
In Bayreuth verschwindet der Sohn einer alleinerziehenden Mutter unter mysteriösen Umständen aus deren Wohnung. Den einzigen Hinweis liefern Blutspuren, die allerdings nicht von dem Jungen, sondern von dessen Vater stammen – doch der ist vor Jahren gestorben. Kurz darauf wird bei Schweinfurt ein Mann ermordet aufgefunden. Die Spuren führen Kommissar Breuer und seine Kollegin Kristina Herbich zur Ex-Freundin des Toten, die unauffindbar ist. Unaufhaltsam setzt sich ein Drama in Gang, das vor langer Zeit seinen Anfang nahm. Ihr vierter Fall stellt die Bayreuther Kommissare Herbich und Breuer vor eine echte Herausforderung.
Stück für Stück entfaltet sich ein Netz aus Lügen, verdrängten Wahrheiten und familiären Verstrickungen. Ein fesselnder und zugleich berührender Kriminalroman über Schuld, Identität und verdrängte Vergangenheit. Für Fans von Krimis mit Köpfchen, Herz und Sinn für Dramatik – und für alle, die beim Lesen gern mal kurz das Atmen vergessen. (Quelle: Buch.de)
Titel: Endstation Fichtelgebirge Autorin: Jacqueline Lochmüller Verlag: Emons Seitenzahl: 336 Genre: Kriminalroman Alter: 14+ Erscheinungsdatum: 21.08.2025 Ausgaben: Taschenbuch, E-Book ISBN: 978-3740824723 (TB) Sonstiges: –
Über die Autorin
Jacqueline Lochmüller wurde am 27. Mai 1965 in Bayreuth (Oberfranken) geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Lehre als Bürokauffrau, lebte einige Jahre in Hof (Saale) und kehrte schließlich in ihre Geburtsstadt Bayreuth zurück. Als Autorin schrieb und schreibt sie unter verschiedenen Pseudonymen für mehrere Verlage. Unter anderem veröffentlichte sie beim Emons Verlag ihre spannenden Franken-Krimis. Jacqueline Lochmüller tanzt gern. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und lebt und schreibt in der Wagnerstadt Bayreuth.
Endstation Fichtelgebirge – ein Franken-Krimi aus der Heimat
Wie sagen wir so schön in Franken: Net g’schimpft is genug g’lobt.
Nun, einen Grund zum Schimpfen, habe ich nach der Lektüre von Jacqueline Lochmüllers Franken-Krimi Endstation Fichtelgebirge ohnehin nicht. Eher gibt es einige triftige Gründe zum Loben. Zum einen ist es mein erster Franken-Krimi auf der Leseliste und es war mir eine Freude. Ich habe selbst einige Jahre in Bayreuth gelebt und studiert, bevor ich von dort in meine Heimatstadt Hof zurückkehrte. Ganz im Gegensatz zur Autorin, die von Hof nach Bayreuth umzog, was ich gut verstehen kann, denn Bayreuth ist eine schöne fränkische Stadt (ebenso wie Hof, allerdings scheiden sich hier tatsächlich die Geister).
Es gibt doch nichts Schöneres, als wenn man die Orte des Geschehens beim Lesen eines Buches direkt vor Augen hat, allen voran das Bayreuther Festspielhaus und die vielen Ecken, die Bayreuth so liebenswert machen. Hinzu kommen viele kleinere und größere Orte rund um die oberfränkische Hauptstadt, die im Buch Erwähnung finden. Das gibt der Handlung doch gleich einen extra Kick. Und man lernt dabei auch viel Neues dazu. So wusste ich bis heute tatsächlich nicht, dass es in Poppenreuth eine Realschule gibt (gibt es auch nicht, aber ich fand’s witzig, da ich selbst Realschullehrer im Landkreis Bayreuth bin). Wie dem auch sei, die Rahmenbedingungen stimmten schon mal.
Die Franken ermitteln.
Hauptkommissarin Kristina Herbich und Kommissar Konrad Breuer von der Bayreuther Kripo haben es wirklich nicht einfach. Nicht nur, dass sie selbst jeden Tag damit zu kämpfen haben, ihre privaten Probleme auf die Reihe zu bringen, plötzlich reiht sich bei ihnen ein verzwickter Fall an den anderen. Es fing schon damit an, dass der kleine Lenni unter mysteriösen Umständen aus der Wohnung seiner alleinerziehenden Mutter verschwunden ist. Eine Blutspur führte von der Wohnungstür auf die Straße. Dann noch der Mann, der mit einem Messer im Bauch mit dem Auto durch Bayreuth fährt, und schließlich gibt es da noch den Toten in Schweinfurt, der die Bayreuther Kollegen auch noch beschäftigt. Welche Verbindung haben all diese Fälle und, um Himmels Willen, wo ist der kleine Lenni wirklich geblieben?
