2. Dezember 2020

Autoren als Rezensenten?

Drei Wochen sind seit der letzten Montagsfrage von Antonia in ihrem Buchblog Lauter & Leise vergangen. Jetzt meldet sie sich zurück mit der Frage, ob Autoren auch gute Rezensenten abgeben würden?

Hier nun meine bescheidene Meinung zur neuen Montagsfrage.

Ich denke, dass Autorinnen und Autoren durchaus auch gute Rezensenten sein können, wenn sie die Zeit finden über die Bücher zu schreiben, die sie gelesen haben. Dass Autoren viel lesen müssen, ist unbestritten, denn nicht selten werden ihre Bücher von anderen Autoren inspiriert. So erklärte der bekannte Schriftsteller George R. R. Martin öffentlich, dass seine Reihe Das Lied von Eis und Feuer (aka A Game of Thrones) von Tad Williams Fantasyepos Das Geheimnis der großen Schwerter (aka Der Drachenbeinthron) inspiriert wurde. Solche Beispiele gibt es mehrere. Hätte GRRM Tad Williams Bücher nicht gelesen, wer weiß, vielleicht wäre A Game of Thrones nie von ihm geschrieben worden.

Viele Autoren sind zudem von Kindesbeinen an bereits begeisterte Leserinnen und Leser, die dann irgendwann selbst begonnen haben, die ersten eigenen Geschichten zu schreiben. Ich denke daher, dass das Lesen zum Schreiben von Büchern zwingend notwendig ist, einfach um Ideen zu sammeln und natürlich auch um stilistisch von Autorenkollegen zu lernen.

Natürlich kostet es Zeit Rezensionen über Bücher von Autorenkollegen zu schreiben und vielleicht finden nicht alle Autorinnen und Autoren die Zeit, das zu tun. Ich denke aber, wir können von diesen Rezensionen recht gut profitieren, da Autoren (als Profis) in der Regel einen ganz anderen Blickwinkel auf ein Buch einnehmen, eben weil sie durch das Schreiben schon eigene Erfahrungen gesammelt haben und wissen, wie eine Geschichte funktionieren muss, um beim Leser anzukommen. Sei es bei der Entwicklung der Charaktere, dem Spannungsbogen und generell den Aufbau der Geschichte, um die Leserinnen und Leser zu fesseln.

Ich würde mir daher wünschen, dass noch mehr Autorinnen und Autoren ausführlich rezensieren und uns Lesern ihre Meinung zum einen oder anderen Buch mitteilen würden.

Jay

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