Was ist für dich die Art von (Haupt-)Charakter, die es öfter in Büchern geben sollte?

Und wieder ist es Montag und Zeit für die Montagsfrage hier im Blog. Danke zunächst an Antonia vom Blog Lauter & Leise für die wöchentliche Ausarbeitung der Frage.

Was ist für dich die Art von (Haupt-)Charakter, die es öfter in Büchern geben sollte?

Ich mag Charaktere die nicht perfekt sind. Am liebsten habe ich sie Fehler haben und Fehler machen. Wenn sie Ecken und Kanten haben und auch gelegentlich Rückschläge einstecken müssen. Ich habe einmal vor vielen vielen Jahren ein Buch gelesen (den Titel habe ich inzwischen verdrängt), da waren die Protagonisten zu perfekt. Es ist ihnen alles ohne Probleme gelungen und Gegenspieler verloren immer. Das ging so weit, dass selbst bei angeblich gefährlichen Kämpfen keiner in der Gruppe auch nur den kleinsten Kratzer abbekommen hat. Ich musste das Buch dann nach 50 Seiten beenden, weil ich schier genervt war von so viel Perfektion und Heldentum. Es war einfach nur noch unerträglich und unrealistisch.

Je mehr ein Protagonist einstecken muss und je besser er dagegen ankämpft und dann trotzdem am Ende als Gewinner hervorgeht, umso spannender finde ich es. Nur so kann es im Laufe der Handlung eine Charakterentwicklung geben. Der Charakter muss ja nicht so bleiben, sondern kann während seiner Geschichte auch dazulernen und sich ändern (im Positiven, wie im Negativen). So kann eine Person mit Fehlern später auch glaubwürdig zum Helden werden, wenn er vielleicht über seinen eigenen Schatten springen muss oder er/sie schließlich etwas tut, was man ihm einige Kapitel vorher keinesfalls zugetraut hat.

Ich will bei dieser Gelegenheit auch gleich noch ein Beispiel geben, welcher Fantasy-Charakter mich schon vor 20 Jahren überzeugen konnte und der bis heute einer meiner absoluten Favoriten ist. Er heißt Fitz Chivalric Weitseher und ist die Hauptperson in Robin Hobbs tollem Buch Der Adept des Assassinen (heute trägt das Buch den Titel Die Gabe der Könige), das für mich noch immer zum Besten zählt, was Fantasy zu bieten hat. Fitz ist ein tragischer Charakter, der sehr viel einstecken muss, aber dennoch irgendwie seinen Weg geht. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt tun.

Ich denke, dass es solche nicht-perfekten Charaktere schon ziemlich häufig gibt. Die Kunst besteht in meinen Augen eher darin, beim Schreiben das richtige Maß zu finden, sodass es für die Leser auch noch realistisch wird. Einen Charakter glaubhaft herüberzubringen, ist sicherlich gar nicht so einfach und ein Protagonist, der sich allzu tollpatschig oder dämlich anstellt, könnte schnell unglaubwürdig werden. Ich wünsche mir daher, dass es Autoren immer besser gelingt, den richtigen Mittelweg zu finden.

Welche Meinung habt ihr zu dem Thema? Ich freue mich über eure Beiträge hier im Blog.

Jay

 

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