Kristina Herbich und Konrad Breuer ziehen alle Register, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Dass ihre Fälle am Ende zusammenhängen, überraschte schließlich auch sie selbst. Gut hat mir gefallen, wie sich die Beziehung zwischen den beiden Kommissaren entwickelte. Sie arbeiten wohl schon länger zusammen, doch leider habe ich die vorherigen Bücher der Reihe noch nicht gelesen. Was mir ein wenig seltsam vorkam, war, dass die beiden im Buch nicht per Du waren. Ich hätte erwartet, dass die Beziehung enger ist, wenn man sich schon seit einigen Monaten im selben Büro gegenübersitzt.
Interessante Charaktere, viele Namen
Zum Anfang des Romans verwirrten mich zunächst die vielen verschiedenen Namen ein wenig. Frau Lochmüller beginnt nicht nur mit einem Rückblick ins Jahr 1988, sie führt auch innerhalb weniger Seiten eine ganze Reihe von Personen ein, die zunächst ziemlich unabhängig voneinander mit den eigenen Problemen zu kämpfen haben. Wenn man aber erst einmal in der Handlung drin ist, ist es nicht allzu schwer, den Überblick über die Charaktere zu behalten. Mit hat gut gefallen, dass die wichtigsten von ihnen gut ausgestaltet wurden, sodass ich auch einen Draht zu ihnen finden konnte. Gut hat mir vor allem auch Sebastian Kemper gefallen, ein junger Altenpfleger, der verzweifelt eine Unterkunft sucht und auch findet. Lange war mir nicht klar, welche Rolle er in der ganzen Handlung spielen soll, aber letztendlich sollte es eine bedeutungsvolle sein. Auch Lucy, eine junge Fotografin, hat eine bewegende Geschichte, die mir nahe ging, doch ich will nicht zu viel verraten.
Im Laufe der Handlung fügen sich die einzelnen Puzzleteile so langsam zu einem großen Bild zusammen. Zwar versucht Jacqueline Lochmüller die Zusammenhänge möglichst lange zu verschleiern, ich hatte jedoch schon in der Mitte des Buches einige Vermutungen, die sich dann tatsächlich als richtig erwiesen. Der Spannung im Buch tat das jedoch keinen Abbruch, schließlich wollte ich auch wissen, wie es am Ende ausgeht.
Spannend geschrieben bis zum Schluss
Unmittelbar vor Endstation Fichtelgebirge habe ich Sebastian Fitzeks neuen Psychothriller Der Nachbar gelesen, der mir gut gefallen hat. Das ist immer so eine heikle Sache, weil dadurch die Erwartungen schon ziemlich hoch sind. Wie schlägt sich also Jacqueline Lochmüllers Krimi im Vergleich zum Bestsellerautor Fitzek? Nun, ich würde sagen, relativ gut. Auch Endstation Fichtelgebirge war für mich ein spannendes Leseerlebnis. Die Charaktere waren weitgehend sympathisch. Die häufigen Perspektivenwechsel zwischen den einzelnen Charakteren sorgten für Abwechslung und mir wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig. Längen in der Handlung empfand ich nicht, und die Spannungskurve war ebenfalls gegeben. Jacqueline Lochmüller hat mir also meinen ersten Franken-Krimi beschert und ich bin froh, dass er mir so gut gefallen hat. Es ist aber tatsächlich ein Krimi. Selbst wenn man in der Werbung bisweilen den Begriff Psychothriller liest, so würde ich im Falle dieses Buches nicht so weit gehen. Es ist ein solider Krimi, der auch mal emotional wird (insbesondere, wenn es um Lenni geht), der für Krimifans keine Wünsche offenlässt. Oder, wie wir Franken sagen würden: „Bassd scho!“
Mein Fazit zu Endstation Fichtelgebirge

„Abwechslungsreich und spannend.“
Der Kriminalroman von Jacqueline Lochmüller war mein erster Franken-Krimi und er hat mir gut gefallen. Die Charaktere sind interessant, die Handlung abwechslungsreich und vielschichtig und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Für Krimifans ist es eine durchaus lesenswerte Lektüre, vornehmlich, wenn man aus der Region Oberfranken kommt bzw. einen Draht zu ihr hat, wobei das natürlich keine Grundvoraussetzung ist. Ich hoffe darauf, bald weitere Bücher von Frau Lochmüller lesen zu können, und freue mich auf die Fortsetzung mit Herbich und Breuer.
Jay
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