5. Juli 2020

No-Go-Themen. Oder: Was ich absolut nicht lesen mag!

Jede Leserin und jeder Leser hat wohl seine bevorzugten Genres und Bücher zu bestimmten Themen, die er besonders mag. Auf der anderen Seite gibt es aber auch oft Bücher und Themen, mit denen man so gar nichts anfangen kann. Das kann verschiedene Gründe haben. Selten gibt man diesen Werken auch die Chance die eigene Einstellung zu ihnen zu ändern, weil es einen einfach nicht interessiert.
Hier nun ein paar Themen und Genres, die bei mir kaum eine Chance haben je gelesen oder sonst wie beachtet zu werden. Was ich nicht mag…

Romantische Nackenbeißer

Was ich nicht mag: Nalini Singh: Pfade im Nebel Verlag Egmont LYX (2014)
Nalini Singh: Pfade im Nebel
Verlag Egmont LYX (2014)

Das Thema ist schon ziemlich alt, wenn man sich an den bereits 1994 erschienenen Film Interview mit einem Vampir erinnert, u. a. mit Tom Cruise und Brad Pitt in den Hauptrollen. Das waren noch Charaktere. Was ist aber so faszinierend and Vampiren und dergleichen, die lieber Teelichter anzünden, als ganze Dörfer? Wenn ich schon diese Cover mit den halbnackten, durchtrainierten Körpern und ihren abgeschnittenen Köpfen sehe, mache ich einen großen Bogen. Gleiches gilt für Cover mit Fledermausschwärmen um irgendwelche Skylines. Natürlich mag ich als Fan guter Fantasy Vampire, Werwölfe und Gestaltwandler, wenn sie sich artgerecht verhalten und nicht gleich jedem Rockzipfel hinterher gucken. Romantasy (Fantasy + Romance) ist für mich aber eindeutig nichts. Nackenbeißer gehören einfach nicht in die Betten junger Frauen. Einen Holzpflock ins Herz und gut ist es.
Inzwischen füllen die Blutsauger ja ganze Regale in den Buchhandlungen. Gestaltwandler und Werwölfe folgen dicht auf. Wilde Leidenschaft mit Kreaturen der Nacht – für mich ist das eindeutig nichts. Ist vielleicht auch eher was für einsame Frauen. Selbst um die Jugendbücher mache ich einen weiten Bogen. Vampire Academy oder Biss zum Morgengrauen? Mir graut es schon, wenn ich dran denke. Ne ne, nix für mich.
Was ich nicht mag…

Beziehungskisten

David Levithan: Letztendlich sind wir dem Universum egal Verlag Fischer FJB (2014)
David Levithan:
Letztendlich sind wir dem Universum egal
Verlag Fischer FJB (2014)

OK, ich gebe zu, dass ich als männlicher Vertreter der Bücher lesenden Spezies da von vornherein etwas zurückhaltender bin. Das liegt vermutlich in der Natur der Sache. Natürlich darf es in meinen Büchern auch mal romantisch werden (solange keine Nackenbeißer (s.o.) beteiligt sind), jedoch darf sich nicht das ganze Buch in erster Linie darum drehen, wer nun mit wem, warum, wann, wo und wie oft.
Eine gute Romanze bereichert die Handlung und beeinflusst sie auch zu einem gewissen Grad in eine Richtung, aber das war es dann auch schon. Interessanter finde ich Beziehungskisten dann schon eher wieder im Jugendbuchbereich, insbesondere, wenn die betreffenden Charaktere nicht 08/15 sind, sondern irgendwie aus dem Rahmen fallen. Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green wäre da so ein Beispiel, wobei ich dieses Buch auch irgendwo überbewertet finde. Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan wäre auch so meine Richtung. Eine Beziehung, gut verpackt in einer ansprechenden Story, damit kann ich noch leben.
Was ich nicht mag…

Bücher zu Filmen

Zu 95 Prozent ist das Buch zum Film besser, als der Film selbst. Zumindest trifft das auf Romanverfilmungen zu, die auf einem bereits bekannten Buch basieren. Daher lese ich die auch erst bevor ich mir den Film anschaue. Es gibt jedoch Bücher, die auf den Filmen basieren, also nach dem Film auf den Markt kamen, um den Umsatz weiter anzukurbeln. Solche Werke spare ich mir dann ganz, weil sie eigentlich nur das nacherzählen, was im Film passiert und das oft nicht einmal sonderlich gut. Bei Büchern, die verfilmt wurden, meide ich auch die Neuausgaben mit Bildern aus dem Film und Covern auf denen die Hauptdarsteller abgebildet sind. Mag sein, dass sich das besser vermarktet, aber für mich hat das immer so einen seltsamen Beigeschmack, da hierbei der Film herausgestellt wird und erst in zweiter Linie die Leistung des Autors, der schließlich zuerst die Welt mit seiner Story erfreute.
Was ich nicht mag…

Bücher über Fußball

Ich mag kein Fußball und könnte mich stundenlang darüber auslassen. Obwohl ich Kinder- und Jugendbücher immer mal wieder gerne lese, mache ich einen weiten Bogen um Bücher wie Die wilden Fußballkerle oder Die Teufelskicker. Ich habe mit diesem Sport sehr wenig am Hut und vermeide ihn, wenn es geht. Fußball wird überbewertet.

Wie ist das bei euch? Gibt es Themen und Genres, die ihr nicht mögt bzw. die euch nicht interessieren? Schreibt mir einen Kommentar, wenn ihr wollt!

Jay

Ein Gedanke zu “No-Go-Themen. Oder: Was ich absolut nicht lesen mag!

  1. Bei diesen Büchern mit den halbnackten Kerlen bin ich ganz bei dir. Ich meine ich kann die Faszination, die Sehnsucht und alles dahinter verstehen, und wer das lesen mag bitte. Aber nichts für mich.
    Auch Pärchen auf Covern kann ich nur bedingt ab.
    Ich habe mich mal mit so typischen Frauenromanen versucht wie ‚Mondscheintarif‘ u.ä. Auch da bin ich gescheitert.
    Aber was ich auch nicht so unbedingt kann, aber das mag eine Phase sein, sind mache Fantasy-Bücher, die immer mehr auf dreckig und brutal machen. Grim&Gritty um jeden Preis. Einfach weil es Dank Mr. Martin grade zieht.
    Das ist ein Zug, auf den ich es bisher nicht geschafft habe aufzuspringen. Wer weiß, vielleicht ändert sich das und ich kann den Büchern was abgewinnen lernen. Aber bei den Liebesschmonzetten versuche ich es gar nicht erst 😉
    Gefühle müssen für mich echt und nachvollziehbar sein. Es darf nie den Hauptteil der Handlung ausmachen, auch wenn, wie du schon sagtest, es gerne die Geschichte beeinflussen darf. Aber was ich auch nicht haben kann sind Plots, die auf der alleinigen Tatsache fußen, dass zwei Leute es nicht geschafft haben, über eine bestimmte Sache miteinander zu reden, woraus dann endlose Verwirrungen entstehen. Das kann ich in keinem Genre haben.

    🙂

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