sie Dinge tatsächlich so erlebt haben oder ob sie sich das alles nur einbilden. Sie leiden an Wahnvorstellungen und Selbstzweifeln und können manchmal nicht mehr richtig einordnen, ob etwas wirklich geschehen ist oder ob es nur Einbildung war.

Fitzeks Hauptcharakter heißt Sarah. Während Der Nachbar eigentlich ganz harmlos beginnt, steigert sich die Spannungskurve nach und nach anhand von Kleinigkeiten, die Sarah auffallen. Dinge, die vorher anders waren, oder Sachen, die getan wurden, obwohl es nicht hätte sein dürfen. Natürlich fragt sich auch der Leser in diesem Moment, wie das sein kann, und der Charakter im Buch zweifelt mehr und mehr an sich selbst. Habe ich die Blumen gegossen und es nur vergessen? Habe ich den Müll vielleicht doch selbst in die Tonne geworfen, bevor ich in den Urlaub gefahren bin? Es sind viele kleine Puzzlestücke, die dem Leser viel Stoff zum Nachdenken geben, und natürlich weiß man nicht, wohin das alles führen wird. In Fitzeks neuem Buch steigt die Spannung beständig und es hat mir gut gefallen, dass ich eigentlich nie so richtig wusste, woran ich bin. Sarah wusste es im Übrigen auch nicht.

Charaktere in Der Nachbar

Fitzeks Bücher, und damit auch Der Nachbar, leben von vielschichtig ausgestalteten Charakteren. Um der Unsicherheit der Protagonisten eine Basis zu geben, hatten die Protagonisten nicht selten ein traumatisches Erlebnis, das mehr oder weniger weit in der Vergangenheit liegt. Diese Traumata werden dann oft als Entschuldigung herangezogen, dass man Dinge anders wahrgenommen hat. Man ist eben verwirrt, nicht mehr ganz klar im Kopf, abgelenkt. Sarah hatte in ihrer Vergangenheit ein wirklich schreckliches Erlebnis, welches ihr Leben von jetzt auf gleich völlig veränderte. Sie versucht natürlich damit klarzukommen, aber so ganz verheilen die Narben nie.

Doch auch der „Nachbar“, Sarahs heimlicher „Gegenspieler“ und Fitzeks Antagonist, hat als Kind Schlimmes erleben müssen. Er (oder sie?) versucht sein Trauma zu überwinden, indem er Sarah manipuliert und sie nicht aus den Augen lässt. Dabei geht er äußerst intelligent und einfallsreich vor. Es gibt hierbei lange Zeit keine Abgrenzung zwischen gut und böse, was für den Leser weitere Fragen aufwirft. Was will der Nachbar eigentlich?

Mir hat gut gefallen, dass Sebastian Fitzek nach und nach weitere interessante Charaktere in die Handlung einbringt, die alle zumindest eine kleine Hintergrundgeschichte mitbringen.

Manche habe ich auch gleich in mein Herz geschlossen und hoffte, dass sie das Buch überleben. Es gab jedoch eine Person, die war mir schon nach den ersten Zeilen völlig unsympathisch. Wäre sie gestorben, es wäre mir fast egal gewesen.

Schreibstil und Schluss

Sebastian Fitzeks Schreibstil ist flüssig. Die Handlung in Der Nachbar hatte keine Längen, die mich gestört hätten. Viele kleine Ereignisse, die alle für sich genommen die Spannungskurve langsam ansteigen ließen, machten aus dem Buch einen Pageturner. Wäre ich nachts nicht zu müde gewesen, hätte ich das Buch in einem Zug durchgelesen. Die Handlung war abwechslungsreich und überraschend. Wendungen, die man vorher nicht erahnen konnte, gepaart mit der Hoffnung, dass die coolen Charaktere überleben, sorgten bis zum Schluss für Spannung. Sehr gut.

Den Schluss fand ich gut gewählt und auch zufriedenstellend. Es blieben für mich kaum lose Enden, obwohl manches auch nicht ganz so eindeutig geklärt wurde. Wäre hier vielleicht sogar eine Fortsetzung möglich? Nein, ich denke, es wird keine geben. Vielen Dank, Sebastian Fitzek, für die vielen Stunden spannender Unterhaltung.

Mein Fazit zu Der Nachbar

5 von 5 Sterne
„Ein Psychothriller, der seinen Namen verdient.“

Mit Der Nachbar hat uns Sebastian Fitzek mal wieder einen Psychothriller ins Regal gestellt, der wirklich alle Anforderungen des Genres erfüllt. Er ist spannend zu lesen, die Handlung ist abwechslungsreich mit vielen überraschenden Plot-Twists und interessanten, psychologisch komplexen Charakteren. Thrillerfreunden unter Euch kann ich Der Nachbar nur empfehlen und hoffe, dass er Euch genauso die Fesseln anlegt, wie er es bei mir tat. Ich werde jetzt nach und nach noch weitere Bücher des Autors lesen.

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Jay


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